Interview

07.09.2018

„Das wäre das Höchste“

Jakob Schwegle vor dem Sportheim der SpVgg Krumbach, bei dessen Bau er kräftig mitgewirkt hat. <b>Foto: Alois Thoma</b>
Bild: Alois Thoma

Jakob Schwegle von der SpVgg Krumbach ist seit Jahrzehnten ehrenamtlich tätig. Was er sich vom Tabellenführer der A-Klasse West 1 zum Doppeljubiläum wünscht

Wenn Sie auf die aktuelle Tabelle der Fußball-A-Klasse West 1 blicken, dann muss doch Ihr Herz so hochschlagen wie schon lange nicht mehr, oder, Herr Schwegle?

Schwegle: Ja schon, aber das ist nur eine Momentaufnahme. Viel wichtiger ist, dass wir am letzten Spieltag dieser Saison auf Platz eins stehen.

Zuletzt feierte die SpVgg einen 12:1-Kantersieg gegen Gundremmingen. Marco Giesel hat in diesem Spiel sechs Tore erzielt. Damit schraubte er sein Konto in dieser Saison auf zehn Treffer. Befürchten Sie, dass der bald abgeworben werden könnte?

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Schwegle: Bei einem guten Spieler muss man immer rechnen, dass er für andere Vereine interessant ist. Es freut mich für Marco Giesel, dass er zurzeit so erfolgreich ist. Das war schon längst fällig, denn er ist äußerst trainingsfleißig.

Zum Auftakt der Vorbereitung auf die neue Saison hieß es, dass die SpVgg voll auf die Jugend setzt, zumal neun Spieler aus der A-Jugend in den Herrenbereich wechselten. Wie weit ist die Integration dieser Spieler gelungen?

Schwegle: Drei Spieler zählen fest zum Stamm der ersten Mannschaft. Der Rest hat in der Vorbereitung auch schon seine Chance bekommen, spielt aber zurzeit in der Zweiten. Wobei man sagen muss, dass einige Akteure gute Ansätze zeigen. Und der Einsatz in der Reserve ist bei uns keine Strafe, denn die ist heuer ebenfalls enorm stark.

Nach jeweils dritten Plätzen in den beiden vergangenen Spielzeiten hat die SpVgg nun den Aufstieg in die Kreisklasse als Ziel ausgegeben. Trauen Sie das der Mannschaft zu?

Schwegle: Wenn jeder – nicht nur die Spieler, sondern auch das Team drumherum – anpackt und sich volle Pulle reinhängt, sollte es klappen. Am Trainingsfleiß soll es nicht liegen. Es gibt, denke ich, nicht viele Vereine, die einen Trainingsdurchschnitt von 25 Mann vorweisen können. Das Höchste waren sogar einmal 34 Teilnehmer. Zudem sind wir enorm konditionsstark, was man gegen Gundremmingen in der zweiten Halbzeit deutlich gesehen hat.

Der Aufstieg wäre ein schönes Erlebnis zu Ihrem persönlichen Jubiläum.

Schwegle: Ja, das wäre das Höchste. Nächstes Jahr werde ich 75 und heuer sind es 40 Jahre, seit ich bei der SpVgg beziehungsweise beim 78 FC Krumbach ehrenamtlich tätig bin. Der FC 78 und die Sportfreunde fusionierten ja 1990 zur SpVgg.

Der Vereinsvorsitzende Peter Talano bezeichnet Sie als „gutmütige Seele“ und „enorm wichtig“ für den Verein. In den vergangenen 40 Jahren waren Sie doch sicher in verschiedenen Ämtern ehrenamtlich im Einsatz. Können Sie mal einen kurzen Einblick geben?

Schwegle: Ich war viele Jahre zweiter Vorsitzender, 14 Jahre Jugendtrainer, darüber hinaus auch noch Platzwart. Ich betreue bei Bedarf die zweite Mannschaft und bin auch sonst zur Stelle, wenn Not am Mann ist. Wie sagt man so schön: Ich bin Mädchen für alles.

Dabei waren Sie selbst eigentlich nie der große Fußballer?

Schwegle: Ich habe noch nie Fußball gespielt. Ich war früher mal Anhänger des TSV Krumbach, bin dann nach der Gründung des FC 78 unverhofft über das Amt des Würstchenverkäufers in den Vorstand gekommen.

Können Sie drei Gründe nennen, warum bei Ihnen die Devise gilt: Einmal SpVgg, immer SpVgg?

Schwegle: Da ist die sehr gute Kameradschaft, die Freude darüber, dass die Arbeit von den Spielern geschätzt wird und dass sie sehr entgegenkommend und hilfreich sind.

Aber Sie sind nicht der Einzige aus der Familie Schwegle, der sich für den Verein aufopfert.

Schwegle: Meine Frau wäscht seit 16 Jahren die Trikots. Diese Aufgabe hat sie von meiner Mutter Theresia übernommen.

Können Sie sich an Ihre schönsten Erlebnisse in den zurückliegenden 40 Jahren erinnern?

Schwegle: Das waren die Aufstiege mit dem FC 78 und der Spielvereinigung. Allerdings musste man auch wieder in den sauren Apfel des Abstiegs beißen. Was mich besonders freut: Sechs Spieler, die ich als Jugendtrainer unter meinen Fittichen hatte, spielen heute in der ersten Mannschaft. Da kann es nicht ganz falsch gewesen sein, was ich gemacht habe.

Am Sonntag haben beide Mannschaften der SpVgg Bosporus Thannhausen zu Gast (das Heimrecht wurde getauscht). Ihr Tipp?

Schwegle: Ich hoffe, dass alle sechs Punkte in Krumbach bleiben. Interview: Alois Thoma

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