Auszeichnung

10.06.2018

„Das war gigantisch“

Bayerns Innen- und Sportminister Joachim Herrmann überreicht die Sportplakette des Bundespräsidenten an die Delegation der Eintracht Autenried mit (von links) Zweitem Vorsitzenden Thomas Veit, Schützenmeister Harald Kempter, Schützen-Ehrenamtsbeauftragtem Erwin Kempter und Vereinschef Marcus Galster. Rechts im Bild Günther Lommer, der im Rahmen eines Festakts nach 14 Jahren an der Spitze des Bayerischen Landessportverbands verabschiedet wurde.
Bild: Sammy Minkoff

Eintracht Autenried erhält die Sportplakette des Bundespräsidenten. Die Delegierten des Vereins zeigen sich von der feierlichen Atmosphäre beeindruckt.

Die überbordende Pracht beeindruckte Harald Kempter nachhaltig. Immer wieder ließ er seine Blicke durch das Cuvilliés-Theater in der Münchner Residenz schweifen. Dort, in diesem einzigartigen Juwel des Rokoko, zeichnete Bayerns Innen- und Sportminister Joachim Herrmann nun insgesamt 14 bayerische Sport- und Schützenvereine mit der Sportplakette des Bundespräsidenten aus. Mitten unter ihnen die vierköpfige Delegation der Geselligen Vereinigung Eintracht Autenried. Und Kempter, als Schützenmeister einer der Repräsentanten des Vereins, kam aus dem Staunen nicht heraus. „Das ist auf jeden Fall ein Erlebnis, das ich bis jetzt noch nicht genießen konnte“, sagte er. Mit ein wenig zeitlichem Abstand fügte er dann hinzu: „Das war gigantisch, eine einmalige Sache für unseren Verein. Ich glaube nicht, dass es das noch einmal gibt.“

Die Sportplakette des Bundespräsidenten ist ein Zeichen der Anerkennung des Staates für Vereine, die seit mindestens einem Jahrhundert bestehen und sich große Verdienste um den Sport erworben haben. In seiner Ansprache lobte Herrmann: „Unseren Sport- und Schützenvereinen ist es hervorragend gelungen, Tradition und Fortschritt miteinander zu verbinden und ihren Mitgliedern eine Heimat zu geben, die von Miteinander und Teamgeist geprägt ist.“ Das großartige Engagement seitens der Vereine sei ein enormer Gewinn für die Gesellschaft und ein wertvoller Beitrag für die Zukunft des Sportlandes Bayern. Wie Herrmann betonte, verbinden Sportvereine die Menschen über Generationen und Geschlechter hinweg – unabhängig von persönlicher Lebenssituation, Herkunft, Sprache, Hautfarbe und Religion. „Nirgends funktioniert Integration so unbeschwert“, hob der Staatsminister hervor.

Bei der Feierstunde vor einigen Hundert geladenen Gästen bezeichnete Herrmann den Freistaat als „starken und verlässlichen Partner“ der Vereine. Seit 2013 seien nach seinen Angaben mehr als 300 Millionen Euro in den bayerischen Sport geflossen. Die Fördermittel seien in diesem Zeitraum um gut ein Drittel auf heuer 63,4 Millionen Euro gestiegen.

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In Autenried gründeten sich 1887 zunächst zwei Schützenvereine – ein bürgerlicher und ein herrschaftlicher. Beide schlossen sich 1912 zur Schützen-Abteilung in der neuen Geselligen Vereinigung Eintracht Autenried zusammen. Dort fanden auch die Musiker ihre Heimat, die nach Lage der Aufzeichnungen bereits 1853 zusammengekommen waren. Die Neugründung des Gesamtvereins nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte 1949; die heute größte Abteilung Fußball feierte im vergangenen Jahr ihr 50-jähriges Bestehen.

Bundespräsident Karl Carstens hatte die Sportplakette 1984 als höchste staatliche Auszeichnung für Sportvereine gestiftet. Für die Gesellige Vereinigung ist es bereits die zweite Würdigung durch die Bundesrepublik: 2013 wurde die Musikkapelle des Autenrieder Vereins mit der Pro-Musica-Plakette für künstlerische oder volksbildende Verdienste in ihrem mehr als 100-jährigen Bestehen gewürdigt. Diese Medaille hatte Bundespräsident Heinrich Lübke 1968 eingeführt.

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