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Günzburg

15.06.2019

Wie Elektro-mobil ist der Landkreis Günzburg?

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Der Landkreis verfügt mittlerweile über ein respektables Netz an Ladesäulen. Am dichtesten ist es in der Robert-Bosch-Straße in Jettingen-Scheppach: Hier gibt es Säulen gleich mehrerer Anbieter. In der Fläche hat die Große Kreisstadt Günzburg die meisten Ladepunkte zu bieten.
Bild: Bernhard Weizenegger

Plus Behörden und Verwaltungen setzen immer mehr auf alternative Antriebe. In Privathaushalten sind die Stromautos allerdings noch rar. Dabei ist das Netz an Ladesäulen im Landkreis schon ziemlich dicht.

Auf dem ehemaligen Leipheimer Fliegerhorstgelände drehten sie schon vor Jahren ihre Runden: Vom Smart bis hin zum BMW, vom Porsche zum Tesla konnten Interessierte dort in der Vergangenheit Elektrofahrzeuge ausprobieren. Organisiert hatte das Ganze Bundestagsabgeordneter Georg Nüsslein (CSU) zusammen mit regionalen Autohäusern und Energieanbietern.

Das Ziel: Mehr Menschen im Landkreis Günzburg von den Vorteilen elektrisch angetriebener Fahrzeuge überzeugen. Mehr Menschen im Landkreis Günzburg von den Vorteilen elektrisch angetriebener Fahrzeuge überzeugen. Zumindest bei Behörden und Verwaltungen im Landkreis ist der Appell angekommen. Und auch die Anbieter von Stromtankstellen haben in der Region ihr Angebot in den vergangenen Jahren kräftig erweitert.

Elektromobilität: Landratsamt Günzburg stellt seinen Fuhrpark um

Sukzessive stellt das Landratsamt seinen Fuhrpark auf alternative Antriebe um – neben den gasbetriebenen Fahrzeugen sind momentan drei Elektrofahrzeuge im Einsatz. „Es werden aber noch mehr, weitere Fahrzeuge sind schon bestellt“, informiert Pressesprecher Karl-Heinz Thomann. Die vorhandenen Elektroautos werden mittlerweile gerne von den Kollegen angenommen, sagt Daniel Krammer vom Fuhrpark-Team des Landkreises.

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Auch am Burgauer Rathaus sollen Ladesäulen der LEW installiert werden. Dort könnte auch ein Mietwagen stationiert werden.
Bild: Bernhard Weizenegger (Symbolbild)

„Natürlich gab es am Anfang ein gewisses Grundmisstrauen, wie bei allem, das neu ist“, sagt er. Doch inzwischen sei das Feedback sehr positiv. Die Außendienstler nehmen die elektrisch angetriebenen VW Golf und Renault Kangoo gerne für ihre Fahrten in der Region. Ausgewählt werden sie über ein elektronisches Buchungssystem. Die etwa 200 Kilometer Reichweite seien für die Strecken, die im Landkreis zu bewältigen sind, vollkommen ausreichend. Geladen wird dann meistens wieder im Landratsamt – hier sind eigene Parkplätze mit Ladepunkten zugeteilt.

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Wer verbraucht am meisten? Das sind Spritfresser und Spritsparer
Bild: Bernhard Weizenegger

Auch zum Fuhrpark der Stadt Günzburg gehören längst Fahrzeuge mit alternativen Antrieben. Seit diesem Jahr sind ein Hybridfahrzeug sowie ein reines E-Auto im Einsatz, sagt Pressesprecherin Julia Ehrlich. Außerdem benutzt der Bauhof zum Gießen im Stadtgebiet einen elektrobetriebenen Transporter. So ganz kommt aber auch die Stadt nicht ohne Sprit aus: „Für längere Strecken steht ein Auto mit Verbrennungsmotor zur Verfügung“, so Ehrlich. Auch der Dienstwagen des Oberbürgermeisters fährt mit konventionellem Antrieb. Das reine E-Auto der Stadt nutzen hauptsächlich die Baukontrolleure und Mitarbeiter aus dem Bauamt – sie sind überwiegend im Innenstadtbereich und auf Kurzstrecke unterwegs. Julia Ehrlich: „Die Fahrer sind zufrieden mit den Autos. Beliebt sind auch die beiden Elektro-Fahrräder, welche seit 2018 den Mitarbeitern im Rathaus für Dienstfahrten zur Verfügung stehen.“

