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Leipheim

13.11.2018

Wertstoffzentrum: „Da hat doch einer einen Bock geschossen“

Das Wertstoffzentrum der Kreisabfallwirtschaft in Leipheim wird später als erwartet fertig gestellt.
Bild: Bernhard Weizenegger

Die Arbeiten am Wertstoffzentrum des Landkreises verzögern sich immer weiter. Jetzt wird nach einem Schuldigen gesucht.

So kann sich die Katze auch in den Schwanz beißen. Wie zu besichtigen beim Neubau des Wertstoffzentrums auf dem Gewerbegebiet Areal Pro in Leipheim. Weil Fragezeichen hinter der Statik der neuartigen Dachkonstruktion standen, musste mehrfach die Planung geändert werden. Das wiederum zog weitere Prüfungen der Statik des Daches nach sich. Und das alles während der laufenden Bauarbeiten. In der Folge verzögern sich auch die übrigen Arbeiten erheblich.

„Da hat doch einer im Zweifel einen Bock geschossen“, monierte CSU-Kreisrat Christian Konrad, der Leipheimer Bürgermeister, am Montagnachmittag im Werkausschuss des Kreistags. Für die juristischen Belange des Abfallwirtschaftsbetriebes ist Christoph Langer zuständig. Er erklärte, derzeit werde geprüft, ob ein Schuldiger auszumachen sei – vor allem wegen der erwartbaren Mehrkosten.

Es hakt gewaltig

Das neue Verwaltungsgebäude des Abfallwirtschaftsbetriebes an der Schleifstraße auf dem Areal Pro ist schon seit geraumer Zeit fertig. Nebenan entstehen ein neues Wertstoffzentrum und eine Second-Hand-Verkaufsstelle der Caritas. Während die Außenarbeiten planmäßig verlaufen, hakt es beim Bau des Wertstoffzentrums und des Caritas-Lagers gewaltig.

Wegen der Statik des Daches gaben sich zuletzt offenbar Planer, Statiker und Prüfstatiker die Klinke in die Hand. Mit der Folge, dass die Bauarbeiten – vor allem im Inneren, aber auch bei der auf dem Dach geplanten Fotovoltaikanlage – sowie am Caritas-Laden deutlich hinter dem Zeitplan herhinken. Um wenigstens drei Monate, wie Anton Fink, der Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebes, im Werkausschuss erklärte.

Dachstatik wurde unzureichend berechnet

Nicht nur Christian Konrad hatte kein Verständnis dafür, dass erst während des Baus festgestellt wurde, dass die Dachstatik womöglich unzureichend berechnet wurde. Und dass deshalb mehrfach die Pläne geändert und die Statik immer wieder neu geprüft werden musste. CSU-Kreisrat Rudolf Feuchtmayr steuerte private Bauerfahrungen bei. Schon die Statiker seien eine besondere Spezies, ganz heikel aber seien die Prüfstatiker. „Die haben immer sehr viel Zeit“.

Unverständlich sei auch, ergänzte Christian Konrad, dass die Zuständigen des Kreisfeuerverbandes eine Leiter zum Dach des Wertstoffzentrums erst dann als zu schmal moniert hätten, als diese schon montiert war. Konrad forderte, nun auch genau zu prüfen, ob wegen der geänderten Dachkonstruktion womöglich Fundamente und andere Bauteile Schaden genommen hätten oder unzureichend dimensioniert seien. Der Leipheimer Bürgermeister: „Sonst machen wir uns zum Gespött im ganzen Landkreis“.

Christoph Langer betonte, der Abfallwirtschaftsbetrieb lasse die Dinge natürlich nicht auf sich beruhen. Etwa nach dem Motto: „Das ist nun mal passiert“. Vielmehr werde fachlich und juristisch geprüft, ob ein Schuldiger auszumachen und gegebenenfalls in Schadenersatz zu nehmen sei.

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