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Sozialwohnungen fehlen im Landkreis Günzburg – Mieten belasten Azubis und Senioren

Landkreis Günzburg

Sozialwohnungen fehlen: Wie steigende Mieten Azubis und Senioren herausfordern

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    Sie sind beliebt, aber rar: Sozialwohnungen werden auch im Kreis Günzburg gebraucht.
    Sie sind beliebt, aber rar: Sozialwohnungen werden auch im Kreis Günzburg gebraucht. Foto: Patrick Pleul, dpa (Symbolbild)

    Jüngere und ältere Menschen gehören zu den Verlierern, wenn es ums Wohnen geht. Das zeigt, so die IG BAU Schwaben, der aktuelle „Soziale Wohn-Monitor“ vom Pestel-Institut, den die Gewerkschaft mit in Auftrag gegeben hat. „Etliche der rund 2490 Azubis im Landkreis Günzburg wohnen noch bei ihren Eltern. Und das nicht immer ganz freiwillig. Denn eine eigene Wohnung können sie sich oft nicht leisten“, sagt Michael Jäger von der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU). Das Wohnen werde gerade auch für Azubis mehr und mehr zum Problem.

    „Tragisch ist es, wenn ein Ausbildungsvertrag nicht zustande kommt, weil das Wohnen zu teuer ist. Etwa dann, wenn Jugendliche weder eine Wohnung noch ein WG-Zimmer in der Nähe des Ausbildungsbetriebs bezahlen können“, so Michael Jäger im Rahmen einer Pressemitteilung. Deshalb sollten der Bund und der Freistaat Bayern den Neubau von Azubi-Wohnungen unterstützen – vor allem im Umfeld von Ausbildungszentren. Jäger spricht sich dabei auch für Steueranreize aus, wenn ein Betrieb dafür sorgt, dass seine Auszubildenden ein Dach über dem Kopf bekommen. Probleme auf dem Wohnungsmarkt hätten auch Studierende. „Deshalb muss es auch in Universitätsstädten eine gezielte Förderung für den Neubau von Studi-Wohnungen geben“, so Jäger.

    IG BAU Schwaben warnt vor Wohnarmut im Alter

    Weiterhin warnt die IG BAU Schwaben vor „Wohnarmut im Alter“ und hat dabei die geburtenstarken Jahrgänge im Blick: rund 16.300 Baby-Boomer im Landkreis Günzburg, die nach Berechnungen des Pestel-Instituts bis 2035 komplett in Rente sein werden. „Viele der Baby-Boomer im Kreis Günzburg bekommen nur eine niedrige Rente. Denn sie haben oft Phasen von Arbeitslosigkeit hinter sich. Außerdem haben sie ganz häufig auch für niedrige Löhne gearbeitet. Wenn die Baby-Boomer in den nächsten Jahren in Rente gehen, werden etliche sich ihre bisherige Wohnung kaum oder gar nicht mehr leisten können: Sie wohnen sich regelrecht arm“, sagt Michael Jäger.

    Die IG BAU warnt vor einer weiteren Verschärfung auf dem Wohnungsmarkt. „Mieten kennen seit Jahren nur eine Richtung: nach oben. Das muss sich ändern. Wir brauchen wieder sinkende und damit bezahlbare Mieten.“ Ein wichtiger Schritt, um dahin zu kommen, seien mehr Sozialwohnungen. „Nur mehr günstiger Wohnraum sorgt für Druck auf die Mieten am Markt. Der Neubau von Sozialwohnungen muss zur politischen Herzenssache und zur Sache der politischen Vernunft werden“, so Michael Jäger. Der „Soziale Wohn-Monitor“ vom Pestel-Institut nenne dabei eine erste Zielmarke: die Verdopplung von derzeit ein auf zwei Millionen Sozialwohnungen bundesweit bis zur Mitte des nächsten Jahrzehnts. Für Bayern bedeute das konkret: „Bis 2035 muss es in ganz Bayern 283.700 Sozialwohnungen geben“, so Michael Jäger. Der „Soziale Wohn-Monitor“ lege damit eine deutliche Messlatte: 18.700 zusätzliche Sozialwohnungen für Bayern pro Jahr. Um diese Zielmarke bei den Sozialwohnungen zu erreichen, sei eine intensive Förderung durch den Bund und den Freistaat Bayern notwendig.

    Außerdem müsse der Freistaat eine öffentliche Statistik führen: „Es ist wichtig, zu wissen, wo in Bayern wie viele Sozialwohnungen pro Monat neu gebaut worden sind“, sagt der Vorsitzende der IG BAU Schwaben. (AZ)

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