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Kinderträume im Museum Rettenbach: Ausstellung zeigt Spielzeugklassiker und Puppen

Rettenbach

Kinderträume im Museum Rettenbach: Von Puppenklassikern bis Matchbox-Autos

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    Regina Liepert-Jehle mit zwei Schildkröt-Puppen: Die Sonderausstellung in Rettenbach zeigt viele weitere und auch ältere Modelle der bekannten Puppen.
    Regina Liepert-Jehle mit zwei Schildkröt-Puppen: Die Sonderausstellung in Rettenbach zeigt viele weitere und auch ältere Modelle der bekannten Puppen. Foto: Peter Wieser

    Wer kennt sie nicht, „Emma“, die Lokomotive aus dem Kinderbuchklassiker „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ von Michael Ende? Ein Exemplar von „Emma“ steht jetzt auch im Heimatmuseum Rettenbach. Gebaut hat sie Werner Kupka vom Museums-Team. Sie lässt sich bewegen und auf den beiden „Bänkla“ im Führerstand haben sogar vier bis fünf Kinder Platz. Auch „Emmas“ Tochter, die kleinere Lokomotive „Molly“, hat Werner Kupka nachgebaut.

    „Kinderträume“, so heißt die Sonderausstellung, die zum Internationalen Museumstag am 17. Mai eröffnet. Warum „Kinderträume“ und wie kam es dazu? Ideen gibt es beim Rettenbacher Museums-Team genügend. In diesem Fall hatte eine Besucherin aus Krumbach dazu beigetragen, nachdem sie dem Museum mehrere Kartons mit Kindersachen, teilweise originalverpackt, überlassen hatte. So sei der Gedanke entstanden, etwas zu machen, was mit Kindern zu tun habe, erklärt Tanja Müller.

    Viele Mädchen träumen von Puppen wie Inge oder Bärbel

    Man habe sich dabei auch etwas auf Träume und auf bekannte Marken konzentriert. „Jeder war selbst einmal Kind. Man hatte das eine oder andere Spielzeug vielleicht ebenfalls oder hat es seinen Kindern oder den Enkeln geschenkt.“ Bei manchen Dingen dagegen sei es bei einem Traum geblieben. „Ich habe mir immer ein Gardekostüm gewünscht, obwohl ich nie bei einer Garde mitmachen wollte“, fügt sie lachend hinzu.

    Bei Mädchen stehen Puppen ganz weit vorn, der Name Schildkröt ist dabei ein Begriff. Nur wenige aber wissen, dass es Schildkröt-Puppen bereits seit 1896 gab und der Puppenhersteller seinen Ursprung in der früheren Rheinischen Hartgummi-Waaren-Fabrik in Mannheim hat. In den 50er Jahren habe fast jedes „Mädle“ eine Schildkröt-Puppe, die Inge oder die Bärbel, gehabt, erzählt Regina Liepert-Jehle.

    Hans Bühler zeigt eine Metallbaukasten vom Märklin: Einer der Kinderträume im Museum Rettenbach.
    Hans Bühler zeigt eine Metallbaukasten vom Märklin: Einer der Kinderträume im Museum Rettenbach. Foto: Peter Wieser

    Inzwischen gehört die Günzburgerin ebenfalls dem Museums-Team an. Sie habe etwas für das Museum beisteuern wollen, sagt Regina Liepert-Jehle, und sei nun an dieser Einrichtung irgendwie hängengeblieben. Ein Maskottchen hat es jetzt übrigens auch: Das ist der Disney-Esel von Steiff, schließlich ist das Wappentier von Rettenbach ebenfalls ein Esel. Apropos Steiff: Unter den Teddybären und Plüschtieren befinden sich neben „Knopf“ und „Frieda“ auch der „Zotty-Bär“ des berühmten Giengener Spielwaren-Herstellers.

    Ein Stück weit spiegle die Ausstellung „Das Kind im Manne“ wider, fährt Tanja Müller fort und deutet auf die Vitrinen mit den Modellautos, den Kränen und der Ritterburg. Zu seiner Zeit sei natürlich eine Eisenbahn ein Traum gewesen, verrät Reinhold Tietze. Bekommen habe er aber nie eine.

    Märklin und Trix prägten die Kindheit der Modellbauer

    Ein Trafo, ein Gleisoval, eine kleine Dampflok und zwei Güterwagen – in einem Spielzeugkatalog von 1958 ist ein solches Set mit einem Preis von 40 Mark dargestellt. Daneben befindet sich die Originalverpackung. „Die Eisenbahn ist für Euch beide. Und nicht streiten“, steht mit Kugelschreiber darauf geschrieben. „Das war sehr wohl ein Kindertraum“, fügt Hans Bühler hinzu. Bei ihm sei eine solche einmal unter dem Christbaum gestanden.

    Wenn er sie heute manchmal „laufen“ lasse, dann tauche man schon ein wenig in die Träume von damals ein. Dann habe es die Metallbaukasten von Märklin oder von Trix gegeben, wo man Bagger oder Bulldogs zusammengeschraubt habe. Werner Kupka hatten es Spielzeugautos angetan. Anfangs seien es die von Matchbox, die mit der Verpackung wie eine Streichholzschachtel, gewesen, später dann die von Viking – mit denen aber habe er immer nur „sehr sachte“ gespielt.

    Matchbox – die Autos in der Streichholzschachtel: Werner Kupka mit einem grünen Ferrari.
    Matchbox – die Autos in der Streichholzschachtel: Werner Kupka mit einem grünen Ferrari. Foto: Peter Wieser

    Inzwischen ist auch die Spielecke mit einer Holzeisenbahn, einem Kaufladen und einem Kasperle-Theater aufgebaut. Viele der Kinderträume stammen aus den 50er und 60er-Jahren. Zu sehen sind aber auch neuere, etwa bis zum Jahr 2015, wie Diddl-Maus, Hello Kitty, Rabe Socke und Co. – die Kinderträume haben sich inzwischen etwas verändert.

    Die Sonderausstellung im Heimatmuseum Rettenbach kann anlässlich des Internationalen Museumstags am Sonntag, 17. Mai, von 14 bis 17 Uhr erstmals besichtigt werden. An heutige Kinder ist dabei ebenfalls gedacht: unter anderem mit einer Hüpfburg, einer Popcorn-Maschine oder der Gelegenheit für ein Foto in der Lokomotive „Emma“ oder um sie herum. Die weiteren Öffnungszeiten des Heimatmuseums werden regelmäßig bekannt gegeben. Nach Voranmeldung unter Telefon 08224/1229 können auch wieder Sondertermine mit dem Museumsteam vereinbart werden.

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