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Handball-Bayernliga

18.12.2017

Ein wunderbares Fest schon vor der Weihnachtspause

Abschied nach einem grandiosen Jahr 2017: Die Günzburger Bayernliga-Handballer und die vielen mitgereisten Fans durften in Ottobeuren noch einmal kräftig jubeln.
Bild: Stephan Hofmeister

Im Allgäu punkten nicht nur die Spieler in den weinroten Trikots. Ein Günzburger ragt heraus

„Auswärtssieg, Auswärtssieg“ – minutenlang ließen sich die Günzburger Bayernliga-Handballer von ihren Fans feiern. Zu Recht, hatten sie doch soeben in einer umkämpften Partie beim abstiegsgefährdeten TSV Ottobeuren kühle Köpfe bewahrt und verdient 29:26 gewonnen. Der Sprung nach vorne im Vergleich zur ersten Saison in Bayerns höchster Spielklasse ist in der Weihnachtsbilanz glasklar erkennbar. Mit 18:8 Punkten verbringt die Mannschaft nun Weihnachten und Silvester auf dem laut Trainer Stephan Hofmeister „famosen“ dritten Platz. Die Weinroten haben in der Herbstrunde mehr Punkte erspielt als in der ganzen Saison 2016/2017.

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Doch nicht nur die Mannschaft beeindruckte mit einem abgezockten Auftritt, überragend war das begeisternde Gesamtbild der Günzburger im Allgäu. Der Mannschaftsbus war gerammelt voll und die AH hatte einen zusätzlichen 70-Mann-Bus für die Fans organisiert, um die neue Handballgeneration gebührend anzufeuern. Auch aus anderen Richtungen eilten Günzburger herbei. Die B-Jugendlichen reisten 250 Kilometer aus Nürnberg vom Bayernliga-Punktspiel beim TV Eibach an, die Damen vom Landesligaspiel aus Biessenhofen.

Stolz liefen die VfL-Handballer vor dieser Traumkulisse ein und legten los wie die Günzburger Feuerwehr. Durch Tore von Nico Jensen, Stefan Knittl und Manuel Scholz prangte ein 0:3 von der Anzeigentafel, die schon so viele tolle Handballschlachten zwischen Landes- und Regionalliga dokumentiert hat. Die VfL-Abwehr schien in dieser Auftaktphase sehr gut eingestellt. Luca Kaulitz gelang erst in der achten Minute der erste Treffer für die Gastgeber.

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Das war dann die Initialzündung für eine umkämpfte Partie. Aufgeben tut sich der Ottobeurer trotz Verletzungsmisere nicht. Diese Handballer wissen ebenfalls, was sie ihren Farben schulden. Laut wurden sie von ihren Anhängern nach vorne getrommelt. Da kämpfte ein echtes Team gegen den Sog des Abstiegs. Beim 5:5 durch Patrick Kofler war das Spiel unentschieden. Um kleinste Stellungsvorteile wurde nun gerungen. Bis zum 8:8 blieb es dabei. Dann schlugen Jonas Lehr und dreimal Stefan Knittl, der im Günzburger Leibchen einen riesigen Sprung nach vorne gemacht hat, unbarmherzig zu. Der VfL führte 12:8. Kurz aber währte der Gedanke an einen beruhigenden Vorsprung. TSV-Trainer Daniel Berkessel, schon als Spieler in etlichen Handballgefechten gestählt, nahm die Auszeit. Die Günzburger gerieten in Unterzahl und zur Halbzeit hieß es ergebnisoffen 12:12.

Beim Wiederanpfiff setzte Hofmeister auf Geschwindigkeit und brachte Turbo Raphael Groß, um die Konditionsreserven des dünner besetzten TSV-Kaders anzugreifen. Das sollte sich später auszahlen. Zunächst aber blieb alles ein zähes Hin und Her. Beide Mannschaften, aber auch ihre Fangemeinden gaben alles. Pascal Buck, der in der ersten Halbzeit mit etlichen Lattenknallern Pech gehabt hatte, traf nun. Der VfL-Coach wechselte. Torwart Dennis Mendle, der seit Wochen durch starke Trainingsleistungen besticht, kam und hielt wuchtige Würfe, darunter auch einige „unhaltbare“. Michael Jahn wurde in dieser Phase zum Edel-Joker. Drei Rückraumtreffer in fünf Minuten unterstreichen nicht nur seine Ambitionen auf mehr Spielanteile im Rückraum, sondern brachten die Weinroten nach vorne. 16:20 stand plötzlich im Spielprotokoll. Die Ottobeurer um ihren achtfachen Torschützen Karlo Tomic kämpften verbissen, doch näher als auf zwei Tore Differenz sollten sie nicht mehr herankommen; zum letzten Mal gelang ihnen das beim 19:21 (49.). Der VfL wirkte nun frischer. Doch erst beim 24:29 (59.) war das Spiel entschieden. (zg)

VfL Günzburg Bieber, Mendle; Knittl (8), Guckler, Jahn (3), Buck (6), Leix, J. Hermann, Groß (2), Jensen (1), Lehr (4), N. Hermann, Scholz (4)

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