1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Zwei Behörden, drei Stockwerke, eine Kunstgalerie

Ausstellung

18.05.2015

Zwei Behörden, drei Stockwerke, eine Kunstgalerie

Copy%20of%20IMG_4410.tif
4 Bilder
Oberbürgermeister Gerhard Jauernig, Rolf Eichelmann, Barbara Mechler, Eva Lucie Triftshäuser und Sparkassenchef Walter Pache mit dem Sieger-Gemälde.
Bild: Rebekka Jakob

In Treppenhäusern und Fluren des Günzburger Schlosses ist erstmals „Moderne Kunst in alten Mauern“ zu sehen.

Von Rebekka Jakob

Günzburg Der Günzburger Kunstverein Off-Art hat ein wahres Kunststück vollbracht: Wie ein Puzzlespiel haben Dr. Ralf Strassner und seine Mitstreiter 83 Kunstwerke zu einer Ausstellung zusammengesetzt, die sich über zwei Behörden, drei Stockwerke und aus einer Vielzahl von Formaten zusammensetzt. Das Kunstwerk ist gelungen: Seit Montagabend ist die Ausstellung „Moderne Kunst in alten Mauern“ auf den Fluren und Treppenhäusern von Rathaus und Amtsgericht Günzburg in der „Galerie im Schloß“ zu sehen. Drei Werke stechen besonders heraus: Es sind die Bilder von Barbara Mechler aus Fürstenfeldbruck, Rolf Eichelmann aus Burgau und Eva Lucie Triftshäuser aus Ottobrunn, die am Montagabend den Kunstpreis der Stadt Günzburg erhalten haben.

Eine große Tüftelarbeit haben Verein und Preisträgerjury hinter sich. „Schon bei der Ausschreibung haben wir darauf geachtet, welche Formate im Gebäude an welche Stelle passen könnten“, sagt Strassner und verweist dabei auf die hohen Säulen, die im alten Stadtschloss zwischen den Fenstern entstehen. Fenster und Gemälde ergänzen sich ausgesprochen gut – bisweilen geben nämlich beide einen Blick auf Günzburg frei. In einem Augenpaar spiegeln sich Günzburgs Türme, die Skyline der Stadt wird zur bunten Häuserzeile, der Stadtbutz entführt den Stadtrat, und verführerisch rote Lippen malen lautlos das Wort „Günzburg“.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Die drei Preisträgerbilder bestechen durch ihre ausgefeilte Technik. Eva Lucie Triftshäusers Bleistiftradierung „Entzückend“ beeindruckt durch das große Format, auf dem die Trägerin des dritten Preises präzise mit dem dünnen Bleistift gezeichnet hat. Jury-Mitglied Nikolaus Kugelmann sagte bei der Vernissage: „Es zeigt die Bandbreite der grafischen Möglichkeiten, von der meisterhaft frei gehaltenen weißen Fläche über den präzisen Strich bis hin zur genau gesetzten Schattierung.“ Über das Werk „Weiße Frau mit Vogel“ sagte Juror Theo Krötzinger, wie auch hier bei der Collage absolute Exaktheit vom Künstler Rolf Eichelmann gefordert ist: „Klare, formale Entscheidungen sind gefragt.“ In das Siegerbild von Barbara Mechler stieg Kugelmann interpretatorisch ein, verglich das titellose Selbstportrait mit dem morgendlichen Blick in den Spiegel. „Es ist ein schonungsloser Umgang mit sich selbst. Das Leben hat Spuren hinterlassen.“ Die Preisträger dürfen sich neben Urkunden und Blumen auch über den von der Sparkasse Günzburg-Krumbach gesponsorten Kunstpreis freuen, der für die drei Plätze mit 2000, 1200 und 800 Euro dotiert ist.

Geöffnet ist die Kunstausstellung in den alten Mauern des Stadtschlosses zu den Öffnungszeiten von Rathaus und Amtsgericht – wer die Kunstwerke in den Gerichtsräumen sehen möchte, sollte sich auf Kontrollen einstellen, da das Gericht besonders überwacht wird. Ab dem kommenden Jahr werden Ausstellungsbesucher einen leichteren Zugang bekommen, dann zieht das Amtsgericht in seinen Neubau, und nicht nur das Rathaus und das Finanzamt, auch die Kunst wird noch mehr Raum bekommen. Diese Öffnung ist Oberbürgermeister Gerhard Jauernig besonders wichtig: „Wir wollen ein Amt schaffen, das sich nach außen öffnet.“ Off-Art-Vorsitzender Strassner denkt ein Stückchen weiter: Nach dem Vorbild der Galerie Schrade im Schloss Mochental könnte er sich auch vorstellen, für künftige Ausstellungen neben dem Schloss auch die Hofkirche und das Heimatmuseum mit einzubeziehen.

Die Ausstellung ist montags, dienstags und donnerstags von 8 bis 16 Uhr sowie mittwochs und freitags von 8 bis 12 Uhr zu sehen. Kaufinteressenten können sich an Kulturamtsleiter Peter Bannwarth wenden, Telefon 08221/366312 oder Mail an kulturamt@guenzburg.de

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%208E1A3351_2.tif
Jahreskonzert

Träumerisch, rockig und weihnachtlich

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden