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25.07.2010

Eine Legende und die Stars von morgen

Ein gefragter Mann auch nach dem Ende seiner aktiven Karriere: Der ehemalige deutsche Nationalspieler und Trainer der U18-Auswahl Christian Schwarzer erfüllte den Günzburger Fans ihre Autogramm- und Fotowünsche.
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Ein gefragter Mann auch nach dem Ende seiner aktiven Karriere: Der ehemalige deutsche Nationalspieler und Trainer der U18-Auswahl Christian Schwarzer erfüllte den Günzburger Fans ihre Autogramm- und Fotowünsche.

Günzburg Eine halbe Stunde nach Abpfiff stand Christian Schwarzer noch immer in der Günzburger Rebayhalle, ließ sich mit Fans fotografieren und schrieb Autogramme. Der ehemalige deutsche Handballnationalspieler brachte nicht nur mit seinen goldenen Schuhen weltmeisterlichen Glanz nach Günzburg - er war die große Attraktion des U18-Länderspiel Deutschland gegen die Slowakei. Auch in der dritten Begegnung innerhalb von drei Tagen ging die deutsche A-Jugend-Auswahl als Sieger vom Platz. 35:27 lautete das Endergebnis eines über weite Strecken sehr unterhaltsamen Spiels.

von Lena Bauer (Texte) und Ernst Mayer (Fotos)

Viele Jugendmannschaften waren zum Abschluss des Günzburger Jugendcups in die Rebayhalle gekommen. Insgesamt 1000 Handballbegeisterte genossen die besondere Atmosphäre, die ein Länderspiel zu bieten hat - mit Flaggen, Nationalhymnen und allem, was dazugehört. Und auch für die Spieler war es die Probe für den Ernstfall: Am 12. August beginnen die Europameisterschaften in Montenegro. Die Spiele gegen die Slowakei waren der Auftakt zum abschließenden Lehrgang und der Kampf um die Stammplätze war in vollem Gange.

Dem kritischen Auge des Günzburger Handballfans entging dabei keinesfalls, dass das Team von Christian Schwarzer insbesondere in der ersten Halbzeit einige Schwierigkeiten mit dem robusten Gegner hatte. Spielzüge funktionierten noch nicht richtig, oftmals wurde zu schnell abgeschlossen und in der Abwehr fehlte die nötige Absprache. Dennoch wurde jeder deutsche Treffer euphorisch beklatscht, die Mannschaft immer wieder mit Trommeln und Klatschen angefeuert. Mario Stark belohnte das Publikum zum Ende der ersten Halbzeit mit einem toll ausgeführten, direkten Freiwurf, der den Treffer zum 15:12-Pausenstand markierte.

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Im zweiten Durchgang wirkte die Jugendauswahl besser eingestellt und dominierte den slowakischen Gegner deutlich. Durch viele schön herausgespielte Treffer brachten die jungen Handballer die Zuschauer immer wieder zum Jubeln. Jan Forstbauer begeisterte durch zahlreiche Treffer aus dem Rückraum und war mit neun Toren erfolgreichster deutscher Werfer. Ein bisschen zauberten die Nachwuchsspieler auch schon wie die Großen: Philipp Weber warf den Ball bei einem Tempogegenstoß hinter seinem Rücken am Torhüter vorbei ins Tor.

Und so stahlen die Stars von morgen dem Weltmeister von 2007 doch ein wenig die Schau und waren nach Spielende genauso von Autogrammjägern umringt wie Christian Schwarzer. Die C-Jugend-Mädchen des VfL Günzburg waren begeistert von den Jungs: "Das war voll geil heute", schwärmte die 13-jährige Catherina, die Trainingsjacke voll von Autogrammen. Die Jungs hätten gut gespielt und würden gut aussehen, dazu seien sie auch noch nett und gar nicht abgehoben. Sie sollen auf jeden Fall wiederkommen, ist sie sich mit ihren Mannschaftskolleginnen Lisa-Marie und Lisa einig. Nur ob nun die Nummer 13 oder die Nummer 20 besser aussah - das muss noch mal diskutiert werden.

Der 13-jährige Philipp spielt ebenfalls beim VfL und zeigte stolz sein Autogramm, das er sich von Namensvetter Philipp Weber geholt hat. "Es ist halt die Nationalmannschaft", war seine einfache Begründung, warum ihm das Spiel so besonders gut gefallen hat. Der elfjährige Stephan erkannte sofort: "Sie spielen auf einem höheren Niveau, den Unterschied sieht man deutlich." Der D-Jugendspieler des VfL war nicht der einzige, der sich über den hochklassigen Handball in der eigenen Halle freute.

In einem weitestgehend fairen Spiel gab es zum Ende der zweiten Halbzeit nur eine kurze Schrecksekunde, als Dennis Backhaus blutend mit einer Kopfwunde vom Feld gebracht werden musste. Er wurde noch in der Halle genäht. "So ein Cut ist nicht so wild", lautete Schwarzers Einschätzung hinterher. Und er wird es wohl wissen.

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