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Gundremmingen

25.03.2015

Wie gefährlich war die Panne im Atomkraftwerk?

Das Atomkraftwerk in Gundremmingen ohne Rauch: Nach einer Panne schaltete der Block C ab.
Bild: Karlheinz Hornung

Nach einer Panne schaltete sich der Block C des Atomkraftwerks Gundremmingen ab. Welche Auswirkungen hatte das auf die Stromversorgung? Und bestand eine Gefahr?

Wenn es nach der Bürgerinitiative Forum geht, sollte das Atomkraftwerk Gundremmingen abgeschaltet bleiben. Es sei einfach zu unsicher und eine Studie der Industrie- und Handelskammer, das AKW garantiere im Gegensatz zu erneuerbaren Energien eine sichere Stromversorgung, sei mit dem Vorfall vom Mittwoch auch widerlegt.

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Denn während Block B derzeit planmäßig gewartet wird, musste am Vormittag auch Block C vom Netz gehen. Das geschah automatisch, weil während der Revisionsarbeiten im anderen Block die Druckluftversorgung des Reaktors unterbrochen wurde. Wie es dazu kommen konnte, kann die Betreibergesellschaft noch nicht sagen. Am Abend wurde Block C jedenfalls wieder in Betrieb genommen. Die Leistung soll nun kontinuierlich wieder gesteigert werden.

Bei der Panne im AKW ging es um Druckluft

Im Gegensatz zur Mitteilung der Bürgerinitiative sei der Vorfall technisch nicht mit dem Zwischenfall 1977 im Block A vergleichbar. Damals hatte es einen wetterbedingten Kurzschluss im Hochspannungsnetz außerhalb der Anlage gegeben, ist auf der Internetseite des Kraftwerks nachzulesen. Das führte zu einem Fehler in der Regelung der Turbine und zu erheblichem Schaden. Weil ein Sicherheitsventil ansprach, trat Dampf in den Sicherheitsbehälter aus. Block A wurde später aus wirtschaftlichen Gründen stillgelegt.

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Im aktuellen Fall geht es um die Druckluft. So lange das System damit versorgt wird, bleibt der Reaktor in Betrieb. Fällt sie aus, kommt es sofort zur Sicherheitsabschaltung. Auswirkungen auf das Stromnetz hatte dies nicht, betont Andreas Preuß, Sprecher des Netzversorgers Amprion: „So ein Ausfall ist normal.

Aufsichtsbehörde ist informiert

Dafür gibt es Reserveleistungen von 3000 Megawatt, die immer vorgehalten werden.“ Weder das Personal noch die Umgebung oder die Anlage seien gefährdet worden, sagt Kraftwerkssprecher Tobias Schmidt.

Die Aufsichtsbehörde sei informiert und der Vorfall nach dem deutschen Meldesystem der Kategorie N für Normal zuzuordnen. Nach der internationalen Bewertungsskala rangiere die Meldung auf der niedrigsten Stufe 0, was keine oder eine geringe sicherheitstechnische Bedeutung habe. (mit dpa)

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