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Gundremmingen: Landtag behandelt Antrag zu bereits gesprengten AKW-Kühltürmen

Gundremmingen

Kurioser Antrag im Landtag: Kühltürme in Gundremmingen sollen gerettet werden

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    Die beiden Kühltürme des Kernkraftwerks Gundremmingen wurden im Oktober 2025 gesprengt. Trotz einer Petition, die genau das verhindern wollte.
    Die beiden Kühltürme des Kernkraftwerks Gundremmingen wurden im Oktober 2025 gesprengt. Trotz einer Petition, die genau das verhindern wollte. Foto: Sven Hoppe/dpa

    Es dauerte nur wenige Sekunden: Vor fünf Monaten lösten sich die beiden Kühltürme des ehemaligen Kernkraftwerks Gundremmingen in Schutt und Staub auf. Doch jetzt bekommen die beiden Kolosse offenbar noch einmal einen großen Auftritt im Bayerischen Landtag. Denn dort wird am kommenden Donnerstag ein Antrag behandelt, der offenbar dazu gedacht war, sie vor der Sprengung zu retten.

    „Erhalt der Kühltürme des AKW Gundremmingen“, lautet der Antrag von Thomas Engel aus Kirchhaslach (Unterallgäu), der im Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz zwischen Themen wie der Kastrationspflicht für Katzen, Luftverunreinigung durch einen Baggerbetrieb in einer Kiesgrube oder der Abschaffung der Gelben Säcke und Einführung von gelben Tonnen besprochen wird. Wie in solchen Fällen üblich, werden dem Thema Berichterstatter aus dem Kreis der Landtagsabgeordneten zugeteilt. In diesem Fall ist es Benno Zierer, Abgeordneter der Freien Wähler aus dem Landkreis Freising. Als Mitberichterstatter wird der Leipheimer Gerd Mannes (AfD) aufgeführt. Nachfrage im Büro von Benno Zierer: Kommt das Thema Kühltürme nicht etwas zu spät auf den Tisch?

    Kirchhaslacher fordert Erhalt der Kühltürme in Gundremmingen

    Ein Sprecher des Landtagsabgeordneten klärt auf: Der Antrag basiert auf einer Petition, die der Kirchhaslacher im September 2025, also wenige Wochen vor dem damals längst fest stehenden und veröffentlichten Sprengtermin im Oktober 2025, an einen Landtagsabgeordneten übergeben hatte. Dieser wiederum habe den Antrag an den Landtag weitergereicht. In dem Antrag sei der Erhalt der Kühltürme gefordert worden. Jedoch nicht etwa in Form eines Denkmals oder einer anderen Nutzung. Die Türme sollten vielmehr stehen bleiben, um eine Wiederinbetriebnahme des am 31. Dezember 2021 endgültig abgeschalteten Kernkraftwerks zu ermöglichen. Seit 2024 läuft der Rückbau der Anlage.

    Die Sprengung der Kühltürme haben gut 30.000 Menschen live vor Ort in Gundremmingen verfolgt, dass hier nichts mehr zu machen sein dürfte, ist auch im Landtag angekommen. Vermutlich sei der Antrag deswegen so lange liegen geblieben, weil die Sprengung bereits stattgefunden hatte, als er im Landtag bearbeitet wurde, heißt es aus dem Büro von Zierer. Trotzdem muss das Protokoll eingehalten werden. Und so wird der Antrag am kommenden Donnerstag in der Sitzung behandelt. Wenn auch vermutlich sehr kurz.

    Umweltministerium verweist auf Sprengung im Oktober 2025

    Die Antwort des Umweltministeriums liegt dem Abgeordnetenbüro bereits vor: Dort heiße es: „Mit der Sprengung am 25. Oktober 2025 hat sich das Begehren des Petenten erledigt.“ Außerdem weist das Ministerium darauf hin, dass nach dem Beschluss des Bundestags zum Atomausstieg die Abschaltung der Kraftwerke konsequent einzuhalten war.

    Das Ende einer Ära in Bildern: Die Sekunden des Einsturzes der Kühltürme des AKW Gundremmingen

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    20 Bilder
    Nur etwa 15 Sekunden hat es gedauert, und die Kühltürme des ehemaligen AKW waren Geschichte. Unsere Fotografen haben diesen Moment dokumentiert.

    Das Recht darauf, eine Petition an den Landtag einzureichen, hat jede und jeder, wenn diese das Handeln bayerischer Behörden zum Gegenstand haben oder solcher Körperschaften des öffentlichen Rechts, die unter der Aufsicht des Freistaates Bayern stehen. Das Petitionsrecht ergänzt den Rechtsweg. „Ein mögliches Ziel ist es daher, unabhängig vom Weg zu den Gerichten Lösungen im Rahmen des rechtlich Möglichen zu finden“, schreibt der Bayerische Landtag auf seiner Webseite.

    Kraftwerksgelände in Gundremmingen wandelt sich zur Energiezukunft

    Doch bei vollendeten Tatsachen und bereits gesprengten Kühltürmen dürfte weder rechtlich noch faktisch etwas dran zu rütteln sein. Ganz abgesehen davon, dass in Gundremmingen längst die Zukunft der Energieversorgung in Bau ist: Wenige Tage nach der Sprengung startete Ministerpräsident Markus Söder den Bau des größten Batteriespeichers Deutschlands auf dem ehemaligen Kraftwerksgelände. Außerdem hat die Staatsregierung bereits das nächste Großprojekt angekündigt: In Gundremmingen soll der erste Fusionsreaktor Deutschlands entstehen.

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