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Entscheidung

26.03.2015

Wettenhauser Kiesgrube bleibt frei von kontaminiertem Aushub

Der Bürgermeister verhandelt erfolgreich und bekommt Lob vom Gemeinderat. Eine Einschränkung bleibt

Es ist geschafft: Die Wettenhauser Kiesgrube am Nordrand des Kammeltaler Ortsteils wird nicht mit belastetem Aushub verfüllt. „Damit ist die Kuh vom Eis“, teilte Bürgermeister Matthias Kiermasz dem Gemeinderat am Dienstagabend mit.

Zur Erinnerung: Der Bauunternehmer und bisherige Besitzer der Kiesgrube hatte bei der Gemeinde die Verfüllung mit Z2-Material beantragt. Dabei handelt es sich um Aushub vom Albaufstieg an der Baustelle für die ICE-Trasse Ulm-Stuttgart. Der Haken: Dieses Material ist unter anderem mit Arsen und Kadmium belastet. Mangels ausreichender Abdichtung ist die Kiesgrube nicht für eine derartige Verfüllung geeignet. Der Gemeinderat lehnte die Nutzungsänderung am 24. Januar einstimmig ab.

Nach langen und schwierigen Verhandlungen mit Bürgermeister Kiermasz hat der Bauunternehmer nun von seinem Vorhaben Abstand genommen und den Antrag zurückgezogen. „Damit ist unsere Hauptkritik der Verfüllung mit Z2-Material vom Tisch“, sagte Kiermasz. Eine kleine Einschränkung bleibt: Der neue Eigentümer der Kiesgrube will nicht völlig ausschließen, dass er später noch einmal einen Versuch mit der Verfüllung starten will.

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Statt der ursprünglichen Aufforstung nach der Wiederauffüllung will die Firma die Kiesgrube mit einer Blumenwiese verschönern. Der Sand, der zurzeit neben der Grube zwischengelagert wird und zu einem kleinen Hügel aufgeschüttet ist, wird dann verschwinden. Dieser geänderten Rekultivierung stimmte der Gemeinderat zu. Festgehalten wurde jedoch, dass der vom Unternehmen als Zufahrt genutzte Waldweg wieder in seinen ursprünglichen Zustand gebracht und darauf geachtet wird, dass die Wasserableitung südlich der Kiesgrube kontrolliert erfolgt.

Der Zweite Bürgermeister Johann Anwander stellte heraus, dass die Gemeinde dank der hartnäckigen Verhandlungen des Rathauschefs mit dem Unternehmen „so herausgekommen ist“. Der Gemeinderat quittierte den Erfolg mit spontanem Beifall.

Das waren weitere Themen im Gemeinderat Kammeltal:

Als nicht ganz unproblematisch erwies sich der Bauantrag für ein Einfamilienhaus im Ortsteil Ried. Gewünscht wurden zahlreiche Befreiungen (Überschreitung der Baugrenze, gedrehte Firstrichtung, Dachneigung, Garagendach, Höhenlage und Kniestockhöhe), damit das Gebäude auf das Grundstück passt. Wegen der extremen Hanglage hat der Gemeinderat den Befreiungen zugestimmt.

Bis zum bayerischen Verwaltungsgerichtshof ging eine Normenkontrollklage gegen die Entwässerungssatzung der Gemeinde Kammeltal. Beanstandet wurde ein Passus, dass die Gemeinde jederzeit auf Kosten des Grundstückseigentümers eingeleitetes Abwasser untersuchen lassen könne. Dazu fehle es an einer gesetzlichen Ermächtigungsgrundlage, monierte das Gericht. Daher streicht die Gemeinde nun die Formulierung „auf Kosten des Grundstückseigentümers“. Die Abwälzung der Kosten für Abwasseruntersuchungen auf die Grundstückseigentümer ist künftig also nicht mehr möglich. Diese Kosten können aber in die Gebührenkalkulation einfließen und auf sämtliche zahlungspflichtige Bürger umgelegt werden, informierte Bürgermeister Kiermasz.

Mit umfangreichen Arbeiten wurde die Wasserführung im „Blumentäle Goldbach“ am östlichen Rand des Kammeltaler Ortsteils verbessert. Dort waren bisher Wassermassen ungehindert über einen Einschnitt mit „gewaltigen Höhenunterschieden“ heruntergeschossen, informierte Kiermasz. Jetzt wurde auf einer Länge von 300 Metern die Rückhaltefunktion optimiert. Kosten: etwa 8000 Euro.

Das Verschwinden von sogenannten Hundeblechen aus Edelstahl am Kammelsteg in Ettenbeu-ren überraschte Gemeinderat Johann Böck. Er wollte wissen, wer sie abmontiert habe. „Kein Diebstahl“, beruhigte Kiermasz. Vielmehr hatte der Bauhof bei der Schneeräumung Schwierigkeiten mit dem Schild, der an den Blechen hängen blieb. Sie wurden entfernt, weil sie von Vierbeinern ohnehin ungenutzt blieben.

Ein neuer Krötenzaun zwischen Ettenbeuren und Schöneberg war Gemeinderat Ulrich Rampp aufgefallen: „Dort habe ich noch nie Kröten gesehen.“ „Doch“, sagte Bürgermeister Kiermasz, „zwei sind schon überfahren worden“. Der Zaun war vom Landratsamt im Herbst angeschafft worden, die Montage auf 400 Meter Länge übernahm der Bauhof der Gemeinde. Ein erheblicher Aufwand, bekannte der Bürgermeister, „den ich unterschätzt habe“. Künftig soll die Arbeitsverteilung optimaler geregelt werden.

Die Diskussion ist geschlossen.

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