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Wir Kunden haben es selbst in der Hand

Wir Kunden haben es selbst in der Hand
Kommentar Von Till Hofmann
21.02.2020

Ein Restaurant öffnet demnächst in Günzburg, ein Supermarkt schließt. Das hat alles mit uns Verbrauchern zu tun - und wie wir uns verhalten.

Der erste Eindruck ist ein überaus positiver: Da scheint die Stadt Günzburg mit dem neuen Pächter für das Forum am Hofgarten (Catering für die Veranstaltungen im Kultur- und Tagungszentrum und Betrieb der dazugehörigen Gaststätte) einen guten Griff getan zu haben. Gastronom Gurdev Daniel Singh ist zwar erst 34 Jahre alt, kennt die Branche aber seit fast 20 Jahren. Einer der Vorteile dürfte sein, dass der Chef vor Ort fast immer anzutreffen ist. Er richtet sich im Forum ein Büro ein. Auch kleine Probleme, die im Alltagsgeschäft entstehen, können so schnell gelöst werden. Jedenfalls gibt es einen Ansprechpartner dafür.

Die Familie ist seit 1994 in Leipheim tätig und betreibt dort das „Portobello“. Die Beteiligten können also erahnen, worauf sie sich einlassen. Intensive Gespräche und ein umfangreicher Anforderungskatalog sind zusätzliche Elemente, die den Günzburger Stadträten dabei halfen, sich für diesen Pächter aus der Region zu entscheiden.

Der Gastwirt wird mit der örtlichen Brauerei kooperieren. Dies untermauert, dass regionale Partnerschaften nicht nur propagiert, sondern auch praktiziert werden. Wenn es mit der Qualität passt – warum in die Ferne schweifen?

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Wirtschafts-Standort Günzburg

Wenn das „Soulfood“ – so der Name des neuen Restaurants im Forum – in wenigen Wochen eröffnet, ist der Wirtschafts-Standort Günzburg wieder um ein Lokal gestärkt. In diesem Segment macht die Kleinstadt Günzburg ohnehin vielen größeren Städten etwas vor. Es dürfte nicht viele Innenstädte geben, in denen auf kurzer Distanz so viele Gastwirtschaften ihr Auskommen haben. Die „harte Winterzeit“ ist bald vorbei. Legoland macht in wenigen Wochen auf. Davon profitiert dann auch selbstverständlich die heimische Gastronomie.

Wo Licht ist, da ist auch Schatten. Und der fällt leider auf ein traditionsreiches Reisensburger Einzelhandelsgeschäft, dessen Tage gezählt sind: Milch Mayer wird es nicht mehr lange geben. Nach 80 Jahren ist Schluss. Allgemeines Bedauern in der Öffentlichkeit, Achselzucken – und dann geht’s zum Einkauf in einen der nächsten Discounter, die mit ihrem Potenzial im Laden fast schon eine Lebensmittel-Glitzerwelt à la Hollywood produzieren können. Da fällt ein Supermarkt, der alles andere als ein verstaubter Tante-Emma-Laden ist, aber doch nicht so modern daherkommt, ab.

Und deshalb muss sich niemand wundern, wenn das Lebensmittelgeschäft, das in dritter Generation geführt wird, demnächst nie mehr öffnet.

Und erst recht muss das nicht von denjenigen bedauert werden, die mit ihrer Entscheidung, dort nicht einzukaufen, zum Aus von Milch Mayer beigetragen haben.

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