1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Wie kommen mehr Ärzte in die Region?

Landkreis Günzburg

16.01.2020

Wie kommen mehr Ärzte in die Region?

Ärzte sind in ländlichen Regionen eher dünn gesät. Die Altersstruktur der Doktoren ist ein sicheres Indiz dafür, dass die Problematik in wenigen Jahren noch eine viel größere sein wird.
Bild: Patrick Pleul/dpa

Der Kreisausschuss regt an, Studenten und angehenden Medizinern eine Ferienakademie anzubieten. Das wird nicht reichen, geben Politiker zu bedenken.

Noch gibt es genügend Hausärzte im Landkreis Günzburg. Betonung auf noch. In absehbarer Zeit wird sich das ändern. Denn der Altersdurchschnitt der Mediziner liegt bei mehr als 55 Jahren. Nicht mehr lange, und sie werden in den Ruhestand gehen. Auf der anderen Seite ist Nachwuchs rar. Was kann der Landkreis tun, um junge Mediziner in die Region zu holen? Darüber wurde im Kreisausschuss diskutiert.

Einige Landkreise nehmen bereits viel Geld in die Hand, um junge Ärzte in ihre Region zu locken. So werden unter anderem Stipendien für Medizinstudenten bezahlt, wenn sie sich verpflichten, im jeweiligen Landkreis zu arbeiten. Bei einer Regelstudienzeit von sechs Jahren können so bis zu 200000 Euro pro Student, sprich künftigem Arzt, zusammenkommen.

Kooperation mit der Uni Ulm

So weit will der Landkreis Günzburg zumindest derzeit noch nicht gehen. Einstimmig wurde im Kreisausschuss ein anderes Modell beschlossen. In Zusammenarbeit mit der Universität Ulm soll für Studenten und angehende Ärzte eine Ferienakademie angeboten werden. Geplant sind praxisnahe Besuche in den Kliniken, bei den (Fach-)Ärzten oder in den Pflegeinrichtungen. Angeboten werden zudem Workshops zu unterschiedlichen medizinischen Themen.

Wie kommen mehr Ärzte in die Region?

Auch die Geselligkeit soll bei Ausflügen oder einem Grillabend nicht zu kurz kommen. Das Ziel des Ganzen: Der Landkreis soll den künftigen Medizinern als eine Region mit hoher Lebensqualität und einer guten Infrastruktur präsentiert werden. Die Kosten einer solchen Ferienakademie werden mit 8000 bis 10.000 Euro kalkuliert.

Schritt in die richtige Richtung

Im Kreisausschuss herrschte Einigkeit darüber, dass dies ein Schritt in die richtige Richtung sei. Klar war freilich aus, dass es damit nicht getan sein wird. Schon in naher Zukunft müssten „weitere Maßnahmen ergriffen werden“, erklärten Harald Lenz (Grüne) und Gerhard Jauernig (SPD). Der Günzburger Oberbürgermeister regte an, nicht nur mit der Uni Ulm, sondern auch mit der Universität Augsburg zu kooperieren.

Konrad Barm (Freie Wähler) forderte, bei den geplanten Werbemaßnahmen nicht nur an die Klinikstandorte im Landkreis zu denken. Schon in Burgau, so der dortige Bürgermeister, sei die ärztliche Versorgung problematisch. Das gelte auch für Jettingen-Scheppach, assistierte Bürgermeister und CSU-Kreisrat Hans Reichhart. Das Bemühen um junge Ärzte werde deshalb „eine der Hauptaufgaben“ des Landkreises werden.

Hubert Hafners Appell

Landrat Hubert Hafner erklärte, „es wäre schön“, wenn Ärzte, die aus dem Landkreis stammen und andernorts arbeiten, wieder in die Heimat zurückkehren würden. Hafner: „Ein Appell.“

Auch Mundpropaganda könnte hilfreich sein. Etwa wenn heimische Ärzte oder Bürger ihnen bekannten Medizinern von auswärts erläutern, wie attraktiv der Landkreis Günzburg sei.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren