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Günzburg

01.01.2020

Zuwanderer mildern den Mangel an Fachkräften

Die Bundesagentur für Arbeit in Günzburg hat die Herkunft der Beschäftigten analysiert.
Bild: Bernhard Weizenegger

Die Arbeitsagentur verzeichnet einen Rekord: Über 217000 Menschen waren Ende März sozialversicherungspflichtig beschäftigt. 1597 kommen aus Asylherkunftsländern.

Vor allem das verarbeitende Gewerbe, der Handel und das Kfz-Gewerbe, das Lager- und Verkehrswesen, das Baugewerbe sowie die Arbeitnehmerüberlassung haben im vergangenen Jahrzehnt zum rasanten Aufschwung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in der Region beigetragen. Werner Möritz, operativer Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Donauwörth, berichtet von einem neuen Höchststand mit mehr als 217000 Sozialversicherungspflichtigen Ende März.

Zu diesem Wachstum haben nach Mitteilung der Arbeitsagentur vor allem drei Faktoren beigetragen: Erwerbstätigkeit von Frauen, längerer Verbleib im Erwerbsleben und Zuwanderung. 123177 aller am 31. März 2019 in der Region sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sind männlich, 1,7 Prozent oder 2059 mehr als noch ein Jahr davor. Um 2,7 Prozent oder 2449 wuchs der Frauenanteil auf 94156. Insgesamt 56211 aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind in Teilzeit beschäftigt. „Diese Zahlen belegen unser Bestreben, den weiblichen Beschäftigungsanteil weiter zu steigern, um dieses Potenzial auch für die Deckung des Fachkräftebedarfs zu nutzen“, sagt Möritz.

Werner Möritz ist Geschäftsführer der Bundesagentur für Arbeit Donauwörth.
Bild: Bernhard Weizenegger

Immer mehr ausländische Arbeitnehmer

Ein Blick auf die Altersstruktur der insgesamt im Agenturbezirk Donauwörth mit den Landkreisen Dillingen, Donau-Ries, Günzburg und Neu-Ulm tätigen Personen: 27886 und damit 491 mehr als ein Jahr davor waren am Zähltag unter 25 Jahre alt. In der Altersgruppe zwischen 25 und 55 Jahren stieg der Anteil im Vorjahresvergleich um 1197 Personen auf 146577, während 40937 zwischen 55 und 65 Jahre alt sind, immerhin 6,8 Prozent mehr als noch im März 2018. 1933 Personen arbeiten über das 65. Lebensjahr hinaus auf einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz.

Zuwanderer mildern den Mangel an Fachkräften

Auch aufgrund der demografischen Entwicklung kommt der Gruppe der nicht deutschen Arbeitnehmer zunehmend Bedeutung zu. Deren Anteil verbuchte von März 2018 bis März 2019 mit 9,9 Prozent die höchste Zuwachsrate. Zum Stichtag waren insgesamt 30933 Ausländer im Agenturbezirk Donauwörth beschäftigt. 57 Prozent von ihnen sind als Fachkraft, Spezialist oder Experte tätig. Nach Wirtschaftszweigen betrachtet gehen die meisten Beschäftigten mit ausländischem Pass einer Tätigkeit im verarbeitenden Gewerbe (10722), im Handel und Kfz-Gewerbe (3150) und im Lager- und Verkehrswesen (2983) nach.

Türkei vor Rumänien und Polen

Das größte Kontingent aller nicht deutschen Beschäftigten stellt die Türkei mit 5859, gefolgt von Rumänien (4703), Polen (3048), Ungarn (2035) und Italien (2027). Die stärkste Zunahme der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten verzeichnet die Agentur bei den rumänischen Staatsangehörigen.

Betrachtet man separat den Beschäftigtenanteil bei den acht zugangsstärksten nicht europäischen Asylherkunftsländern, dann haben bis März 602 Personen aus Syrien, 358 aus Afghanistan, 243 aus Eritrea und 113 aus Nigeria eine versicherungspflichtige Arbeit aufgenommen. 111 Beschäftigte kommen laut Arbeitsagentur aus dem Irak, 70 aus Pakistan, 58 aus dem Iran und 42 aus Somalia. Insgesamt waren zum Ende des ersten Quartals 1597 Menschen aus diesen Asylherkunftsländern im Agenturbezirk Donauwörth sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Dabei sind das verarbeitende Gewerbe (502), der Bereich der Arbeitnehmerüberlassung (252), der Bereich Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (156) sowie das Baugewerbe (135) die am häufigsten vertretenen Wirtschaftszweige. (zg)

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