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Hochwang

13.11.2018

Winnetou und Old Shatterhand sind zurück

Bauer Kilian, alias Winnetou, stellt Ribanna, der Tochter des Indianerhäuptlings der Tahschatunga nach – doch die ist eigentlich die Pfarrersköchin Rosamunde. Sam Hawkens (mit dem Wischmopp auf dem Kopf) findet das besonders lustig. Szene aus der Premiere beim Hochwanger Theater.
Bild: Adalbert Zimmermann

Jede Menge „Ramba-Zamba im Hirnkastl“, einen launenhaften Karl-May-Fan und mehr gibt es bei der Fortuna auf der Bühne.

Die Theatergruppe der Fortuna Hochwang gibt es nun schon seit vielen Jahren und immer sind die Vorstellungen ausverkauft, weiß der 1. Schützenmeister Horst Reichle zu berichten. Die Freude am Theaterspielen ist ungetrübt, wie der Einsatz der vielen Akteure und freiwilligen Helfer zeigt. Und der anhaltend große Zuspruch verleiht die notwendige Motivation, um weiter zu machen, erklärt Reichle. In diesem Jahr kommt der Schwank „Ramba-Zamba im Hirnkastl“ von Andrea Döring zur Aufführung. Schon bei der Premiere im Schützenheim in Hochwang war der lustige Dreiakter ein Angriff auf die Lachmuskeln der Besucher.

Choleriker und Nörgler sind eine Spezies, die man immer und überall antreffen kann. Und um so einen Familientyrannen dreht sich der Schwank um den Bauern Kilian (Reinhold Siegner). Liebste Beschäftigung des Bauern Kilian ist, sich mit jedem zu streiten und alles zu kritisieren. Ob Ehefrau, Knecht oder Magd, alle leiden unter seiner Tyrannei. Selbst vor dem Pfarrer des Dorfes (Markus Eberle) macht Kilian nicht halt. Alle bekommen ihr Fett ab. Deshalb versucht auch jedermann, dem streitsüchtigen Bauern aus dem Weg zu gehen. Lediglich die Magd Lissy (Yvonne Rotter) bietet dem Bauern mit ihren provozierenden Sprüchen und Liedeinlagen die Stirn. Ganz besonders gereizt reagiert der Bauer, wenn man seinen geliebten Karl-May-Büchern zu nahe kommt. Das muss auch Ehefrau und Bäuerin Gunda (Tanja Persch) erfahren, als sie sich daran macht, die Büchersammlung abzustauben.

Doch dann passiert’s: Als die Launenhaftigkeit des Bauern wieder mal ihren Höhepunkt erreicht hat, fällt ihm ein Dachziegel auf den Kopf. Zunächst etwas betäubt und danach wie umgewandelt herrscht nun Ramba-Zamba im Kopf des Bauern. Bauer Kilian wähnt sich von nun an im Wilden Westen und hält sich für Winnetou, den Apachenhäuptling. Dr. Dr. Hannes Träutel (Georg Kiehbacher), ein Psychiater mit femininen Anwandlungen und Freund des Hauses, diagnostiziert eine Hirnschädigung.

Einzige Möglichkeit die Krankheit zu therapieren ist, dem Kranken nicht zu widersprechen. Also muss die gesamte Umwelt des Bauern bei der Wildwestklamotte mitmachen. Der Vater der Bäuerin, Lenz (Peter Persch), findet das ganz besonders lustig, war er doch immer schon mit den Nachbarskindern auf Kriegspfad mit den Stamm der Komantschen. Umso leichter fällt ihm dann auch die Rolle des Trappers Sam Hawkens. Die Pfarrersköchin Rosamunde (Sabine Marek) muss sich den Angriffen Winnetous erwehren, der sie für Ribanna, die Tochter des Indianerhäuptlings der Tahschatunga hält. Und Bauer Kilian ist in der Rolle des Winnetou vom streitsüchtigen Tyrannen zum friedfertigen und weisen Apachenhäuptling mutiert. Sogar mit dem Pfarrer, den er als seinen weisen Lehrer Klekih-petra ansieht, raucht er die Friedenspfeife. „Weißer Mann spricht mit gespaltener Zunge“ verweist er den windigen Grundstücksaufkäufer und Bauunternehmer Raimund (Sven Rotter) hinfort. Der Knecht des Bauern, Theo (Patrick Persch), läuft inzwischen Amok. Und Förster Lambert (Matthias Rotter) hat in dem ganzen Tohuwabohu seine Jagdbeute am Zaun des Pfarrhofes hängen lassen. Als Winnetou dann die Besucher des Theaters für eine Horde Büffel auf den unendlichen Weiten seines Apachenlandes hält, wird es der Bauersfrau Gunda zu bunt. Sie greift zur Bratpfanne...

Bei der überaus kurzweiligen Aufführung mit Gags am laufenden Band zeigten sich die Darsteller in Bestform. Das Publikum quittierte die gekonnten Szenen mit vielfachem Zwischenapplaus. Am Ende der Vorstellung waren die Besucher hellauf begeistert. Regie führte Regina Persch und als Souffleuse agierte Anita Rotter.

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