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Halle in Metallwarenfabrik brennt aus

11.02.2012

Zweistelliger Millionen-Schaden bei Wanzl

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Schaden in zweistelliger Millionenhöhe ist nach Angaben der Polizei beim Brand der Leipheimer Firma Wanzl entstanden.
Bild: Berthold Veh

Ein Brand in einer Halle der Leipheimer Firma Wanzl hat am Samstagmorgen einen Schaden in voraussichtlich zweistelliger Millionenhöhe verursacht. Das Feuer konnte erst nach mehreren Stunden gelöscht werden.

Eine Hallle der Leipheimer Metallwarenfabrik Wanzl ist abgebrannt. Dort brach am Samstagmorgen gegen 2.50 Uhr aus bisher noch ungeklärter Ursache Feuer an einer Beschichtungsanlage  aus. Bis zum Nachmittag kämpften die Feuerwehrmänner  mit den Flammen. Das Gebäude ist nach Angaben der Feuerwehr einsturzgefährdet. Nach Angaben der Polizei enstand ein Sachschaden in zweistelliger Millionenhöhe.

In der Nachtschicht waren Samstagmorgen etwa 25 Mitarbeiter beschäftigt, zehn davon in der Halle mit der Beschichtungsanlage für metallische Oberflächen. Dort werden  Tische und Regalsysteme, die in Supermärkten Verwendung finden, verchromt und verzinkt. Das Feuer brach aus bisher ungeklärter Ursache aus, sagte der Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West, Thorsten Ritter. Das Fabrikgebäude brannte völlig aus, Teile des Dachs sind heruntergebrochen. Im Keller brannte es auch noch am Mittag. Drei Mitarbeiter erlitten bei dem Brand leichte Rauchgasvergiftungen, sie wurden vorsorglich zur Untersuchung  ins Krankenhaus gebracht.

Zur Brandbekämpfung rückten Feuerwehren aus dem ganzen nördlichen Landkreis, dem Landkreis Neu-Ulm und dem baden-württembergischen Langenau an. Etwa 150 Floriansjünger versuchten den Flammen Herr zu werden. Zudem waren das Technische Hilfswerk Günzburg und das Bayerische Rote Kreuz mit etwa 80 Helfern im Einsatz.  Für die Bewohner Leipheims habe es keine Belastung durch den Rauch gegeben, informierte Ritter. Dies hätten Messungen der Feuerwehr ergeben. Und auch auf der nahe liegenden Autobahn gab es durch den Rauch vom Fabrikgelände keine Probleme.

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Mit etwa 1200 Beschäftigten in Leipheim ist Wanzl einer der größten Arbeitgeber im ganzen Landkreis.  Die Firma, die weltweit etwa 4500 Menschen beschäftigt, produziert Einkaufswagen, Körbe Tische - also Verkaufsgeräte für den Einzelhandel.

Geschäftsführender Gesellschafter Gottfried Wanzl zeigte sich erleichtert, dass Mitarbeiter nicht zu schaden gekommen seien. Er dankte den Feuerwehren und den Helfern für ihren "großartigen Einsatz". Sie hätten das Übergreifen der Flammen auf andere Fabrikgebäude verhindert. Der Unternehmer zeigte sich gegenüber unserer Zeitung überzeugt, dass Wanzl den Ausfall von zwei Beschichtungsanlagen kompensieren könne. Es handle sich um zwei Anlagen, in denen Teile verchromt und verzinkt werden. An den Standorten Leipheim und Kirchheim gebe es noch sieben weitere Anlagen, mit denen man den Ausfall auffangen könne. Gottfried Wanzl geht davon aus, dass die Produktion in diesem Produktionsbereich ab Dienstag wieder einigermaßen normal laufen werde. "Wir erwarten keine Lieferzeit-Verzögerungen", betonte der geschäftsführende Gesellschafter. Die Hochsaison im betroffenen Produkt-Segment sei zum Glück erst von September bis Dezember.

Die Helfer brachte der Einsatz bei minus zwölf Grad an ihre Grenzen. "Es ist sibirisch kalt", sagten die Feuerwehrmänner Ralf Eberhardinger (Dürrlauingen) und Benjamin Pohl (Röfingen). Es gab im Laufe des Löscheinsatzes Probleme, weil das Wasser in den Schläuchen und Hydranten einfror, teilte Einsatzleiter Albert Müller mit. Um neun Uhr schien das Feuer unter Kontrolle, doch dann loderten die Flammen immer wieder in einzelnen Glutnestern auf. "Wir fluten den Keller mit Mittel-Schaum", ordnete Kreisbrandinspektor Müller gegen Mittag an. Es sei zu gefährlich, dort weiter Leute mit Atemschutz hineinzuschicken. Der Einsatz sei sehr gut gelaufen, betonte Müller. Kreisbrandrat Robert Spiller bestätigte dies.

Für die durchgefrorenen Helfer hatte der Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes ein Verpflegungszelt aufgebaut. Allein das BRK war mit fünf Rettungswagen, zwei Notärzten und der Schnell-Einsatzgruppe vor Ort, teilte Rettungsdiensleiter Alexander Veith mit. Er half, den Verkehr in der Bubesheimer Straße zu regeln: "Es ist wahnsinnig kalt, ich bin froh, wenn es endlich vorbei ist", sagte Veith.  So ging es auch den THWlern und den 150 Feuerwehrleuten der Wehren aus dem nördlichen Landkreis. Auch die Feuerwehren aus Unterfahlheim (Kreis Neu-Ulm) und dem baden-württembergsichen Langenau halfen beim Löschen.  

Der Kriminal-Dauerdienst Memmingen war vor Ort, die weiteren Ermittlungen zur Brandursache hat die Kriminalpolizei Neu-Ulm übernommen, teilte Polizeisprecher Ritter mit. Auch ein Brandsachverständiger des Bayerischen Landeskriminalamtes soll zur Klärung der Ursache eingeschaltet werden. Ein Bild vom Ausmaß des Schadens machte sich auch Leipheims Bürgermeister Christian Konrad. Eine Fotogalerie finden Sie hier.

Halle der Metallwarenfabrik in Leipheim geht in Flammen auf 

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