Ab dem 1. Mai gelten für Flexibusnutzerinnen und -nutzer neue Ticketpreise: Diejenigen, die online ihre Fahrten buchen, kommen dann zehn Prozent günstiger weg. Für Seniorinnen und Senioren hat die Tarifanpassung, wie berichtet, negative Folgen: Der ermäßigte Seniorentarif des Flexibus wird äquivalent zum VVM eingestellt. Auch die 6-Fahrten-Karte wird gestrichen.
Der Kreistag beschloss die Tarifanpassung in dieser Woche mit zwölf Gegenstimmen. Vor allem die Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen und SPD haben den Beschlussvorschlag mit großer Mehrheit abgelehnt. Unter anderem wurde seitens der Verantwortlichen als Argument für die Erhöhung angebracht, dass Senioren sich nicht von anderen Fahrgästen unterscheiden würden und eine Ermäßigung daher überflüssig wäre. Bei den Grünen sorgte das bereits im Gremium für Kopfschütteln.
Grüne fordern Kreistag zu sozial gerechter Verkehrspolitik auf
Jetzt äußert sich Lukas Neudeck, Kreissprecher von Bündnis 90/Die Grünen Günzburg, in einer Pressemitteilung hierzu: „Die vorgebrachten Argumente für eine derartige Preiserhöhung zeigen nur, dass manche Menschen weit weg von der Lebensrealität und den niedrigen Renten entfernt sind.“ Der Kreisverband Günzburg bedauere die Entscheidung über die Tariferhöhung sehr und fordert den Kreistag auf, bei diesen Themen die sozialen Bedürfnisse älterer Bürgerinnen und Bürger ernst zu nehmen und stattdessen nach gerechten, solidarischen Lösungen zu suchen. Der Erhalt der Seniorentarife ist laut Pressemitteilung „ein unverzichtbarer Baustein für Mobilität, Teilhabe und Lebensqualität im ländlichen Raum“. Die fehlenden Busverbindungen machen den Flexibus gerade für ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger, die nicht mehr selbst Auto fahren können oder wollen, unabdingbar. „Acht Euro für die Hin- und Rückfahrt zum Arzt in wenigen Kilometern Entfernung ist für schmale Renten einfach zu viel!“, so Neudeck. (AZ, sohu)
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