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Eishockey

22.08.2020

Geisterspiele für die Burgauer Eisbären?

Eine leere Tribüne im Burgauer Eispalast? Das will der heimische Landesligist vermeiden. Er hat auch eine Idee, wie das gehen könnte.
Bild: Bernhard Weizenegger

Schreiben des Verbands nennt einen Saisonstart ohne Fans als Möglichkeit. Was ESV-Chef Gebauer dazu sagt

Die Spielzeit in der Eishockey-Landesliga soll unabhängig von der Pandemie-Entwicklung am 16. Oktober 2020 starten. Das geht aus einer von Obmann Frank Butz unterzeichneten Nachricht des Bayerischen Eissport-Verbands (BEV) an alle teilnehmenden Vereine hervor. Ein Spielbetrieb ohne Zuschauer wird in diesem Schreiben ausdrücklich als Möglichkeit genannt – allerdings nur, wenn sich die Landesligisten mehrheitlich dafür aussprechen sollten. Dieses Votum sei dann aber für alle Teilnehmer bindend, führt Butz aus.

Der heimische Landesligist ESV Burgau wird sich bei der entscheidenden Terminsitzung am Montag eindeutig gegen Geisterspiele aussprechen, sagt Vereinschef Werner Gebauer auf Anfrage unserer Zeitung. Dabei drehe es sich keineswegs nur um die Einbußen aus den Ticketverkäufen, betont er. „Keine Zuschauer heißt ja auch keine Getränke, kein Essen, nichts, womit normalerweise Geld verdient ist. Und dann stellt sich ja die Frage: Sind die Sponsoren bereit, ihre Werbung zu zahlen, wenn keine Leute in der Halle sind?“

Auf der Ausgaben-Seite dagegen könne der Verein kaum handeln. Aufwandsentschädigungen für die Spieler, Miete für die städtische Eishalle – das seien neben anderen zwei Faktoren, die den ESV Burgau belasten. Wobei Gebauer sofort anfügt: „Das wird den meisten Vereinen so gehen. Deshalb muss es meiner Meinung nach eine einheitliche Lösung für den gesamten BEV-Bereich geben, also für Bayern-, Landes- und Bezirksliga zusammen.“

Gebauer hat die Sache durchgerechnet und ist überzeugt: „Mit einem Drittel der Kapazität, also mit etwa 250 Zuschauern beziehungsweise 300 Gesamt-Beteiligten kriegen wir es hin.“ Für diese Besucherzahl hat der Verein inzwischen ein Hygienekonzept entwickelt. Es sieht vor, die Stehplätze in nummerierte Sitzplätze umzuwandeln und dafür personalisierte Eintrittskarten zu verkaufen. Besitzer von Dauerkarten seien ohnehin identifizierbar, Tageskarten-Interessenten müssten sich jeweils vorab online registrieren.

Wirklich zuversichtlich ist der Vereinsvorsitzende aber nicht – zumindest, was den geplanten Start-Termin angeht. Für den Gesamtverein hätte freilich selbst eine komplette Absage der Landesliga-Runde keine ernsthaften Auswirkungen, sagt er. Neuzugänge wurden bislang nicht geholt, Trainingsbeginn unter dem neuen Trainer Stefan Roth ist erst am 1. September. Allerdings werde er in Zusammenarbeit mit den jeweils Verantwortlichen „alles dafür tun, dass unsere Kinder Eislaufen und unsere Nachwuchsteams Eishockey spielen können“, bekräftigt Gebauer.

Falls sich die Landesliga-Vereine am Montag mehrheitlich gegen die Ansetzung von Geisterspielen entscheiden, wird der Saisonbeginn wohl auf unbestimmte Zeit verschoben und möglicherweise auch der Modus geändert, formuliert unterdessen Eishockey-Obmann Butz. Der BEV jedenfalls habe sich auf die meisten Szenarien vorbereitet.

Natürlich ist den Verbandsoberen bewusst, dass Geisterspiele die Amateurvereine in akute Geldsorgen bringen können. Butz strebt in den anstehenden Gesprächen einen „von allen Vereinen unterstützten Konsens“ an.

Wie sich die Corona-Krise weiter entwickelt und aus welchen Gründen einzelne Vereine womöglich doch nicht am Spielbetrieb teilnehmen können oder sich aus der laufenden Runde zurückziehen, vermag natürlich niemand vorherzusagen. Der Eishockey-Obmann macht aber vorsorglich klar, dass sich der Verband die jeweiligen Ursachen genau anschauen und sie auch unterschiedlich bewerten wird. Es sei nämlich ein großer Unterschied, ob beispielsweise eine Spielstätte aufgrund der pandemischen Lage gesperrt wird oder ob ein Verein mitten in der Runde aus finanziellen Gründen ausscheidet. (ica)

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