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Städte- und Gemeindebund fordert Ausweitung der Maskenpflicht in Deutschland

02.03.2009

Zur richtigen Zeit

Ulm (mick) - Satt und beinahe schrill wummern die Bässe aus den kleinen rechteckigen Lautsprechern, die am Computer angeschlossen sind. Auf dem Bildschirm ist eine top gestylte, bildhübsche junge Frau zu sehen, die inmitten einer wilden Klub-Party energetisch über die Bühne tanzt. Sie rappt einen englischen Text in das Mikrofon. Ihre Stimme klingt kräftig und druckvoll, die Worte sprudeln atemlos, aber gut verständlich aus ihr heraus.

Rahime Çelik geht zum Regal, auf dem der PC steht, dreht den Lautstärkeregler etwas nach unten und beginnt zu lächeln. Vorführung beendet. Die Frau auf dem Bildschirm, die wie eine Sängerin aus den neuesten amerikanischen Rap-Videos aussieht, ist sie selbst. Als "Hip-Hop-Queen Raheema" bringt die 28-jährige Çelik seit über zehn Jahren Klubs und Discos in Deutschland, Österreich und der Schweiz zum Kochen. Nun will die junge Ulmerin den Sprung ganz an die Spitze des internationalen Musikgeschäfts schaffen.

Eine Single und ein Video gibt es schon

"Ich glaube ganz stark an mich. Ich komme zur richtigen Zeit", betont die selbstbewusste Frau. Als Sprungbrett soll ihr dazu eine Single dienen, die sie bereits vor einigen Monaten mit der deutschen Charts-Formation "Lemon Ice" aufgenommen hat. Ein passendes Video wurde in Nürnberg gedreht. Den Text zum Song "Hey Lady" hat die 28-Jährige selbst geschrieben, da ihr der Text, den die Plattenfirma vorgelegt hat, nicht zusagte. Folgen soll eine Promotion-Tour und - wenn die Single einschlägt - ein Soloalbum von Raheema.

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Beim ersten "Welt-Malaria-Tag" in Köln wird sie als einzige Vertreterin Deutschlands neben Stars wie dem Supermodel Dji Dieng oder dem Wu Tang Clan für einen guten Zweck auftreten.

Motivation vom großen Bruder

Ihr musikalisches Schlüsselerlebnis hatte Rahime Çelik, als sie das erste Mal "Gangsta´s Paradise" von Coolio, der Soundtrack zum Hollywoodfilm "Dangerous Minds" (1995), hörte. "Das hat mich so mitgerissen. Da habe ich gedacht, ich muss auch rappen können", erzählt die gebürtige Leutkircherin, die Tochter türkischer Eltern ist. Als "Motivator" sei ihr dabei stets ihr älterer Bruder Hüseyin zur Seite gestanden, dem sie alles zu verdanken habe. "Ohne ihn gebe es Raheema nicht", erklärt Rahime. Entdeckt wurde die Sängerin schließlich bei der Leipziger Spielemesse "Games Convention", wo sie zur besten weiblichen Rapperin 2008 gewählt wurde. Menschen in ihrem Umfeld bezeichnen die 28-Jährige schon mal scherzhaft als "schizophren". Denn Raheema ist nicht gleich Rahime. Wenn die Wahl-Ulmerin nicht als Hip-Hop-Queen durch die Lande tingelt, ist sie schlichtweg Rahime Çelik, die perfekt türkisch, spanisch, französisch und englisch spricht.

Als "Europasekretärin" am Ulmer Uniklinikum (Safranberg) geht sie einer Büroarbeit nach, organisiert Kongresse und übersetzt Korrespondenzen mit Ärzten in aller Welt. Während Raheema "immer Party machen will" und "total durchgeknallt" ist, beschreibt die junge Frau ihr bürgerliches Alter Ego Rahime als ruhig, herzlich und vernünftig. "Das ist wie ein Knopf, den ich umdrehe", erklärt die 28-Jährige ihre wundersame Wandlungsfähigkeit.

Im Moment die einzige Deutsche Hip-Hopperin

Dass sie keine "Eintagsfliege" sein wird, davon ist Rahime überzeugt. Denn momentan sei sie so gut wie die einzige weibliche Hip-Hopperin auf dem deutschen Musikmarkt. Außerdem singe sie in akzentfreiem Englisch, was für das internationale Geschäft ein großer Vorteil ist. Für diese harte und kurzlebige Branche sieht sie sich jedenfalls gut gerüstet.

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