Startseite
Icon Pfeil nach unten
Günzburg
Icon Pfeil nach unten

Günzburg: Hochwasser in Günzburg: Stadt weist Vorwürfe zurück

Günzburg

Hochwasser in Günzburg: Stadt weist Vorwürfe zurück

    • |
    • |
    Die Zufahrt nach Wasserburg war von Denzingen kommend wegen des Jahrhunderthochwassers für mehrere Tage nicht möglich. OB Gerhard Jauernig war am Sonntagvormittag, 3. Juni, vor Ort, um sich ein Bild über die Lage zu machen.
    Die Zufahrt nach Wasserburg war von Denzingen kommend wegen des Jahrhunderthochwassers für mehrere Tage nicht möglich. OB Gerhard Jauernig war am Sonntagvormittag, 3. Juni, vor Ort, um sich ein Bild über die Lage zu machen. Foto: Michael Lindner/Stadt Günzburg (Archivbild)

    Das Jahrhunderthochwasser in Günzburg hat in der Region enorme Zerstörung angerichtet. Die Stadt und der Landkreis Günzburg haben zusammen mit der Feuerwehr und vielen weiteren Organisationen vor, während und nach dem Hochwasser alles getan, um Leid von den Menschen abzuwenden und die Infrastruktur und Gebäude bestmöglich zu schützen und wiederaufzubauen. Das formuliert die Stadt in einer Pressemitteilung. Die Große Kreisstadt und Oberbürgermeister Gerhard Jauernig weisen die unzutreffenden Vorwürfe im Artikel der Günzburger Zeitung vom 10. Juli, mit denen die Stadt nicht konfrontiert wurde, vehement zurück. Die in dem Artikel von einem Haushalt in Wasserburg erwähnte Kritik, man hätte die „eigenen Leute absaufen“ lassen und die Anwohner hätten nichts von den Warnungen der Feuerwehr gewusst, entbehren jeglicher Grundlage, so die Stadt. An dem im Artikel explizit erwähnten Anwesen und den angrenzenden Gebäuden sei die Feuerwehr Wasserburg ab dem frühen Samstagmorgen für fast 24 Stunden durchgehend vor Ort gewesen und habe beispielsweise Sandsackwälle errichtet. Im Laufe des Tages seien die Anwohner von der Feuerwehr mehrfach auf das drohende Hochwasser hingewiesen worden. Die im Artikel erwähnten Bewohner wollten laut Stadt ihr Haus aber trotz der eindringlichen Hinweise auf die Überschwemmungs- und die damit einhergehende Lebensgefahr nicht verlassen. Als die Betroffenen viele Stunden später am Sonntag doch ihr Anwesen verlassen wollten und einen Notruf absetzten, war die Strömung aufgrund des stark gestiegenen Wasserpegels – vor dem die Feuerwehr mehrfach gewarnt hat – inzwischen so stark, dass die Rettungskräfte nicht mehr mit dem Boot bis zu dem Anwesen vordringen konnten, so die Schilderung weiter.

    Die Rettung der von den Wassermassen umgebenen Personen musste deshalb aufwendig aus der Luft per Hubschrauber erfolgen. Der Vorwurf, die „Kommunikation war gleich null“, überrascht OB Jauernig angesichts der vielen positiven Rückmeldungen, welche die umfangreiche und vor allem schnelle und aktuelle Informationspolitik seitens der Stadt und der Feuerwehr vorbildlich und positiv hervorhoben. Trotz der sich stetig ändernden Lage hat die Stadt Günzburg bereits am Samstag auf allen sozialen Kanälen und auf der Internetseite auf die Gefahren und auf stattfindende Evakuierungen hingewiesen. Bereits ab Freitagabend war die Feuerwehr in den ersten gefährdeten Straßenzügen unterwegs, machte Lautsprecherdurchsagen und verteilte in den Tagen danach Informationsflyer der Stadt Günzburg. Die Kritik zum Krisenmanagement von Oberbürgermeister Jauernig mit dem Vorwurf, alle Stadtteile außer Acht gelassen und sich in erster Linie um die Unterstadt gekümmert zu haben, ist nicht nachvollziehbar. Jauernig habe sich am Sonntagvormittag selbst ein Bild sowohl vom Hochwasser in Denzingen als auch in Wasserburg gemacht. Sein Handeln in dieser Ausnahmesituation sei stets auf das Wohl aller Günzburger ausgerichtet gewesen. Die ehrenamtlichen Mitglieder der Feuerwehren waren tagelang in den betroffenen Stadtgebieten und -teilen pausenlos im Einsatz, um Menschenleben zu retten, größeren Schaden an den Gebäuden abzuwenden und im Nachgang unzählige Keller auszupumpen. „Warum diese großartige Hilfe der Feuerwehrmänner und -frauen durch eine einzelne ungeprüfte Aussage in Misskredit gebracht werden soll, ist gegenüber den Ehrenamtlichen, die sich zum Wohl der Allgemeinheit selbst in Gefahr gebracht haben, unfair und stößt bei mir auf keinerlei Verständnis“, sagt Gerhard Jauernig. „Gerade beim Thema Hochwasser hätte ich mir von der lokalen Presse mehr Sensibilität und eine größere Sorgfaltspflicht entsprechend der journalistischen Grundsätze erwartet.“ (AZ)

    Diskutieren Sie mit
    1 Kommentar
    Fritz Martin

    Es ist unwahr dass die Feuerwehr im OT Wasserburg die Anwohner am Samstag auf die Hochwassergefahr hingewiesen hat. In Wasserburg gab es keine Lautsprecherdurchsagen am Freitag und am Samstag. Die Evakuierungsaufforderung kam Sonntag früh, als die meisten Betroffenen schon überflutet waren. Wie kann es sein dass ein drohendes Jahrhunderthochwasser, abzulesen an den Prognosen der Pegelstände und den Wassermassen entlang der Günz, nicht die Alarmglocken bei dem zuständigen Behörden haben klingeln lassen, um die Bevölkerung frühzeitig zu warnen? Mit dem Ausrufen des Katastrophenfalles ist es noch lange nicht getan!

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Registrieren sie sich

    Sie haben ein Konto? Hier anmelden