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Fußball-Verbandspokal

22.08.2018

Der Traum stirbt am Elfmeterpunkt

Zweikampf unter Torschützen: Der Ichenhauser Julian Riederle (am Ball) erzielte das 2:1, der Memminger David Remiger das 0:1. Wie in dieser Szene wehrten sich die Königsblauen jederzeit auf Augenhöhe.
Bild: Ernst Mayer

Der SC Ichenhausen bringt den hohen Favoriten FC Memmingen an den Rand einer Niederlage. Patrick Wild durchlebt das Drama des Torwartlebens in einem Spiel.

Das Achtelfinale im Verbandspokal war zum Greifen nah. Und hätte Fußball etwas mit Gerechtigkeit zu tun, wäre der SC Ichenhausen an diesem Dienstagabend als Sieger vom Platz gegangen. Weil das aber nicht der Fall ist, unterlag der heimische Landesligist dem hoch favorisierten Regionalliga-Spitzenreiter FC Memmingen nach Elfmeterschießen 5:6 (2:2, 0:1).

Den Ausschlag gab nach einem auf Augenhöhe geführten Spiel ein, man muss das so deutlich sagen, Blackout von SCI-Torwart Patrick Wild. Es lief die 86. Minute, die Königsblauen führten 2:1, hielten die anrennenden Memminger mit Geschick und Willen weitestgehend außerhalb der Gefahrenzone, als Wild bei einem weiten Ball die fatale Entscheidung traf, den Ball 25 Meter vor seinem Gehäuse abzulaufen, mit dem Kopf zu klären oder irgendetwas in dieser Art. Die Kugel tickte fünf Meter vor ihm auf den Rasen, flog über seinen Kopf hinweg und der nachsetzende Memminger Jannik Rochelt schob sie mühelos ins leere Tor (86.).

Wild hatte bereits beim 0:1, einem Fernschuss-Treffer von David Remiger (20.), nicht allzu gut ausgesehen. Und so durchlebte der 26-Jährige gestern das ganze Drama eines Torwartlebens, denn mit Ausnahme dieser beiden Szenen hielt er bravourös. Sportleiter Rudi Schiller wollte dann aus der „unglücklichen Aktion“ seines Keepers auch keine große Geschichte machen. Er nahm die positiven Aspekte eines großartigen Pokal-Kampfes mit und sagte: „Ichenhausen kann stolz sein auf diese Leistung.“

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Auf die übliche Abtastphase wurde verzichtet. Memmingen wollte die Sache gleich offensiv gestalten. Allerdings passten die Allgäuer hinten nicht auf. Als sich Luca Sirch und Torwart Fabio Zeche nicht einig waren, landete der Ball vor den Füßen von Kilian Kustermann. Der allerdings war zu überrascht, um die Kugel Richtung Tor umzuleiten. Nach gut einer Viertelstunde landete eine präzise Freistoß-Flanke von Marco Boyer beim aufgerückten Waldemar Schaab, doch dessen wuchtiger Kopfball strich knapp am Tor vorbei (17.). „In dieser Phase müssen wir das 1:0 machen“, urteilte Schiller. Er argwöhnte das Übel wohl schon und tatsächlich lag der Ball urplötzlich auf der anderen Seite des Spielfeldes im Netz.

Der Führungstreffer spielte dem Regionalligisten in die Karten. Die Memminger passten sich nun in aller Ruhe den Ball zu, ließen Ichenhausen laufen, lockten die Königsblauen nach vorne und versuchten dann, in die frei werdenden Räume zu stoßen. Insgesamt hielt sich der Gastgeber aber wacker. Und zum zweiten Durchgang kamen die Königsblauen mit frischem Schwung zurück. Gleich die erste gute Offensivaktion brachte den Ausgleich. Boyer flankte von rechts in die Mitte, Kilian Kustermann grätschte mit vollem Einsatz in die Flugbahn und beförderte die Kugel aus spitzem Winkel ins Netz (48.). Kurz danach hätte Denis Nickel sogar das 2:1 machen können, doch er zögerte im Abschluss eine Spur zu lang (53.). Der Außenseiter hatte nun seine beste Phase, der Zwei-Spielebenen-Unterschied zwischen den Kontrahenten war ohnehin nie erkennbar. Und tatsächlich kamen die Königsbauen der Überraschung ganz nahe: Als Julian Riederle im Strafraum an den Ball kam, nutzte er die Gelegenheit und netzte cool ein (59.).

Es folgten schwere Minuten für die SCI-Abwehr. Aber sie hielt, mit großem Einsatz und unbedingtem Willen – bis zur 86. Minute.

Im Elfmeterschießen trafen vier Memminger in Folge, während zwei Schützen der Gastgeber an Torwart Fabio Zeche scheiterten.

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