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Leipheim

15.04.2019

Wo Busse und Lastwagen in der Luft schweben

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Mit zwei Autokränen wurde ein umgestürzter Reisebus geborgen. Einige Gäste verfolgten das Geschehen aus einem Korb in luftiger Höhe an einem weiteren Autokran.

Zum Tag der offenen Tür kommen mehrere tausend Besucher nach Leipheim in die neue Firmenzentrale von Hölldobler. Darunter sind auch viele Einsatzkräfte.

Sie ist nicht zu übersehen, die neue Firmenzentrale der Firma Hölldobler in Leipheim – vor allem nicht an diesem Sonntag. Nicht nur, dass acht Autokräne ihre Hälse in die Höhe recken: An zwei davon schwebt sogar ein kompletter Sattelzug über dem Boden. Eine ganze Reihe weiterer Fahrzeuge aus dem Fuhrpark steht hinter dem Tor Spalier. Mehrere tausend Besucher kamen am Sonntag zum Tag der offenen Tür, am Samstag hatte das Unternehmen bereits mit Mitarbeitern, Geschäftspartnern und den am Bau beteiligten Unternehmen gefeiert.

Ein Neunsitzer wird an den Haken gelegt

„Man muss ja auch wissen, was da alles passiert“, sagt der Besucher aus Leipheim. Gerade steigt er in den Korb, der an dem 130-Tonnen-Kran hängt, um sich Leipheim und das Gewerbegebiet von oben anzusehen, aus 80 Metern Höhe. Die Schlange der Besucher, die das auch wollen, ist lang. Etwas ruhiger geht es etwas weiter entfernt zu. Hier lässt Autokranführer Michael Mayer die kleineren Besucher die Hebel seines Krans bedienen und sich im Kreis drehen. Das gefällt der dreijährigen Lorena und dem achtjährigen Kai, beide aus Günzburg, besonders gut. Einige Meter weiter wird ein Neunsitzer an den Haken gelegt und ein tiefergelegter Audi A3 huckepack genommen.

Einmal die Hebel in einem Autokran bedienen: Lorena (drei Jahre) aus Günzburg hat es gefallen.

„Jetzt mach’ mer a richtige Sauerei“, schallt die Stimme von Radio-Moderator Jürgen Ortlieb (Donau3FM), der den Tag mit flotten Sprüchen moderiert und das Geschehen kommentiert, durch die Lautsprecher. Mit einer Mischung aus Diesel, Altöl und Farbe führt Hölldobler-Mitarbeiter Andreas Hawlitschek das Beseitigen einer Ölspur mit modernster Technik vor. In der Halle daneben unterhält die Stadtkapelle Leipheim, während im Hintergrund an einer Leinwand Bilder aus den Anfängen des Unternehmens bis zur Gegenwart gezeigt werden.

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Wenn es nachts auf der Autobahn kracht, sind die Mitarbeiter gefragt

In einer Führung durch die Gebäude können sich die Besucher nicht nur über die neuen Büroräume, sondern auch über die moderne Werkstatt, samt Karosseriebau, Achsvermessung und firmeneigener Lackiererei informieren. In den vergangenen zehn Jahren habe sich das Unternehmen gewaltig vergrößert, erklärt Mitarbeiter Matthias Werner. Nun habe man alles im eigenen Haus und damit kurze Wege. Derzeit beschäftigt das Unternehmen um Firmeninhaber Stefan Hölldobler rund 60 Mitarbeiter inklusive Aushilfen. „Ein familiärer Betrieb, das Team ist alles“, fügt Werner hinzu. „Wenn’s in der Nacht auf der Autobahn kracht, sind sofort zehn Mann da – oder auch Frau.“ Das Unternehmen beschäftige auch einige weibliche Mitarbeiter, darunter sogar zwei Autokranführerinnen.

Mehrere Tausend Besucher kamen am Sonntag zum Tag der offenen Tür der Firma Hölldobler und der neuen Firmenzentrale. Zum Programm gehörte auch das Nachstellen eines Verkehrsunfalls zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr Leipheim und dem BRK.

Am Nachmittag wird ein Verkehrsunfall nachgestellt und die Bergung der Verletzten durch knapp 20 Aktive der Freiwilligen Feuerwehr Leipheim mit der Rettungsschere sowie mit Mitarbeiten des Bayerischen Roten Kreuzes demonstriert. Zwei Hölldobler-Abschleppfahrzeuge nehmen am Ende die verunfallten Autos auf, der Rest ist Sache der Kehrmaschine.

Vor allem die Einsatzkräfte schauen genau hin

Werner fährt fort: „Die Leute sollen sehen, was bei uns abläuft und wie spielerisch man einen Reisebus bewegen kann.“ Auch das wird gezeigt: Ein 30- und ein 60-Tonnen-Kran ziehen im Anschluss einen ausgedienten und auf der Seite liegenden Omnibus nach oben, drehen ihn um 90 Grad und setzen ihn auf die Räder, bevor das Bergefahrzeug diesen aufnimmt und vom Gelände zieht. Unter den Besucher sind am Sonntag auch viele Aktive aus verschiedenen Feuerwehren im Landkreis. „Als Feuerwehrler sieht man sich das an“, bemerkt der Burgauer, der mit seiner Familie gekommen ist. Bei einem Einsatz auf der Autobahn bleibt nicht zu viel Zeit zum Schauen – dann arbeiten Einsatzkräfte und Bergeunternehmen Hand in Hand zusammen.

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