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Versorgung

28.04.2018

Wieder ganz dicht

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Viele Aufgaben der Stadtwerke Günzburg spielen sich unterirdisch ab – so beispielsweise auch die Sanierung des Kanalnetzes

Dass das Günzburger Abwasser ordnungsgemäß über das Kanalsystem abfließen kann, ist neben der Trinkwasserversorgung eine der wichtigsten Aufgaben der Stadtwerke. Eine Aufgabe, die sich allerdings naturgemäß meistens im Untergrund abspielt. Erst wenn Probleme wie Verstopfungen oder Rückstau auftreten, kommt es zu Beschwerden der Anlieger. Unter dem Stadtteil Reisensburg hat sich zuletzt eine ganze Menge getan.

Das immerhin etwa 170 Kilometer lange Kanalnetz der Stadtwerke Günzburg muss ständig überprüft und saniert werden, berichten die Stadtwerke. Von kleinen Kanälen in Erschließungsstraßen bis zu großen Sammelleitungen ist hier alles vertreten – Schmutz-, Regen- und Mischwasserkanäle. Überprüft werden diese mit einer fahrbaren Kanalkamera – unbemerkt von der Öffentlichkeit.

Das gesamte Netz wird regelmäßig inspiziert und auf Schäden untersucht. Im Zuge dieser Untersuchungen war ein Regenwasserkanal im Stadtteil Reisensburg schon länger in den Fokus der Verantwortlichen beim Kommunalunternehmen gerückt. Ein Kanalrohr mit einem Durchmesser von einem Meter wies auf eine Strecke von 300 Metern massive Beschädigungen auf. Das Rohr hätte erneuert werden müssen. Erschwerend kam jedoch die Lage der Leitung hinzu: Denn die Rohre waren nicht wie sonst allgemein üblich im Straßenbereich verlegt, sondern befanden sich nahezu unzugänglich in Privatgrundstücken, teilweise nicht anfahrbar hinter den Häusern.

Ein Austausch des beschädigten Kanals kam aufgrund dieser besonderen Gegebenheiten nicht infrage. Die Stadtwerke haben sich daher für ein modernes Bauverfahren, die sogenannte Schlauchlinersanierung, entschieden. Dabei wird ein mit Kunstharz getränkter Glasfaserschlauch in den vorhandenen Kanal eingezogen. Das erfolgt über die Schächte und ist somit ohne jede Aufgrabung möglich. Im Kanal wird dieser Schlauch dann mittels Druckluft aufgestellt. Die Aushärtung erfolgt in diesem Fall durch UV-Licht, auf welches das Kunstharz reagiert. Die vorgefertigten Schläuche werden deshalb auch in schwarze, lichtundurchlässige Folien verpackt auf die Baustelle geliefert. Erst wenn die Schläuche an Ort und Stelle liegen, wird eine Lichterkette mit UV-Licht mit genau definierter Geschwindigkeit durch den Kanal gezogen, durch die UV-Einstrahlung reagiert das Harz, der gesamte Schlauch härtet aus und es entsteht eine dichte und tragfähige Innenauskleidung im Kanal.

Um zu überprüfen, ob der Aushärtevorgang funktioniert hat und alle statischen Erfordernisse eingehalten werden, wird aus dem Zwischenschacht ein Probestück entnommen und von einem unabhängigen Gutachter untersucht. Zum Schluss wird die gesamte Leitung dann außerdem mithilfe einer fahrbaren Kamera begutachtet. Auf den dabei erstellten Videofilmen sieht man die neu hergestellte Innenauskleidung, die nun die Dichtheit und Tragfähigkeit für diese wichtige Entsorgungsleitung für die nächsten Jahrzehnte wiederherstellt.

Durch dieses Sanierungsverfahren ist gewährleistet, dass die Dichtigkeit im Kanal wieder hergestellt wird und der Kanal auf die Sicht langer Jahre wieder funktionsfähig ist. Darüber hinaus ist die Inlinersanierung wesentlich kostengünstiger zu realisieren als die Erneuerung des Kanals durch Aufgrabung. Trotzdem fielen für die Sanierungsmaßnahme Kosten in Höhe von 130000 Euro an, so die Stadtwerke. (zg)

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