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Betreuung

02.02.2019

Wohin mit den Kindern?

Der Kindergarten in der Gemeinde Gund-remmingen.
Bild: Peter Wieser

Im Gundremminger Kindergarten könnte es künftig eng werden. Wie die Gemeinde reagiert

Wird der Platz im Gundremminger Kindergarten in absehbarer Zeit noch ausreichen? Genehmigt ist dieser für 64 Kinder, aufgeteilt in drei Gruppen mit 14 Krippen- und 50 Kindergartenkindern. Am Dienstag fanden die Anmeldungen für das Kindergartenjahr 2019/2020 statt, womit feststeht: Ab September werde eine Ausbuchung von 100 Prozent vorliegen, wie Bürgermeister Tobias Bühler (CSU) in der Sitzung des Gundremminger Gemeinderats am Donnerstag informierte.

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Gleichzeitig stellte er die Veränderungen der vergangenen Jahre dar. Von 2010 bis 2018 hat sich die durchschnittliche Zahl der Kinder je Tag von 39 auf 61 erhöht. Im Hinblick auf den Förderbedarf nach den Kriterien des bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetzes bedeutet dies bei den tatsächlichen Buchungsstunden einen Mehraufwand von 84 Prozent seit 2010. Auch kämen die Kinder immer regelmäßiger bereits im frühen Alter und blieben damit doppelt so lange im Kindergarten als im Vergleich zu früher. Weiter sei zu bedenken, dass es ab April 2019 für Kinder ab dem dritten Lebensjahr einen monatlichen Zuschuss von 100 Euro gebe. Dies führe dazu, dass der Kindergarten in Gundremmingen aufgrund der unter diesem Betrag liegenden Elternbeiträge für diese Kinder kostenlos werde. Zudem könnte die Regelung der flexiblen Einschulung dazu führen, dass manche Kinder den Kindergarten noch ein weiteres Jahr besuchen. „Die Buchungen werden nach oben gehen.“ Man werde in kürzester Zeit handeln müssen. Schon jetzt sei die Situation bei den Schlafplätzen sehr beengt.

Möglichkeiten gäbe es schon, wie die Vorschläge der Ratsmitglieder zeigten. So könnten etwa die Räume im Erdgeschoss des oberen Gebäudes des geplanten Mehrgenerationenhauses eine Alternative bieten, nachdem dieses zudem an den Garten des Kindergartens anschließt. Auch die Räume im Obergeschoss des alten Rathauses, in dem sich der Dorfladen befindet, könnten eine Möglichkeit darstellen. Dort allerdings existiert kein zweiter Fluchtweg. Eine entsprechende Lösung mit einem Umbau ginge schneller als ein Neubau und es wäre alles beisammen, sagte Robert Baur (CSU). Auch ein Aufstocken des Kindergartens in Trockenbauweise könnte möglicherweise in einer Bauzeit von einem halben Jahr abgeschlossen sein, so Willi Schiele (GfG). Ernst Böck (Freie Wähler) schlug eine Begehung des Kindergartens vor, um sich ein genaues Bild zu machen – diese erfolgte noch am selben Abend. Die Gemeinde wird sich weiter mit dem Thema Kindergarten auseinandersetzen. Robert Baur hatten es zuvor schon auf den Punkt gebracht, indem er auf neue Siedlungsgebiete verwiesen hatte: „Die Kinder werden nicht weniger.“

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Weiter wurde am Donnerstag Zweiter Bürgermeister Anton Frei (GfG) als Vertreter von Bürgermeister Bühler im Verwaltungsrat bei der Verkehrsüberwachung Schwaben-Mitte bestimmt. Finanziell bringe die Verkehrsüberwachung für die Gemeinde im Jahr Verluste in Höhe von rund 3000 Euro, beantwortete Bühler die Frage von Friedrich-Josef Heidel (CSU). Man habe die Geschwindigkeitsmessungen momentan etwas reduziert, werde aber weiterhin daran festhalten. Erziehung funktioniere nur über den Geldbeutel.

Gedanken wird man sich auch darüber machen, Sitzungsunterlagen künftig papierlos zu gestalten. Dazu hatte Bertram Fischer (CSU) aufgrund der vielen Ausdrucke angeregt. Friedrich-Josef Heidel erinnerte an den Spatenstich für das neue Holzwerk der Firma Scheiffele-Schmiederer am Montag und dass die Gewerbeflächen erschöpft seien. Man solle weiterhin Flächen erwerben, um ein neues Gewerbegebiet zu schaffen. Man versuche, was möglich sei, aber es sei derzeit schwierig, entgegnete Bürgermeister Bühler, der aber auch die regelmäßigen Anfragen von Unternehmen und bauwilligen Privatpersonen bestätigte. Es solle sich jedoch nicht das Ortsbild ändern – ein Dorf solle ein Dorf bleiben, und man müsse sich auch Gedanken über die Entwicklung und Verkäufe innerorts machen, so Markus Wecker (GfG) und Lothar Grimm (Freie Wähler). (wpet)

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