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Günzburg

19.03.2020

Wohnraum: Neue Pläne für das Alfonsianum

Die ehemalige private Wirtschaftsschule an der Ulmer Straße in Günzburg soll in ein Wohnhaus mit 15 Wohnungen umgebaut werden.
Bild: Bernhard Weizenegger

Plus Das Gebäude an der Ulmer Straße hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Nun sollen dort Wohnungen entstehen. Mit einer Idee ist der Bauausschuss nicht glücklich.

Das Alfonsianum ist eines der markantesten Gebäude Günzburgs. Eines, das in seiner mehr als 100-jährigen Geschichte unterschiedlichst genutzt wurde – und das vor wenigen Jahren für Aufruhr sorgte. Nun soll ein neues, erfreuliches Kapitel aufgeschlagen werden. In dem Gebäude zwischen der Ulmer Straße und der Butzengünz soll Wohnraum geschaffen werden – und zwar nicht gerade wenig.

Dem Stadtbauamt Günzburg liegt ein Antrag vor, das Alfonsianum umzubauen und damit Wohnraum zu schaffen. Insgesamt sollen 15 Wohneinheiten entstehen, 14 davon barrierefrei. Aus diesem Grund möchte der Bauherr einen Fahrstuhl einbauen. Auf der West- und Südseite sollen Balkone angebaut werden.

Günzburger Stadträte loben Idee der barrierefreien Wohnungen

Oberbürgermeister Gerhard Jauernig sprach sich in der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses für den geplanten Umbau aus: „Die Geschichte Günzburgs ist mit dieser markanten Stelle verbunden. Ich sehe den Umbau positiv.“ Dass nun Wohnraum in dem fast komplett leer stehenden Gebäude entstehen soll, kam nicht nur bei Jauernig gut an. SPD-Stadtrat Siegfried Ranz hob das dominante Gebäude mit seinem Mansardwaldmach wegen seiner „sehr schönen Fassade“ hervor. Ihm gefalle vor allem die Idee der barrierefreien Wohnungen. Er erkannte aber zugleich ein Problem: den äußerst belebten Pfarrhofplatz und dem damit verbunden Lärm sowie der nicht allzu guten Luftverhältnisse. Es müssten entsprechende Maßnahmen getroffen werden, um die zukünftigen Bewohner davor zu schützen.

Zweiter Bürgermeister Anton Gollmitzer (FWG) sah gleich mehrere positive Aspekte des Vorhabens: Durch den Umbau entstehe nicht nur neuer Wohnraum, sondern es muss auch keine zusätzliche Fläche versiegelt werden. Stadtbaumeister Georg Dietze erklärte, dass das Alfonsianum nicht unter Denkmalschutz stehe und er davon ausgehe, dass die imposante Fassade sich nicht verändern werde.

Günter Treutlein hat Bedenken wegen der Stellplätze am Alfonsianum

Einige Bedenken wegen der geplanten Stellplätze hat CSU-Stadtrat Günter Treutlein. Er will die Komplettversiegelung des Hofs vermeiden und hat die Sorge, dass die angedachten 19 Stellplätze für die 15 Wohnungen nicht ausreichen. „Sollte es in der heutigen Zeit nicht 1,5 bis doppelt so viele Stellplätze wie Wohnungen geben?“, wollte Treutlein wissen. Oberbürgermeister Jauernig kündigte an, dass dies Gegenstand der Baugenehmigung sein wird.

Der Ausschuss genehmigte den Vorbescheid für die Nutzungsänderung und die Umnutzung des Alfonsianums einstimmig. „Wir können froh sein, dass dort Wohnungen entstehen. Vor allem wenn man bedenkt, was wir vor 16 Jahren gerade noch verhindern konnten“, sagte UWB-Stadtrat Ferdinand Munk. Damals wollte der Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) das Alfonsianum kaufen und auf dem Gelände ein Bildungszentrum mit Koranschule errichten.

Entlang der Butzengünz soll ein Grünstreifen erhalten bleiben

Der Bau- und Umweltausschuss sprach sich zwar für den Umbau des Alfonsianums, aber gegen den geplanten Neubau eines Einfamilienhauses im südöstlichen Bereichs des Geländes aus. Denn dort fließt die Butzengünz, deren Uferbereich durch einen zehn Meter breiten begrünten Streifen weiter geschützt und zugleich als wohnortnaher Erholungsort dienen soll. „Wir dürfen den Fehler, der auf der Südseite der Butzengünz gemacht wurde, nicht wiederholen, sondern den Grünstreifen erhalten“, sagte Treutlein. Auch für Angelika Fischer (GBL) kam ein Einfamilienhaus an dieser Stelle nicht infrage: „Da ist außerdem überhaupt kein Platz.“ Ferdinand Munk sagte, dass man aufpassen müsse, nicht zu dicht zu bebauen. Der Ausschuss war sich einig, den Antrag auf Vorbescheid für das geplante Einfamilienhaus abzulehnen.

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