Trotz der guten Infrastruktur im Stadtgebiet gibt es aber noch ein paar Schwierigkeiten, räumt die Pressesprecherin ein. „Das Thema „Laden“ ist leider noch nicht zufriedenstellend gelöst, da jeder Betreiber von Ladestationen separate Tankkarten oder Kabel verlangt. Ein einheitliches, nach getankten Kilowattstunden abrechnendes System fehlt noch. Und die bestehende App, die ein gegenseitiges Benutzen ermöglicht, ist für Fahrzeuge in einem Fuhrpark nicht geeignet.“ Grundsätzlich steht die Stadt Günzburg aber neuen, umweltfreundlichen Antriebstechnologien offen gegenüber.

Zwei neue Ladestationen für Elektroautos gibt es jetzt in der Günzburger Tiefgarage. Oberbürgermeister Gerhard Jauernig nahm die beiden Ladeboxen offiziell in Betrieb. Stadtwerke, Stadtverwaltung und Betreiber Erdgas Schwaben möchten das Angebot in der Stadt in Zukunft gerne noch ausweiten.
Bild: Rebekka Jakob

Aus diesem Grund sollen, entsprechend dem Stadtratsbeschluss vom Februar 2017, Fahrzeuge, die hauptsächlich im Stadtgebiet unterwegs sind, zukünftig damit ausgestattet sein. „Mit weiteren Projekten im Stadtgebiet beschäftigt sich der Stadtrat in einer seiner nächsten Sitzungen“, kündigt Julia Ehrlich an.

In der Stadtverwaltung Krumbach gibt es bisher nur ein Elektroauto

Während in anderen Verwaltungen und Behörden im Landkreis wie dem Staatlichen Bauamt Krumbach Elektrofahrzeuge längst selbstverständlich zum Fuhrpark gehören, sind diese in den städtischen Fuhrparks im südlichen Landkreis noch nicht verbreitet. Die Stadt Krumbach besitzt lediglich ein Elektroauto; in der Stadt Thannhausen gibt es bisher keines – was sich laut Bürgermeister Georg Schwarz aber ändern soll: „Wir planen seit Jahren Geld für die Anschaffung eines Elektroautos für den Bauhof ein. Allerdings gibt es auf dem Markt noch keines, das den Ansprüchen für dieses Aufgabenfeld gerecht wird.“ Die Infrastruktur zum Laden steht schon bereit – direkt vor dem Thannhauser Rathaus befindet sich eine Ladesäule.

In 20 Minuten ist das Auto zu 80 Prozent aufgeladen

Im südlichen Landkreis gibt es davon sechs – zwei in Thannhausen, vier in Krumbach. Eine besondere Station steht vor dem Überlandwerk (ÜWK) in Krumbach: mit einer Leistung von bis zu 50 Kilowatt dauert es dort im Schnitt 20 Minuten, bis der Akku eines Elektroautos zu 80 Prozent geladen ist. Diese Säule wird wie viele weitere von den Lechwerken (LEW) betrieben. Wie die LEW-Sprecherin Luisa Rauenbusch erklärt, empfiehlt die Europäische Kommission einen Ladepunkt für je zehn Elektroautos: „Auf einen LEW-Ladepunkt kommen im Landkreis bislang rund drei bis vier E-Autos. Nicht berücksichtigt sind hier die Ladepunkte weiterer Anbieter, insofern liegt die Quote im Landkreis noch mal höher.“

In den Privathaushalten im Landkreis haben sich die Elektroautos noch lange nicht als alltäglich durchgesetzt. Einer Statistik der Zulassungsstelle des Landkreises zufolge hat sich die Zahl der reinen Elektroautos seit 2015 von 59 auf 194 gesteigert. Deutlich höher ist der Anteil der Hybrid-Fahrzeuge mit einer Steigerung von 121 (im Jahr 2015) auf derzeit 482 Fahrzeuge im Landkreis. Plug-In Hybride, sogenannte Steckdosen-Hybridfahrzeuge, haben sich von sechs auf 101 Stück vermehrt. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum ist die Zahl der im Landkreis Günzburg zugelassenen Fahrzeuge von knapp 119000 auf gut 129000 angestiegen. (mit cgal)

Lesen Sie dazu auch: Verkehr im Landkreis Günzburg: Wohin mit all den Autos?

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