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Gesundheit

17.06.2017

„Zitrone ist ausgepresst“: Unterschriften für mehr Klinikpersonal

Unterhalb des Stadtturms in Günzburg ist für eine Ausstattung der Krankenhäuser mit mehr Personal demonstriert worden. Tausende Unterschriften wurden an den Bundestagsabgeordneten Georg Nüßlein (CSU) als Mitglied der Expertenkommission Pflege übergeben.
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Unterhalb des Stadtturms in Günzburg ist für eine Ausstattung der Krankenhäuser mit mehr Personal demonstriert worden. Tausende Unterschriften wurden an den Bundestagsabgeordneten Georg Nüßlein (CSU) als Mitglied der Expertenkommission Pflege übergeben.
Bild: Christian Kirstges

Die Gewerkschaft Verdi startet ihren bayernweiten Aktionstag in Günzburg. Dazu hat sie auch einen wichtigen Politiker aus der Region eingeladen - aus gutem Grund.

Auf gelben Sprechblasen steht das, was dem Pflegepersonal in Krankenhäuern von Patienten gesagt wird. „Ich muss mal“, „Hilfe, wo bin ich?“, „Mir ist übel“, „Ich bin gestürzt!“ Auf die Wünsche und Bedürfnisse der hilfebedürftigen Menschen können die Klinikmitarbeiter nicht so reagieren, wie sie es wollen. Sie sind zu wenige. Die Gewerkschaft Verdi spricht von einer „dramatischen Personalsituation in den Krankenhäusern“. In einem bayernweiten Aktionstag wollen sie zwölf Wochen vor der Bundestagswahl darauf aufmerksam machen. Am Freitag war der Auftakt in Günzburg. Am heutigen Samstag folgen Kundgebungen in Bamberg, Regensburg, Fürth und Ingolstadt.

9055 Unterschriften „für mehr Krankenhauspersonal“ sind in Schwaben zusammengekommen. Sie wurden am Freitagnachmittag dem örtlichen CSU-Bundestagsabgeordneten Georg Nüßlein überreicht. Die szenische Darstellung amüsierte den Politiker. „Aber ich nehme diese Sache sehr ernst“, sagte der Gesundheitsexperte. Das Anliegen sei berechtigt.

Zuvor hatte Stefan Jagel, Gewerkschaftssekretär im Verdi-Bezirk Augsburg, verdeutlicht, wie schlecht es um das Gesundheitswesen im Pflegebereich steht. Allein in Bayern fehlten 21000 Pflegekräfte, in Schwaben seien es 3000. „Es gibt keine gesetzliche Personalbemessung. Und die fordern wir.“

Die Verdi-Ortsvorsitzende Helga Springer-Gloning hält eine Effizienz-Steigerung, wie immer wieder für das Gesundheitswesen gefordert wird, für das Personal in den Krankenhäusern nicht für möglich. „Diese Zitrone ist ausgepresst. Da können sie drücken wie sie wollen, es kommt nichts mehr raus.“

Nüßlein erwähnte Programme, die den Pflegebereich finanziell entlassen sollen. Gleichzeitig mahnte er die Selbstverwaltung (Kassen, Deutsche Krankenhausgesellschaft) zu mehr Tempo. „Das geht zu zäh voran.“ Mit Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer sei er sich einig, dass die nächste Bundesregierung die Bedeutung der medizinischen Grundversorgung durch Krankenhäuser im ländlichen Raum stärker gewichten müsse. Und Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) werde Dienstagvormittag beim Jour fixe in Berlin zuerst die in Günzburg überreichten schwäbischen Unterschriften in Händen halten, versprach Nüßlein auf dem Podium unter dem Verdi-Sonnenschirm. ioa

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