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Kabarett

21.03.2016

Wie ein Allgäuer die Welt sieht

Bei seinem Auftritt in Leipheim wurde der Allgäuer Kabarettist Maxi Schafroth (links) unterstützt von seinem „Rinder-Rhythmus-Gitarristen“ Markus Schalk.
Bild: Gah

Maxi Schafroth philosophiert in Leipheim über den Unterschied zwischen Schwaben, Oberbayern und Norddeutschen

„Wir haben eine große Vielfalt in Deutschland. Das sieht man auch hier im Publikum. Hier sitzen Dicke, Dünne, Schöne und Ulmer“. Das ist einer der ersten Sätze des Allgäuer Kabarettisten Maxi Schafroth bei seinem Gastspiel im ausverkauften Leipheimer Zehnt-stadel. In seinem aktuellen Programm „Faszination Bayern“ setzt er sich mit der Vielfalt in Deutschland auseinander. Dabei referiert er aber nicht – wie der Titel des Programms vermuten ließe – über die Differenzen zwischen den drei bayerischen Stämmen. Dennoch unterhält er das Publikum bestens, indem er das Thema auf zwei Arten und Weisen beleuchtet.

Zunächst zeigt er die Unterschiede zwischen Schwaben und Oberbayern auf. Wenn man ihm etwas schenke, so Schafroth, werde ein Oberbayer sofort das Geschenk annehmen. Seine schwäbische Mutter hingegen werde – an ihrer eigenen Bescheidenheit leidend – beim Angebot eines Geschenks minutenlang herumdrucksen: „Aber mir doch net!“ Dann erläutert er die Unterschiede zwischen den Allgäuern und den Touristen aus Norddeutschland. Wenn die Touristen aus Norddeutschland mit ihren Kindern zum Skifahren gehen, dürfen die Kinder in einer Hütte Mittagessen. Der Allgäuer Vater hingegen hat für so etwas keine Zeit, denn er möchte den Tagesskipass ökonomisch optimal ausnutzen. Aber die Allgäuer Kinder haben auch Vorteile gegenüber den Norddeutschen. Diese packt Schafroth in einen Schulaufsatz zum Thema „Touristen“: „Die Touristen haben keine Hornhaut an den Händen, weil sie nix arbeiten. Sie wollen aber trotzdem gerne im Stall mithelfen. Dann bekommen sie rote Augen von der Luft“. Ein Nebenthema des Abends ist die Münchner und Starnberger Schickimicki-Szene, mit der das Allgäuer Dorfkind Schafroth während seiner Banker-Ausbildung in der Landeshauptstadt in Kontakt kam. So referiert er über oberbayerisches Frühlingsbrauchtum: „Im Landkreis Starnberg wird der ärmste Bürger zuerst durchs Dorf getrieben, dann mit der Steuererklärung an den Maibaum gefesselt und mit Trüffeln beworfen.“

Im Anschluss an seine Erfolgsnummer mit der Allgäuer Kalbstherapie in der Güllegrube als Ersatz für die Delfintherapie in Kalifornien – unter anderem zu sehen bei „Schwaben weißblau, Hurra und Helau“ – bietet Schafroth in seinem neuen Programm weitere Seminare an. So geht es für Helikopter-Eltern auf eine Berghütte in 1800 Metern Höhe. Dort lernen sie das „Loslassen“.

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Ein „Rating und Ranking-Seminar“ für Manager findet in einem Bullenlaufstall statt. Der Bulle bekommt einen Elektroschock und wird dadurch auf die Führungskräfte gehetzt. Diejenigen, die die Flucht ergreifen, landen auf den unteren Plätzen der Rangliste. Was die Manager nicht wissen: Schafroths Bühnenfigur hat wohlweislich eine Panzerglasscheibe zwischen die Bullen und die Führungskräfte setzen lassen.

Schafroths musikalischer Sidekick ist der Gitarrist Markus Schalk. Der begleitet ihn bei Blues-Songs wie „I want to go over the Lech“ und liefert die passende Untermalung bei Kabarettnummern, zum Beispiel über Telefonwarteschleifen verschiedener Banken. Während des ganzen Abends erntet Schafroth immer wieder schallende Lacher und Szenenapplaus. Das begeisterte Publikum bekommt eine Zugabe.

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