Newsticker

Frankfurter Buchmesse soll in diesem Herbst trotz Pandemie stattfinden
  1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Wettbewerb-Finale fällt Corona zum Opfer

Günzburg

20.03.2020

Wettbewerb-Finale fällt Corona zum Opfer

Johann Brenner mit den Testfragen und seiner Urkunde. Er hat den ersten Platz im Landkreis erreicht.
Bild: Bernhard Weizenegger

Das Dossenberger-Gymnasium stellt Sieger eines Wirtschaftstests im Landkreis. Doch der Bundesentscheid ist abgesagt. Geht es irgendwann noch nach Leipzig?

Man kommt morgens in die Schule, ahnt nichts Böses – und muss unerwartet einen Test schreiben. Diese Situation dürfte vielen aus ihrer Schulzeit bekannt sein. Und auch der 14-jährige Johann Brenner aus Günzburg kennt diesen Überraschungsmoment. Denn im September vergangenen Jahres schrieb der Neuntklässler einen unangekündigten Wirtschaftstest – und wurde damit zum Kreissieger.

„Wirtschaftswissen im Wettbewerb“ nennt er sich, der von den Wirtschaftsjunioren Deutschland jährlich organisiert wird. Die Teilnahme der Schulen ist freiwillig. Im vergangenen Jahr nahmen bundesweit etwa 27000 Schulen teil. Im Landkreis Günzburg waren es das Dossenberger-Gymnasium und die Maria-Theresia-Mittelschule, insgesamt 185 Schüler. Beide waren zum ersten Mal dabei. Alexandra Strehle, Mitgliederkommunikatorin der Wirtschaftsjunioren Günzburg, hofft, dass sich im nächsten Jahr noch mehr Schulen beteiligen. „Es ist eine gute Gelegenheit – sowohl für die Schulen als auch für die Schüler“, betont sie.

Fachbetreuerin hat nicht mit einem so guten Ergebnis gerechnet

Ausgelegt ist der Test für Neuntklässler. Anhand der Ergebnisse wird in jedem Landkreis der Sieger ermittelt. Diese Kreissieger treten im Bundesfinale in Leipzig gegeneinander an. Das Dossenberger-Gymnasium, das Johann besucht, stellte die ersten drei Sieger. „Wir haben die Schüler nicht darauf vorbereitet, sie hatten ja auch erst seit ein paar Wochen Wirtschaftsunterricht, als der Test geschrieben wurde“, erklärt Susanne Stadelmann, Fachbetreuerin des Fachs Wirtschaft und Recht am Gymnasium. Sie habe daher nicht damit gerechnet, dass ihre Schüler so gut abschneiden würden.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Jessica Selig von den Wirtschaftsjunioren unterstützt diese Herangehensweise: „Das Quiz basiert nur teils auf dem Lehrstoff, eine spezielle Vorbereitung ist nicht direkt notwendig.“ Nachrichten lesen könne von Vorteil sein, sei allein aber nicht ausreichend. Der Hintergedanke sei der, dass den Schülern Themen mitgegeben würden, die so nicht in der Schule unterrichtet werden. Zudem könnten die Schüler mit den Wirtschaftsjunioren, die beim Test in den Schulen anwesend sind, in direkten Austausch gehen.

"Ich wusste nicht mal, dass ein Test stattgefunden hat"

Er ist in sechs Kategorien aufgeteilt: Politik, Internationales und Globalisierung, Wirtschaft im Alltag, Ausbildung, Finanzen sowie Gründung und Unternehmertum. Johann hat in den Bereichen Politik und Internationales und Globalisierung die meisten Punkte eingefahren. Insgesamt hat er von 30 Punkten 20 erreicht. „Ich habe nicht damit gerechnet, so gut abzuschneiden“, erzählt er. Hilfreich sei sicher gewesen, dass die Schüler zuvor im Rahmen eines Erasmus-Projekts in Straßburg das Europaparlament besucht hatten. „Ich denke, da hab ich schon einiges mitgenommen.“ Als die Ergebnisse eintrafen, habe er wieder vergessen gehabt, dass der Test geschrieben worden war. „Und ich wusste nicht mal, dass ein Test stattgefunden hat“, sagt Johanns Mutter Marion Brenner lachend.

Raphael Wagner hat den zweiten Platz belegt.
Bild: Monika Wagner

Am Bundesfinale, das am 20. März in Leipzig stattfinden sollte, nimmt Johann jedoch nicht teil. In der Woche zuvor war der Schüleraustausch mit Frankreich geplant gewesen. „Das war einfach ein blöder Zufall, dass die beiden Termine zusammenfallen“, sagt er bedauernd. Leider sei, nachdem er diese Entscheidung getroffen hatte, der Austausch wegen der Verbreitung des Coronavirus abgesagt worden. Als Vertretung sollte der Zweitplatzierte Raphael Wagner nach Leipzig fahren – doch das Finale wurde aus dem gleichen Grund abgesagt wie der Austausch.

"Das wäre eine einmalige Gelegenheit gewesen"

„Das ist schon eine Enttäuschung“, sagt der 15-jährige Raphael Wagner. „Das wäre eine einmalige Gelegenheit gewesen.“ Ob es einen Ersatztermin geben wird, steht noch nicht fest. Er hofft darauf, denn er hat sich auf das Finale vorbereitet. „Wir haben als grobes Thema die Stadt Leipzig und ihre wirtschaftlichen Strukturen vorgegeben bekommen. Ich habe mir da schon einiges dazu angeschaut und zusammengeschrieben.“ Sein berufliches Interesse ist jedoch ein anderes. „Ich interessiere mich für Soziales.“ Darum möchte er sein einwöchiges Schulpraktikum im Juli bei einem Physiotherapeuten machen. Zunächst hat Raphael bei der Polizei angefragt. „Aber die nehmen Praktikanten erst ab 16 Jahren.“

Johann ist, anders als Raphael, nicht sicher, ob er einen Ersatztermin überhaupt wahrnehmen würde. „Das käme darauf an, wann er stattfindet.“ Denn sein fachliches Interesse schlage sowieso in eine ganz andere Richtung: Er möchte Medizin mit der Fachrichtung Neurologie studieren. Aus diesem Grund absolviert er sein einwöchiges Praktikum im Bezirkskrankenhaus in Günzburg.

Lesen Sie auch:

Beschwerde über Kötzer Alois-Kober-Grundschule

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren