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05.03.2009

"Wir brauchen ein Konzept und Profis, die es umsetzen"

Günzburg Wohin geht die Reise? Wo will Günzburg in zehn Jahren stehen? Ist die Stadt noch attraktiv genug? Was kann man besser machen? Mit diesen Fragen beschäftigen sich Wirtschaftsvereinigung und Werbegemeinschaft Günzburg seit geraumer Zeit. Übereinstimmend kommen sie zum Ergebnis: Es muss ein Gesamtkonzept her, die Vision und eine systematische Planung fehlen. "Vieles entsteht hier aufgrund des Zufallsprinzips", sagt Susanne Ganser von der Werbegemeinschaft. "Und viele Kinder sind schon in den Brunnen gefallen", ergänzt Hermann Hutter. Der Vertreter der Wirtschaftsvereinigung denkt dabei an das Gewerbegebiet "13" an der Ulmer Straße, das als Einkaufszentrum der Innenstadt viel Kaufkraft entzogen habe.

Leer stehende Läden, das Blumengeschäft, das die Markthalle "Beim Fritz" verlässt, die Augsburger und Bahnhofstraße mit ihren ungelösten Problemen, und jetzt auch noch der Kaufring, der mitten in der Innenstadt 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche schließt. "Die Frage ist, warum?", so Hutter. Dem gegenüber steht beispielsweise Memmingen. Die Stadt im Allgäu habe doppelt so viele Einwohner wie Günzburg (rund 40 000), aber einen dreimal so hohen Einzelhandels-Umsatz, berichtet Hutter. "Günzburg ist ein Filetstück in Süddeutschland. Aber sein Potenzial ist noch nicht ausgeschöpft", glaubt er. Günzburg müsse das Ziel haben, ein "Gewinner-Standort" zu sein.

Schule und Arztpraxen haben die Innenstadt verlassen

Brisant sei die Entwicklung deshalb, weil die Bevölkerungszahl Günzburg seit Jahren bei rund 19 700 stagniert und die Konsumausgaben sinken, so Ganser. Immer mehr Fachgeschäfte hörten auf. Doch gerade die garantierten den Branchenmix in der Innenstadt, der so dringend gewünscht sei.

"Wir brauchen ein Konzept und Profis, die es umsetzen"

Dazu gehörten auch die Dienstleister. Die Altstadt Günzburgs habe nicht nur die Grundschule Südost verloren, sondern auch Ärzte, die sich am Stadtrand angesiedelt hätten, bedauern Peter Schleifer, Hermann Hutter, Stefan Holder und Susanne Ganser. "Wenn es weiter heißt ,Massenware statt Spezialisten' und ,Quadratmeter anstelle von Personal', wird die Kernstadt als Einkaufsmagnet an Bedeutung verlieren", befürchtet Hutter.

Musiksommer und Semmeltaste seien gut, aber nicht ausreichend. "Wir brauchen ein Konzept und Leute, die das umsetzen", so die Wirtschaftsvertreter. Gefragt seien Profis für das Citymanagement und Stadtmarketing. Hutter: "Ein Koordinator fehlt." Schleifer: "Es kann nicht sein, dass fünf Stellplätze, die zu wenig gekauft wurden, darüber entscheiden, ob man eine Hanggarage baut oder nicht." Hier gehe es um eine grundsätzliche mittel- und langfristige Entscheidung.

Das Quartett will der Stadtverwaltung nicht absprechen, dass sie sich nicht bemühe. "Das Verhältnis ist gut, man redet mit uns. Ich würde mir nur wünschen, öfter", so Schleifer. Die Sprecher der heimischen Wirtschaft sind bereit, an einem gemeinsamen Konzept mitzuarbeiten. Es dürfe aber keine "sündteure Luftnummer" sein, die - wie das Leitbild Stadtentwicklung - gleich in die Schublade verschwindet. Und man wünscht sich in Sachen Wirtschaft ein schärferes Profil in den örtlichen Parteien und mehr Diskussion im Stadtrat.

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