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Günzburg

15.03.2018

Wo Wasserburger wohnen werden

Aus der Gewerbebrache Minholz in Wasserburg soll ein Wohngebiet werden: Auf dem großen Areal im Herzen des Günzburger Stadtteils können etwa 31 Wohnhäuser entstehen. Besitzer der 2,24 Hektar großen Fläche sind ein Fertighaushersteller und eine Immobilienfirma.
Bild: Bernhard Weizenegger

Die Gewerbebrache Minholz soll Platz für mehr als 30 Wohnhäuser bieten. Warum sich die Vorbereitung über viele Jahre hingezogen hat.

Was lange währt, wird endlich gut – nicht nur einmal fiel dieser Satz in der Sitzung des Günzburger Bauausschusses am Montagabend. Die Stadträte hatten im öffentlichen Teil der Sitzung nur ein Thema auf der Tagesordnung – doch das hat eine lange Vorgeschichte.

Das Gelände im Stadtteil Wasserburg kennen Bahnpendler auf der Strecke Günzburg-Mindelheim gut: Die Gleise führen direkt an der Gewerbebrache der Firma Minholz vorbei, die schon seit mehreren Jahren als mögliches Baugebiet im Gespräch ist. Auf dem ehemaligen Firmengelände waren zeitweise Fahrzeuge untergestellt, ab und an wurde dort auch etwas umgebaut – glücklich war man in der Nachbarschaft nicht über den Zustand. Gleichzeitig hatten sich die Wasserburger weitere Bauplätze in ihrem Stadtteil gewünscht. Im Oktober 2012 hatte der Bauausschuss in nichtöffentlicher Sitzung bereits einmal über ein Wohnbauprojekt auf dem Gelände gesprochen, zwischenzeitlich hat jedoch auch der Grundstückseigentümer gewechselt. Jetzt gehören die etwa 2,24 Hektar der Heidenheimer Fertighaus-Firma Lehner-Haus und der Firma Klischke Immobilien-Dienste aus Weißenhorn.

„Wir haben an dieser Stelle eine spannende und nicht ganz einfache Gemengenlage“, so Oberbürgermeister Gerhard Jauernig. Die nahe gelegene Niederlassung der Firma Arkema als wichtiger Arbeitgeber, die Bahnlinie und die bestehende Nachbarschaft aus Wohnhäusern müssen bei der Aufstellung des Bebauungsplans mit einbezogen werden. „Wir haben uns deshalb fachliche Begleitung durch den TÜV geholt“, erklärte Jauernig. Das entsprechende Gutachten vom Dezember habe das Bayerische Landesamt für Umwelt im Januar als „plausibel und nachvollziehbar“ bewertet. Der Aufstellung des Bebauungsplans für das Areal dürfte also kaum etwas im Wege stehen.

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Vorgesehen sind ausschließlich Wohnhäuser – insgesamt etwa 31 freistehende Einfamilienhäuser und Doppelhäuser mit bis zu zwei Geschossen. Laut Konzept wären auf den nördlich angrenzenden Wohngebäuden in Anlehnung an den Bestand auch dreigeschossige Gebäude angedacht. Das fanden jedoch mehrere Stadträte nicht gut. Manfred Proksch (FWG) sagte, drei Geschosse mit elf Metern Maximalhöhe seien zu hoch, „vor allem in Verbindung mit einem Satteldach“. Auch Simone Riemenschneider-Blatter (SPD) und Angelika Fischer (GBL) äußerten Bedenken, da die hohen Gebäude Einschränkungen für die Nachbarn bringen könnten. Diese Bedenken sollen nun auch bei der Beratung des Bebauungsplans mit einbezogen werden.

Was sonst geplant ist, fand einhellige Zustimmung im Gremium: So sollen die Gebäude entlang der Bahnlinie aus Lärmschutzgründen eine geschlossene Baureihe mit entsprechenden Schallschutzvorkehrungen bilden. Auf den 500 bis etwa 770 Quadratmeter großen Grundstücken können Häuser mit Sattel-, Walm- und Pultdächern entstehen, entlang der Bahnlinie Flachdächer. Drei Straßen dienen der Erschließung des neuen Wohnquartiers: Über die Verlängerung der Ortsstraße, den Rußbaumweg und eine neue Anbindung von der Straße Am Rain kommt man auf die Ringerschließung des Areals. Dazwischen soll es dann auch öffentliche Besucherparkplätze und Bäume geben.

Ein großes Thema bleibt noch die Bahn. Die hatte gefordert, im Plangebiet eine Sichtfläche vorzusehen, die eine Bahngeschwindigkeit von 80 Stundenkilometern ermöglicht. Um den nahe gelegenen, unbeschrankten Bahnübergang in Wasserburg hatte es immer wieder Diskussionen gegeben. Oberbürgermeister Jauernig erinnerte an Gespräche, an denen sich auch die örtlichen Abgeordneten immer wieder beteiligt hatten. Hoffnung auf Einsicht seitens der Bahn ist noch immer da – der Oberbürgermeister erinnerte daran, dass Verantwortliche der Bahn eine Beschrankung des Übergangs an der Ulmer Straße ebenfalls für unmöglich erklärt hatten – bis entsprechender Druck seitens der Politik zu einer Veränderung und einem deutlich sichereren Übergang mit Schranke geführt hätten. Dass mit dem Baugebiet auf einer ehemaligen Gewerbebrache dem Flächenverbrauch entgegengewirkt und dringend nachgefragter Wohnraum in Günzburg geschaffen werden kann, freute jedenfalls alle Ausschussmitglieder. Sie stimmten dem Vorentwurf einhellig zu.

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