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Ein 17-jähriger Burgauer geht einen außergewöhnlichen Weg vom Therapiepatienten zum Praktikanten

Burgau/Krumbach

Ein 17-jähriger Burgauer geht einen außergewöhnlichen Weg vom Therapiepatienten zum Praktikanten

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    Der 17-jährige Schüler Paşa Akarsu, der über viele Jahre selbst Patient im Therapiezentrum Burgau war, absolviert derzeit ein Praktikum dort.
    Der 17-jährige Schüler Paşa Akarsu, der über viele Jahre selbst Patient im Therapiezentrum Burgau war, absolviert derzeit ein Praktikum dort. Foto: Sandra Schnepf, Bezirkskliniken Schwaben

    Ein besonderer Weg schließt sich derzeit im Therapiezentrum Burgau (TZB): Der 17-jährige Schüler Paşa Akarsu, der über viele Jahre selbst Patient im TZB war, absolviert dort laut Pressemitteilung aktuell sein Pflichtpraktikum im Rahmen der Fachoberschule (FOS) – und ist damit ein Beispiel für gelungene Inklusion, Durchhaltevermögen und gegenseitiges Vertrauen.

    Der gebürtige Dillinger Paşa Akarsu wuchs in der Region auf und lebt mit seinen Eltern in Burgau. Schon im frühen Kindesalter zeigten sich motorische Einschränkungen. Im Alter von zwei Jahren traten erste Schwierigkeiten beim Laufen auf, die schließlich zu einer langjährigen medizinischen und therapeutischen Begleitung führten. Nach ersten Untersuchungen in Ulm entschieden sich seine Eltern bewusst gegen eine Operation und suchten weitere Behandlungsmöglichkeiten. In der Hessing Klinik in Augsburg fand Paşa schließlich eine langfristige medizinische Betreuung, hier hat er bereits mehrere Operationen hinter sich.

    In der Hessing Klinik in Augsburg wird Paşa medizinisch betreut

    Ergänzend zur medizinischen Versorgung absolvierte Paşa über viele Jahre Physiotherapie im Therapiezentrum Burgau. Mehr als ein Jahrzehnt kam er dort mehrmals pro Woche zur Therapie. Besonders prägend sei die enge Zusammenarbeit
    mit seinem Physiotherapeuten Harry Franke gewesen, die bis heute besteht. Die Diagnose selbst ist selten: eine nicht näher benannte Spastik, die Beine sowie teilweise Arme und Hände betrifft. Paşa ist mit Rollator und Beinschienen mobil und verfolgt dabei konsequent sein Ziel, möglichst selbstständig zu bleiben.

    Während der Corona-Pandemie eröffnete sich für ihn ein weiterer wichtiger Therapiebaustein: die Reittherapie, die sich insbesondere positiv auf seine Hüfte auswirkte. Trotz aller Herausforderungen wirke Paşa heute sehr erwachsen, engagiert und bestens organisiert – Eigenschaften, die sich nun auch im Berufsalltag zeigen.

    Derzeit besucht er die FOS in Krumbach. Unterstützt wird er dabei durch eine Schulbegleitung, zudem ist ein enger Freund mit ihm in derselben Klasse. Ein zentraler Bestandteil der Schule ist ein Pflichtpraktikum. Trotz zahlreicher Bewerbungen erhielt Paşa zunächst keine Zusage. Auf Initiative von Barbara Estner von der FOS Krumbach und in enger Abstimmung mit Johann Seybold vom Therapiezentrum Burgau ergab sich schließlich die Möglichkeit, das Praktikum im TZB zu absolvieren. Nach einem kurzen Testlauf stand fest: Die räumlichen und organisatorischen Bedingungen passen – Paşa konnte starten.

    Heute arbeitet er in Vollzeit im Zentrallager des Therapiezentrums Burgau

    Heute arbeitet er in Vollzeit im Zentrallager des Therapiezentrums gemeinsam mit Mario Kurschat. Zu seinen Hauptaufgaben zählen die Organisation und Digitalisierung der Dienstkleidung, die Verwaltung von Lieferscheinen und Rechnungen sowie die Strukturierung von Schranksystemen. Ob er auch das Praktikum im zweiten Halbjahr der FOS im TZB absolvieren kann, ist derzeit noch offen. Denkbar wäre eine Unterstützung im Bereich Einkauf. Langfristig strebt Paşa das Abitur an, anschließend möchte er studieren.

    Neben Schule und Praktikum ist Paşa vielseitig interessiert. Er ist sprachbegabt, spricht Deutsch und Türkisch als Muttersprachen sowie Englisch und Französisch. Privat ist er sportbegeistert, ein großer Fußball- und Formel-1-Fan und verfolgt mit Leidenschaft die Spiele seines Lieblingsvereins Galatasaray Istanbul. Außerdem trifft er sich gern mit Freunden, besucht mit seiner Familie Spiele des FC Augsburg und spielt in seiner Freizeit FIFA auf der Videospielkonsole. Bald möchte er seinen Führerschein starten. Sein Traumauto? Ein Mercedes C63 in Anthrazit matt.

    Das Therapiezentrum Burgau sei für Paşa ein besonderer Ort – nicht nur wegen seiner eigenen Therapiegeschichte. Auch sein Großvater war hier über Jahre hinweg Patient. Nun selbst Teil des Teams zu sein, empfindet er als große Chance. (AZ)

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