Scharfes Sehen, gutes Hören – das bedeutet gleichzeitig Lebensqualität. „Sehen Hören Hahn“, seit knapp 40 Jahren am Günzburger Marktplatz, ist das dritte der sechs Geschäfte, das zu einem „Blick hinter die Kulissen“ der Cityinitiative Günzburg in Zusammenarbeit mit der Günzburger Zeitung eingeladen hat. Hinter dem Unternehmen stehen Harald und Uschi Hahn, Benjamin und Sara Hahn sowie zwei Augenoptikermeisterinnen und eine Auszubildende. Nach einem Umbau des Gebäudes zeigt sich das Geschäft seit 2024 in neugestalteten Räumen, ein Aufzug ist ebenfalls vorhanden.
An diesem Nachmittag geht es um Augenoptik und Hörakustik. Das Interessante dabei: Alle sieben Teilnehmenden tragen eine Brille. Zufall? Oder vielleicht sind sie ja auch gerade deswegen gekommen. Sie sei hier Kundin, seit das Geschäft 1987 geöffnet habe. Was aber „hinter den Kulissen“ passiere, das bekomme man normalerweise nicht mit, sagt eine Teilnehmerin aus Ichenhausen. „Mich interessiert zudem das Thema Hörgeräte.“ Mit diesem startet auch die Runde durch das Geschäft: Kopfhörer aufsetzen und feststellen, dass es dabei deutliche Unterschiede gibt – bei Basisgeräten ist der Klang ein anderer als bei solchen im Premiumbereich.
Benjamin Hahn erklärt neue Technik beim Hörgerät
Einstellungen lassen sich auch über das Smartphone regeln. Und wenn man keines hat? Dann geht das auch am Gerät selbst oder über eine Fernbedienung. Beispielsweise das Unterdrücken von Windgeräuschen beim Fahrradfahren oder das Dämpfen von plötzlich auftretenden Geräuschen wie Husten, Klirren oder Klatschen. Und wie ist das mit dem Preis? Die Krankenkasse übernimmt in der Regel etwa 700 Euro je Gerät, dafür gibt es die Basisvariante. Premiumgeräte dagegen können bei 3000 Euro liegen.
Wichtig dabei ist: Was braucht der Kunde, wie läuft sein Alltag ab, welche sind seine Gewohnheiten, welche Technik soll es sein, und worauf kann er verzichten. „Die Geräte werden immer intelligenter“, erklärt Benjamin Hahn. Nächste Frage: Wie sieht das aus, wenn ein Hörgerät nass wird, wenn es regnet oder wenn man vergisst, es beim Duschen abzunehmen? Letzteres sollte man vermeiden, auch wenn ein solches spritzwassergeschützt und gut versiegelt ist. Manches Gerät soll tatsächlich schon einmal einen Waschgang in der Waschmaschine überlebt haben.
Im Anschluss geht es mit dem Thema Augenoptik weiter. Das Günzburger Unternehmen ist nicht nur klassischer Optiker, es werden auch sogenannte Screenings durchgeführt – Gesundheitsvorsorge für die Augen, wo Auffälligkeiten rechtzeitig erkannt werden können, und High-Tech von der Ausstattung her. Ähnlich ist das bei der Augenglasbestimmung, der Brillenzentrierung oder, um zu sehen, ob eine Kontaktlinse gut sitzt.
Sehen Hören Hahn fertigt Brillen in eigener Werkstatt
„Sehen Hören Hahn“ ist ein Handwerksbetrieb, bei dem das Einbauen der Brillengläser nicht andernorts ausgelagert ist, es findet in der eigenen Werkstatt statt. „Die Gläser kommen zu uns, wir machen die Gläser hier vor Ort in die Brille“, erklärt Benjamin Hahn. Es gibt sie in verschiedenen Größen und sie werden exakt passend geschliffen und anschließend in das Brillengestell eingesetzt – Präzisionsarbeit, und das was der Kunde nicht sieht, wenn er seine fertige Brille später abholt. „Die Tätigkeiten sind enorm breitgefächert“, fügt Harald Hahn hinzu. Es geht um Feinmechanik, Medizin, Beratung, Mode, Farben und um vieles mehr.
„Es ist wichtig, dass es solche Handwerksbetriebe gibt, und wo man sich gut aufgehoben fühlt“, sagt eine Teilnehmerin im Anschluss. Für sie sei vor allem die Werkstatt interessant gewesen, sagt eine andere: Als Brillenträgerin bekomme man zwar schon einiges mit. Wie aber die Gläser geschliffen würden und wie sie letztlich in die Brille kämen, das sei etwas ganz Neues für sie gewesen.
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