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Jubiläum I

31.01.2019

Zwei Sachsen in Günzburg

Rita und Werner Kriegsmann kamen vor mehr als 30 Jahren von Sachsen nach Günzburg. Heute feiern sie Diamantene Hochzeit.
Bild: Peter Wieser

Rita und Werner Kriegsmann kamen vor der Wende hierher. Heute feiern sie Diamantene Hochzeit

„Wir bleiben gleich im Feiern drin“, lacht Rita Kriegsmann, die gerade ihren 80. Geburtstag hinter sich hat. Sie und ihr Mann Werner, 82, begehen heute Diamantene Hochzeit. Das Ehepaar lebt seit 33 Jahren in Günzburg. Ganz verschweigen lässt sich ihre Herkunft nicht, wenn sie sagen „Wir sind Sachsen“. Rita und Werner Kriegsmann kommen aus Falkenau bei Chemnitz. Zueinander gefunden haben sie 1956 beim Tanzen im nahen Ort Frankenberg. „Wie man sich halt so kennenlernt“, erzählt Werner Kriegsmann, während seine Frau Rita hinzufügt: „Wir sind von Anfang an zusammengeblieben.“ 1959, heute vor 60 Jahren heirateten sie zunächst standesamtlich, im September dann kirchlich. Dass die Grenzen geschlossen waren, das habe man damals gar nicht so wahrgenommen. Man sei eben verliebt gewesen, erzählt sie weiter.

Ihr Mann Werner arbeitete als Kraftfahrer, sie selbst war Kindergärtnerin und schulte zur Köchin um, als sich die Gelegenheit bot, eine Speisegaststätte zu übernehmen. 15 Jahre lang führten sie diese, und sie sei gut gelaufen. „Bei uns gab es das, was die Leute geschätzt haben: Sauerbraten, Schweinebraten, richtige Heimatkost“, erzählt Rita Kriegsmann. Man habe viele Stammgäste aus der Umgebung, auch Gesellschaften und Hochzeiten, gehabt. Immer unter Menschen zu sein, sei einfach schön gewesen.

Werner Kriegsmann spielte nebenbei Fußball, sogar in der Kreisauswahl. „Ich war der Beste“, erzählt er schmunzelnd. Fußball interessiert ihn auch heute noch – nur mit dem Unterschied, dass aus seinem Lieblingsverein, dem FC Chemnitz, jetzt der FC Bayern geworden ist. Seine Frau Rita dagegen kümmerte sich um die Kinder, und schließlich gab es ja auch noch die Gaststätte.

Dennoch fasste das Ehepaar noch vor der Öffnung der Grenzen den Entschluss, seinen Heimatort zu verlassen. Die drei Söhne wollten in den Westen, ihr ältester lebte bald darauf in Günzburg. Unter den damaligen Verhältnissen hätte es keine Hoffnung gegeben, diese und ihre Familien, wie auch ihre vier Enkel wiederzusehen, erzählt Rita Kriegsmann. Man habe schon etwas gelitten, als die Ausreiseanträge zunächst immer wieder abgelehnt wurden. In Günzburg begannen Rita und Werner Kriegsmann dann noch einmal von vorne, kauften sich ein Haus und arbeiteten weiter bis zu ihrem Ruhestand.

„Jetzt genießen wir unser Rentnerdasein“, erzählen sie. Zweimal im Jahr fahren sie in ihre alte Heimat, wo man sie als frühere Wirtsleute natürlich noch kennt, und regelmäßig in den Kurort Bad Füssing, „zum warmen Wasser“, wie es Werner Kriegsmann nennt. „Wir werden noch einige Jahre durchhalten. Wir geben uns Mühe“, fügt Frau Rita lachend hinzu. (wpet)

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