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Burgau: Chefarzt am Therapiezentrum treibt Forschung an der Uni Augsburg voran

Burgau

Chefarzt am Therapiezentrum treibt Forschung an der Uni Augsburg voran

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    Prof. Dr. Andreas Bender ist an den Lehrstuhl der Medizinischen Fakultät der Uni Augsburg berufen worden.  
    Prof. Dr. Andreas Bender ist an den Lehrstuhl der Medizinischen Fakultät der Uni Augsburg berufen worden.   Foto: Georg Schalk, Bezirkskliniken Schwaben

    Neurologische Erkrankungen wie Aneurysmen oder Schlaganfälle, aber auch Unfallfolgen, können das Gehirn schwer schädigen. Die Neurorehabilitation unterstützt die besondere Fähigkeit des Nervensystems, sich nach solchen Schädigungen zu reorganisieren und seine Funktionen anzupassen. Ziel ist dabei die möglichst umfassende Beseitigung körperlicher Beeinträchtigung und die Verbesserung der Teilhabemöglichkeit von Menschen mit Behinderung an der Gesellschaft. Prof. Dr. Andreas Bender, Chefarzt am Therapiezentrum Burgau, ist ein Experte auf diesem Gebiet. Zum 1. Juni trat er den neu eingerichteten Lehrstuhl für Neurorehabilitation an der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg an. Grundlage seiner Berufung bildet ein Kooperationsvertrag, den die Universität und das Universitätsklinikum Augsburg mit dem Therapiezentrum Burgau geschlossen hatten, welches die Professur inklusive Ausstattung finanziert. Im Bereich der Krankenversorgung arbeiten das Therapiezentrum Burgau und das Universitätsklinikum Augsburg bereits eng zusammen. „Professor Andreas Bender wird mit seinem Lehrstuhl an unserer Fakultät nun eine Brücke zu Forschung und Lehre bilden und dabei Anknüpfungspunkte sowohl im Forschungsschwerpunkt Medizinische Informatik als auch in vielen klinischen und nicht-klinischen Fächern finden“, sagt Medizin-Dekanin Prof. Dr. Martina Kadmon. Beispiele seien die Fächer Ethik der Medizin, Allgemeinmedizin, Palliativmedizin sowie der Lehrstuhl für die Medizinische Versorgung von Menschen mit Behinderung und Teilhabeeinschränkungen. Im Mittelpunkt der Lehre werde die Rehabilitation nach neurologischen Erkrankungen und Unfallfolgen stehen; die Forschung werde patientennah erfolgen mit dem Ziel, durch die Erhebung großer Datenmengen die Vorhersage von Krankheitsverläufen bei Komapatientinnen und -patienten zu ermöglichen und Therapieentscheidungen zu unterstützen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Bewertung und Erprobung neurorehabilitativer Therapieverfahren für ein breites Spektrum an neurologischen Erkrankungen. Der Lehrstuhl sei räumlich im Therapiezentrum Burgau angesiedelt.

    Digitales Register für Koma- und Rehabilitationspatienten soll entstehen

    „Ich freue mich sehr über die Berufung an die Universität Augsburg und habe mir viel vorgenommen, um sowohl die Forschung in meinem Fach voranzutreiben als auch das Interesse und die Begeisterung der Studierenden dafür zu wecken“, äußert sich der Neuberufene, der bereits ein beeindruckendes Spektrum an Forschungsprojekten, insbesondere mit der Ludwig-Maximilians-Universität München vorweisen kann. Er will sich in Augsburg auf die Rehabilitation körperlicher und geistiger Störungen konzentrieren und die Versorgungsstrukturen in der Rehabilitation in den Blick nehmen. „Als übergeordnetes Forschungsinstrument werden wir ein digitales Register für Koma- und Rehabilitationspatientinnen und -patienten aufbauen, in dem wir sämtliche verfügbaren Daten und auch Biobanking, also beispielsweise Blut- und Gewebeproben, sammeln werden“, hat sich Bender vorgenommen. Auf dieser Grundlage sollen in Zukunft bessere Prognosen bei motorischen Störungen wie Lähmungen, aber auch bei Koma und schweren Bewusstseinsstörungen getroffen werden können. Ein Hauptaugenmerk wird zudem der Weiterentwicklung der Robotik in der Rehabilitation gelten. Aber auch innovative nachstationäre oder hybride Rehabilitationsprojekte für ein langfristiges Erholungspotenzial von Menschen mit neurologischen Funktionsstörungen und Teilhabeeinschränkungen sind geplant. Dabei ist es dem Mediziner wichtig, entsprechend der multiprofessionellen Grundphilosophie der Rehabilitation auch therapeutische und rehabilitations-pflegerische Perspektiven und Teammitglieder einzubinden. (AZ)

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