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Kreistag Günzburg verliert 400 Jahre Erfahrung durch 27 Abschiede

Landkreis Günzburg

400 Jahre Erfahrung gehen: Günzburger Kreistag verabschiedet 27 Mitglieder

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    Die ausscheidenden Mitglieder des Kreistags (drei fehlten am Montag) mit Landrat Hans Reichhart (ganz links).
    Die ausscheidenden Mitglieder des Kreistags (drei fehlten am Montag) mit Landrat Hans Reichhart (ganz links). Foto: Sophia Huber

    Insgesamt 400 Jahre Kreistagserfahrung sind am Montagnachmittag im Panoramasaal in der Außenstelle des Landratsamtes in Günzburg verabschiedet worden. 27 Kreisrätinnen und Kreisräte wurden entweder nicht mehr wiedergewählt, haben vorzeitig das Amt niedergelegt oder von sich aus entschieden, bei der Kommunalwahl in diesem Frühjahr nicht mehr anzutreten. „400 Jahre sind eine große Zahl. Da sieht man, was an Erfahrungswissen und Erfahrungsschatz verloren geht. Ich selbst habe in den letzten sechs Jahren unglaublich davon profitiert, dass der ein oder andere erzählen konnte, wie und warum gewisse Entscheidungen getroffen wurden“, sagte Landrat Hans Reichhart zum Abschied.

    Er sei allen unglaublich dankbar: „Sie können mit Stolz durch diesen Landkreis fahren und sagen, an diesen Projekten habe ich mitgewirkt. Sie haben den Landkreis ein Stück besser gemacht.“ Der Kreistag hat in der vergangenen Wahlperiode von 2020 bis 2026 mehrere Projekte in der Region angestoßen und auch zu Ende gebracht: Schulsanierungen und -digitalisierungen beispielsweise. „Hier muss sich keiner Gedanken machen, ob er in der Schule auf die Toilette gehen kann“, findet Reichhart. Man habe ein Lernumfeld, etwa an den beiden Landkreisgymnasien in Günzburg und Krumbach, geschaffen, das seinesgleichen suche. „Wir haben die Realschule in Thannhausen generalsaniert, andere würden sagen, weitestgehend neu gebaut. Und die meisten haben sich inzwischen auch an die Fassade gewöhnt.“

    Hochwasserkatastrophe stärkt den regionalen Zusammenhalt im Kreis Günzburg

    Bezahlbarer Wohnraum und Pflege seien ebenfalls Themen gewesen, die unglaublich stark gefordert hätten. Zudem sei die Hochwasserkatastrophe in die Amtszeit gefallen, der Zusammenhalt habe darüber hinaus angehalten.

    Das Gremium konnte oft vom unternehmerischen Wissen von Schlossbrauerei-Chef Rudolf Feuchtmayr profitieren, so der Landrat.
    Das Gremium konnte oft vom unternehmerischen Wissen von Schlossbrauerei-Chef Rudolf Feuchtmayr profitieren, so der Landrat. Foto: Bernhard Weizenegger (Archivbild)

    Besonders bedankte sich der Landrat bei den Kolleginnen und Kollegen, die im Verwaltungsrat der Kreiskliniken saßen. „Wir dachten, wir machen Sitzungen, die so zwei Stunden dauern und dann ist alles gut.“ Er lachte. „Es könnte sein, dass unsere Sitzungen etwas länger gedauert haben.“ Sei es ein neuer OP-Trakt in Krumbach, die Geburtenstation in Günzburg: Viel wurde geschafft, Strukturen neu gebildet, Nischen gefunden, doch schwierige Aufgaben stehen auch noch an.

    Dr. Thomas Ermer hat seit 1996 seine Erfahrungen im Kreistag eingebracht. Im Günzburger Stadtrat bleibt er.
    Dr. Thomas Ermer hat seit 1996 seine Erfahrungen im Kreistag eingebracht. Im Günzburger Stadtrat bleibt er. Foto: Lebenshilfe Günzburg (Archivbild)

    Besonders hervorgehoben wurden bei der Verabschiedung die zwei „Spitzenreiter“ im Kreistag. Dr. Thomas Ermer (CSU) und Rudolf Feuchtmayr (CSU) waren beide 30 Jahre lang Mitglied des Gremiums. Seit 1996 gestalteten sie die Politik im Kreistag mit. Ermer ist bei der Kommunalwahl auf einem hinteren Platz angetreten (Platz 27) und hat mit Platz 34 den Einzug in den Kreistag damit nicht mehr geschafft, Feuchtmayr stand für den Kreistag nicht mehr zur Wahl.

    Diese 27 Rätinnen und Räte wurden (in alphabetischer Reihenfolge der Nachnamen) verabschiedet:

    • Luise Bader, Offingen
    • Philipp Beißbarth, Jettingen-Scheppach
    • Christoph Böhm, Jettingen-Scheppach
    • Franziska Deisenhofer, Kammeltal
    • Dr. Thomas Ermer, Günzburg
    • Rudolf Feuchtmayr, Ichenhausen
    • Klemens Ganz, Krumbach
    • Anton Gollmitzer, Günzburg
    • Robert Hartinger, Münsterhausen
    • Gerhard Jauernig, Günzburg
    • Roland Kempfle, Kötz
    • Christian Konrad, Leipheim
    • Eveline Kuhnert, Burgau
    • Harald Lenz, Ebershausen
    • Dr. Dr. Bernhard Lohr, Günzburg
    • Leonhard Ost, Ellzee
    • Birgit Rembold, Günzburg
    • Alfred Sauter, Ichenhausen
    • Peter Schoblocher, Thannhausen
    • Georg Schwarz, Neuburg a. d. Kammel
    • Kurt Schweizer, Offingen
    • Helga Springer-Gloning, Günzburg
    • Marianne Stelzle, Günzburg
    • Ilse Thanopoulos, Wiesenbach
    • Lorenz Uhl, Kammeltal
    • Peter Walbuger, Burtenbach
    • Christoph Weber, Krumbach

    Zuletzt betonte Reichhart das Engagement jedes Einzelnen: Jeder und jede, der im Kreistag sei oder ausscheide, hätte in der Zeit der Sitzungen auch etwas anderes tun können – sei es im Hauptberuf zu arbeiten, Zeit mit der Familie zu verbringen oder Spazieren zu gehen: „Doch Sie sind alle hier und opfern Zeit für das Gemeinwesen.“ Die Bürgerinnen und Bürger würden oft nicht sehen, wie viele Abende und wie viel Aufwand hinter einem kommunalpolitischen Engagement steckten.

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