Newsticker

RKI meldet am Sonntag 14.611 neue Corona-Fälle
  1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Lokalsport
  4. Günzburg kommt nicht hinterher

Handball-Bayernliga

23.10.2017

Günzburg kommt nicht hinterher

Pascal Buck war der Pechvogel der Partie gegen den TSV Lohr: Erst gelang ihm der Ausgleich, dann schied er verletzt aus. Nach großem Kampf mussten seine Mannschaftskameraden vom VfL Günzburg ihre erste Saison-Niederlage hinnehmen.
Bild: Ernst Mayer

Dieses Mal kämpfte der VfL umsonst. Gegen Lohr setzt es die erste Pleite. Doch es war spannend bis zum Ende.

Die Handballer des VfL Günzburg haben nach fünf Spielen ohne Niederlage die erste Pleite dieser Bayernliga-Saison kassiert. Nach einem kampfbetonten Spiel verlor der VfL beim TSV Lohr knapp mit 22:24 (10:12).

Obwohl beim TSV Lohr mit seinem begeisterungsfähigen Publikum eine gute und freundliche Atmosphäre herrschte, gab es noch vor dem Spiel einige Aufregung. Zuerst drohte der engagierte Hausmeister damit, die Begegnung platzen zu lassen, weil sich die VfL-Spieler nach der langen Busfahrt traditionsgemäß im Freien einliefen, um frische Luft zu tanken. Eine lückenlose Beweisführung, dass dies in Jogging- und nicht in Hallenschuhen geschah, trug sehr zur Deeskalation der Gesamtsituation bei. Als Nächstes kündigten die Schiedsrichter an, dass Harzverbot herrsche. Da wird der VfL-Handballer schnell kreidebleich. Aber auch das stellte sich als Sturm in der Harzdose dar.

Dann ging es in den richtigen Schuhen und mit viel Harz endlich los. Den besseren Start erwischten die Gastgeber. Mit ihrem überragenden Torwart Tamas Szabo im Rücken führten die Unterfranken schnell mit 3:0 in der gut gefüllten Spessarttorhalle. Erst in der achten Minute gelang Spielmacher Nico Jensen der erste VfL-Treffer. Der zähe Auftakt zeigte bereits, dass die Defensivreihen das Spiel bestimmen würden. Günzburg agierte mit großem Laufaufwand, die TSV-Spieler standen stoisch und einfach riesig. Allein optisch machte die großgewachsene Lohrer Innenverteidigung einiges her.

Günzburg kämpfte sehr, wohlwissend, dass eine sehr lange Heimfahrt nur mit Punkten so richtig Spaß macht. In der 21. Minute schaffte Pascal Buck den ersten Ausgleich zum 8:8. Gute Laune verbreitete sich da bei den mitgereisten VfL-Fans. Leider schied der Linkshänder danach verletzt aus. Einiges musste umgestellt werden. Hinzu kamen zwei unnötige Zeitstrafen. Die engagierten Gastgeber nutzten die inneren Unstimmigkeiten beim VfL und gingen mit 12:10 in die Halbzeit.

Die Pause tat den Weinroten gut, manches konnte neu justiert werden. Nach der Pause wogte das Geschehen ausgeglichen hin und her. Torhüter Dennis Mendle gab in dieser Phase seiner Mannschaft großen Rückhalt. Ein schwäbischer Viererpack besorgte das 14:16. Die Auszeit von TSV-Trainer Bernd Becker half noch nicht. 14:17 – mucksmäuschenstill wurde es in der Halle. Alles sprach nun für die Weinroten, selbst die gegnerische Körpersprache. Als vorübergehend nichts ging im Lohrer Angriff, erwies sich Torwart Szabo als Trumpf. Noch zweimal kamen die Spieler aus der Legostadt frei zum Wurf. Doch der Ungar, bester Mann auf dem Platz, hielt.

Anstatt den Vorsprung zu vergrößern, kam der TSV kampfeslustig und abwehrstark zurück. Viele Zeitstrafen gegen die Günzburger erschwerten die innere Spielordnung, die Schiedsrichter waren einer offensiven Deckung nicht geneigt. Aber bei all der Balgerei muss dann eben noch sauberer verteidigt werden. Und das gelang nicht. Das Spiel kippte erneut.

Nico Jensen, der immer wieder die körperliche Auseinandersetzung gegen die Hünen suchte, erzielte beim 18:19 die letzte Führung. Dann traf zweimal der achtfache Torschütze Bohuslav Zeleny, einmal Ferdinand Schmitt. Harter Männerhandball: jähes 21:19. Michael Jahn konterte auf 21:20-Tuchfühlung in der 52. Minute. Noch drei VfL-Zeitstrafen, eine für Lohr. Beide Teams gaben nun alles für ihre Farben. Der Rhythmus blieb: Die Lohrer gaben zwei vor, die Günzburger kamen auf eines heran. Doch dieses Mal sollte es kein Happy End wie in allen Spielen davor geben.

Die Entscheidung fiel 32 Sekunden vor Schluss. Es stand 23:22. Der beste Lohrer Angreifer Zeleny trat zum Siebenmeter an und traf sicher. Der VfL musste nach einer erneut aufopferungsvollen Leistung mit einer 22:24-Niederlage im Gepäck die Heimreise antreten.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren