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Gemeinderat Kötz

13.09.2013

Zwei tierische Themen auf der Tagesordnung

„Freddy“ wurde am vergangenen Samstag in Günzburg an einen Laternenpfosten angeleint. Jetzt ist das Frettchen im Tierheim Arche Noah.
Bild: Bernhard Weizenegger

Das Tierheim Günzburg bekommt mehr Geld, aber weniger als es wollte. Teurer wird der Kampf gegen Ratten.

Gleich zwei tierische Tagesordnungspunkte hatte der Kötzer Gemeinderat bei seiner Sitzung nach der Sommerpause auf der außergewöhnlich umfangreichen Tagesordnung. Es ging um die großräumige Rattenbekämpfung in der Gemeinde und um die vom Günzburger Tierheim gewünschte Erhöhung der Pauschale für Fundtiere. Beiden Themen gemeinsam: Es wird teurer. Bei der Rattenbekämpfung will die Kommune künftig auch Privatleute an den Kosten beteiligen, sofern diese auf ihrem privaten Grundstück den Schädlingsbekämpfer brauchen.

Von 40 auf 60 Cent – diese vom Günzburger Tierheim erbetene Erhöhung des Pauschalbetrags pro Einwohner für die Versorgung von Fundtieren war den Kötzer Gemeinderäten zu heftig. „50 Prozent Erhöhung ist nicht nachvollziehbar“, sagte Gemeinderat Josef Zacher. Valentin Christel forderte, dass der Tierschutzverein Auskunft über die Zahl der aus Kötz aufgenommenen Fundtiere geben soll. Diese Daten liegen der Gemeinde nicht vor, denn seit 2009 vergütet die Kommune dem Tierheim Aufnahme und Versorgung von Fundtieren pauschal mit jährlich 40 Cent pro Einwohner. Davor wurde der Aufwand für jedes Fundtier einzeln abgerechnet, was einen hohen Verwaltungsaufwand verursachte und nicht ganz billig war. Da habe ein im Gemeindegebiet aufgefundener herrenloser Hund schnell mal eine Rechnung von 500 Euro verursacht, sagte Bürgermeister Ernst Walter. Per Gesetz sei die Kommune verpflichtet, für die Unterbringung von Fundtieren zu sorgen.

Die seit vier Jahren gezahlte Pauschale von 40 Cent pro Einwohner reiche nicht aus, um die Kosten des Tierschutzvereins zu decken, schrieb dessen Vorsitzender Gerhard Jäger der Gemeinde und bat um eine Erhöhung auf 60 Cent. Damit liege man immer noch deutlich günstiger als Weißenhorn, wo kürzlich auf einen Euro erhöht worden ist, Ulm (77 Cent), Geislingen (89 Cent) oder Friedrichshafen und Langenargen am Bodensee mit 65 Cent. Schon 2010 habe der Deutsche Tierschutzbund einen Pro-Kopf-Betrag von einem bis 1,50 Euro vorgeschlagen, um kostendeckend arbeiten zu können, so Jäger. Die Kötzer Gemeinderäte einigten sich schließlich auf den von Michael Mairle vorgeschlagenen Kompromiss von 50 Cent.

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Teurer wird auch der Kampf gegen die Ratten, bei denen vor allem die Wanderratte gefürchtet ist, weil sie nicht nur Krankheiten und Seuchen verbreitet, sondern pro Paar inklusive Kindeskindern jährlich bis zu 1000 Nachkommen in die Welt setzen kann. Die Firma Hawlik, die seit 1988 die Rattenpopulation in Kötz eindämmt, hat den laufenden Vertrag gekündigt und einen neuen vorgelegt. Künftig sind zusätzlich zur Pauschale von knapp 2300 Euro für jede von Bürgern gewünschte Rattenbekämpfung auf Privatgrundstücken 20 Euro fällig.

Etwa 30 solcher Fälle habe man jährlich, sagte Bürgermeister Ernst Walter und schlug vor, diese Kosten jeweils an die betroffenen Grundstücksbesitzer weiterzugeben, denn die Gemeinde sei nicht verpflichtet, auf Privatgrund Schädlinge zu bekämpfen. Ob sich dieses Vorgehen bewährt, bezweifelte man in Gemeinderat. „Dann haben wir auf einmal mehr Ratten als Einwohner“, prophezeite Valentin Christel, der befürchtet, dass die Bürger einen Rattenbefall dann eben nicht mehr im Rathaus melden. Leopold Sailer fragte nach dem Verwaltungsaufwand, um die von der Kommune vorgestreckten 20 Euro von den Bürgern einzufordern. „Ich hoffe auf die Einsicht der Bürger“, sagte Walter, man werde das Geld schon verlangen, bevor der Schädlingsbekämpfer in Aktion tritt.

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