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Günzburg

26.04.2019

Zoff im Legoland endet mit Haftstrafe

Ein ehemaliger Mitarbeiter des Legolands in Günzburg hat einen Kollegen geschlagen. Dafür wurde er nun verurteilt.
Bild: Bernhard Weizenegger (Archiv)

Ein Ex-Mitarbeiter des Freizeitparks hatte aus Eifersucht einen Kollegen geschlagen. Warum der Fall erst jetzt vor dem Amtsgericht Günzburg verhandelt wurde.

Eifersucht ist nicht gerade die beste Voraussetzung für reibungslose kollegiale Zusammenarbeit. Wegen seiner Ex-Freundin ist ein zur Tatzeit im Legoland beschäftigter 26-Jähriger ausgerastet. Er schlug und trat seinen vermeintlichen Nebenbuhler so heftig, dass der drei Wochen krank geschrieben war. Wegen Beleidigung und gefährlicher Körperverletzung wurde der Täter nun zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

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Der Vorfall an einem Fahrgeschäft in dem Freizeitpark spielte sich bereits Ende August 2017 ab, die Anklage der Staatsanwaltschaft war im November fertig. Doch zur Verhandlung bei Amtsrichter Martin Kramer kam es erst mit mehr als einjähriger Verzögerung, weil der Angeklagte nicht greifbar war. Der war in den vergangenen Monaten mehrfach umgezogen, hatte seinen Wohnsitz aber nicht korrekt angemeldet, wie ihm angekreidet wurde.

Das Opfer arbeitete am gleichen Fahrgeschäft

Was war passiert? Zwischen zwei jungen Männern brodelte es wegen einer früheren Freundin des Angeklagten. Er vermutete, dass sein Kollege, der am gleichen Fahrgeschäft arbeitete, ihm die Frau ausgespannt habe, wie er sein Motiv erklärte. Außerdem fühlte er sich von dem gleichaltrigen mutmaßlichen Nebenbuhler ständig gegängelt. An dem heißen Augusttag eskalierte die Situation. Der Angeklagte beleidigte das Opfer zunächst, dann schlug er zu, so die Staatsanwaltschaft. Und zwar erst mit der Faust ins Gesicht und dann zwei- bis dreimal auf den Kopf. Als der Kollege flüchten wollte, stoppte ihn der Angeklagte. Das Opfer stürzte und zog sich Schürfwunden zu. Das reichte dem Täter aber noch nicht: Er drückte dem 26-Jährigen das Gesicht auf den Boden, schlug mit der Faust in dessen Rücken und trat schließlich auch noch mit seinem beschuhten Fuß. Die Folgen waren erhebliche Kopfschmerzen, Prellungen an Brust und Lendenwirbelsäule mit dreiwöchigem Arbeitsausfall.

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„Ich weiß nicht mehr so richtig, was damals passiert ist“, meinte der Angeklagte, er hatte wohl einen Blackout. Der Arbeitskollege habe ihn über Wochen und Monate provoziert, ihn bei Kumpels schlecht gemacht. Bei der polizeilichen Aussage kurz nach der Attacke war das Erinnerungsvermögen noch besser. Da hatte er Schläge eingeräumt, wie ihm Richter Kramer vorhielt. „Es kann sein“, räumte der Angeklagte vor Gericht ein. Damals hatte er auch gesagt, dass es um eine Freundin gegangen sei. Täter und Opfer hatten damals am gleichen Fahrgeschäft gearbeitet.

Plötzlich hatte er die Faust im Gesicht

Der eine war für die Aufsicht in einer Hütte zuständig, der andere für den Zugang der Gäste. Er habe die Positionen wechseln wollen, sagte das 26-jährige Opfer als Zeuge, um sich in der Hütte vor der spätsommerlichen Sonne zu schützen. Zu einer intensiveren Unterhaltung sei es nicht gekommen, plötzlich „hatte ich schon die erste Faust im Gesicht“. Als er versuchte, wegzukommen, sei er gestolpert und gestürzt, dann habe ihn der Angeklagte noch einmal geschlagen und getreten. Als Folge des Übergriffs wurde dem Angeklagten gekündigt, er hat aber wieder einen Job als Maschinenführer im nördlichen Landkreis.

Die Geschichte mit der Ex-Freundin war für die Staatsanwältin kein Grund für die gefährliche Körperverletzung, da die Trennung bereits ein halbes Jahr zurück lag. Sie forderte für die Beleidigung und für das Gewaltdelikt eine Freiheitsstrafe von elf Monaten auf Bewährung sowie eine Geldauflage von 2000 Euro. Diesen Antrag hielt der Angeklagte in seinem Schlusswort für ungerechtfertigt. Mit einer neunmonatigen Haftstrafe und dreijähriger Bewährung blieb Richter Kramer in seinem Urteil knapp darunter. Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft hätten sich weitgehend bestätigt, der Zeuge habe zum Vorfall sehr präzise Angaben ohne Belastungseifer gemacht. Bei Faustschlägen und Fußtritten „hört jedes Verständnis auf“, sagte der Richter, außerdem habe der Angeklagte keinerlei Reue gezeigt oder sich gar entschuldigt. Der 26-Jährige muss zusätzlich eine Geldauflage von 2000 Euro zugunsten der psychiatrischen Beratungsstelle der Caritas zahlen.

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