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19-Jähriger findet tote Mutter

12.04.2011

Zwei Tote bei Familiendrama in Günzburg

In diesem Hochhaus wurde am Montag, 11. April 2011, kurz vor Mitternacht eine 46-jährige Frau ermordet.
Bild: Bernhard Weizenegger

Im Kellerabteil eines Mehrfamilienhauses in Günzburg stirbt eine 46 Jahre alte Hausfrau. Wenig später findet die Polizei ihren Ex-Mann erhängt im Schuppen seines Hauses in Burgau.

Alles deutet auf ein Familiendrama hin. Ein 19-Jähriger hat in Günzburg Montagnacht seine Mutter blutüberströmt im Keller gefunden. Wenig später entdeckte die Polizei den geschiedenen Ehemann der Frau erhängt in einem Schuppen neben seinem Haus im elf Kilometer entfernten Burgau. Die meisten Nachbarn in dem Wohnblock, in dem die 46-Jährige starb, erfuhren erst Stunden später, was passiert war.

Der 19 Jahre alte Sohn war kurz vor Mitternacht nach Hause gekommen. „Er hat seine Mutter nicht in der Wohnung vorgefunden und ist in den Keller gegangen, um sie zu suchen“, sagt Polizeisprecher Christian Owsinski vom Präsidium Schwaben Süd/West. Im Kellerabteil der Wohnung entdeckte der junge Mann dann seine Mutter und verständigte sofort Polizei und Notarzt – der konnte jedoch nur noch den Tod der zweifachen Mutter feststellen. Die Polizei geht aufgrund der Spuren davon aus, dass die Frau direkt in dem Kellerabteil getötet wurde.

Die Stichverletzungen der Frau ließen auf ein Tötungsdelikt schließen, so die Polizei. Die Ermittler der Kripo Neu-Ulm hatten offenbar schnell den geschiedenen Mann der 46-Jährigen als Tatverdächtigen im Visier. Eine Streifenbesatzung der Polizei Burgau durchsuchte das Einfamilienhaus. Doch die Polizeibeamten kamen zu spät: Sie fanden den Mann erhängt in einem Schuppen nebenan.

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Die meisten Nachbarn der Günzburgerin erfuhren erst am nächsten Morgen von der Tat, als die Polizei die Bewohner des Mehrfamilienhauses befragte. Die Familie habe erst seit etwa einem halben Jahr in dem Haus gewohnt, sagte ein Nachbar. „Eine hübsche Frau mit dunklen, lockigen Haaren, sehr gepflegt“, beschrieb eine Nachbarin das Opfer. Sie sei eine angenehme Mitbewohnerin gewesen, habe immer freundlich gegrüßt und sich stets an die Regeln in dem Wohnblock gehalten. Auch der 19 Jahre alte Sohn sei in der Nachbarschaft nur positiv aufgefallen. „Am Vormittag haben wir sie gestern zuletzt gesehen“, erinnerte sich die Nachbarin. Über den geschiedenen Ehemann der 46-Jährigen weiß dagegen praktisch niemand im Haus etwas.

Bei der Polizei war das Ehepaar allerdings schon längere Zeit bekannt – immer wieder soll es im Vorfeld der Scheidung zu Streitigkeiten gekommen sein, bei denen die Polizei eingreifen musste.

Montagnachmittag wurden der Leichnam der 46 Jahre alten Hausfrau und des 48-jährigen Arbeiters obduziert – ein Ergebnis lag bis Redaktionsschluss noch nicht vor. Die Polizei erhoffte sich davon Erkenntnisse darüber, wie die beiden Todesfälle zusammenhängen. Denn obwohl vieles auf den Ehemann als Täter hinzudeuten scheint, wollen die Ermittler der Kriminalpolizei Neu-Ulm letzte Gewissheit haben. „Natürlich sprechen der zeitliche Zusammenhang der beiden Todesfälle und die Vorgeschichte des Ehepaares dafür, dass der Mann der Täter sein könnte. Jetzt geht es aber darum, auch tatsächlich Sachbeweise dafür zu finden, was wirklich passiert ist“, so Polizeisprecher Christian Owsinski.

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