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Handball-Bayernliga

20.04.2018

Eine Belohnung für die Günzburger Fans und ihre Helden

Zu schnell für den Gegner: Der Günzburger Jonas Guckler kommt frei stehend zum Abschluss. Jugendliches Tempobolzen ztählte die ganze Saison über zu den Erfolgsgeheimnissen des VfL.
Bild: Ernst Mayer

Warum ein Heimsieg gegen Ottobeuren so wichtig für die Weinroten wäre.

Es ist erst ein Jahr her, als die Günzburger Handballer ganz knapp am Abstieg aus der Bayernliga vorbeigeschrammt sind. Nun, zwei Spieltage vor Ende der aktuellen Runde, steht die Mannschaft selbst nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge auf dem ausgezeichneten vierten Platz. Und sie klopft mit einem Punkt Rückstand immer noch – wenn auch viel leiser als noch vor 14 Tagen – an das Tor zur Vizemeisterschaft.

Um das Klopfen zum Pochen zu erheben, muss auf jeden Fall ein Sieg im abschließenden Heimspiel dieser Saison her. Am Samstag, 21. April, empfangen die VfL-Handballer den TSV Ottobeuren. Anpfiff zum Schwaben-Derby ist um 19.30 Uhr.

Ein Heimsieg soll auch eine Belohnung für die Fans sein. Sie haben immer ihren Teil zur nicht für möglich gehaltenen Leistungssteigerung des Teams beigetragen. Und das Publikum ist mit der jüngsten Mannschaft der Liga stetig mitgewachsen. Auch diese Saison blieb der VfL Zuschauer-Krösus in der bayerischen Eliteliga.

Die Abteilungsleitung ist unendlich stolz auf die Leistungsexplosion der neuen Generation. Was vielen verborgen blieb: Die Mannschaft litt unter dem mit Abstand dünnsten Kader in der Liga. Bis kurz vor Weihnachten dachte Trainer Stephan Hofmeister deshalb vor allem an Nichtabstieg. Dazu kam der monatelange Ausfall von Leistungsträgern: In der Hinrunde Patrick Rösch und in der Rückrunde dann die Haupttorschützen der ersten Halbserie, Stefan Knittl und Pascal Buck. Bedingungsloses Nicht-Jammern und die stete Suche nach der kleinsten funktionierenden Einheit waren das Rezept von Trainer Hofmeister. Ein unauffälliger Held war dabei Youngster Jacob Hermann, der seinem Team im Rückraum, am Kreis und auf Außen wertvollen Ersatzdienst leistete und im ersten Aktivenjahr Leistungsträger ohne feste Position wurde. Nun soll die Mannschaft gebührend zu Hause verabschiedet werden. Hofmeister: „Die Spieler haben das verdient. Sie sind Helden des Amateursports und der personifizierte Günzburger Weg.“

Die Gäste aus Ottobeuren sind in sofern arme Handball-Ritter, als es ihnen umgekehrt erging wie den Weinroten: Immer alles gegeben und allzu oft punktlos da gestanden. Vorletzter ist das Team mit vier Punkten Rückstand bei Höchstwahrscheinlichkeit, dass wenigstens drei Teams absteigen müsseen – da ist der berühmte Strohhalm im quälenden Abstiegssumpf fast komplett zerrissen, das Fünkchen Hoffnung fast erloschen. Der Ottobeurer Aufschwung kam in der Rückrunde mit den Neuverpflichtungen von Dusko Trifunovic (mehr als sechs Treffer im Schnitt) und Filip Matijevic. Doch wirklich Zählbares kam zu selten heraus.

Um den Handball in der Region hoch zu halten, müssen die TSV-Verantwortlichen einen eigenen Weg mit sehr vielen Spielern aus dem Südosten Europas gehen, denn im Allgäu fehlt es an leistungswilligen Talenten. Einigen bösen Hohn müssen sich die engagierten Verantwortlichen dafür anhören. In dieses Horn bläst man beim VfL nicht. Schließlich weiß man aus alten Handballgeschichten, wie aufwändig die Suche nach Wohnungen und Arbeitsplätzen ist und dass dabei wirkliche Integrationsarbeit geleistet wird. Hofmeister sagt: „Da leistet der TSV Ottobeuren Vorbildliches, das ein Recht auf Anerkennung verdient.“

Der Coach rechnet für das Abschluss-Heimspiel dieser Runde fest mit Günzburger Turbo-Handball. Zuletzt waren im Team Phänomene des Überspielt-Seins zu beobachten, doch das ist laut Hofmeister „normal“ und sollte bis Samstag behoben sein.

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