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Frauenhandball

13.11.2018

Günzburg macht’s dramatisch

Lena Götz gelang der entscheidende Siegtreffer gegen Pleichach. Einen Freiwurf versenkte die 17-Jährige wenige Sekunden vor Schluss im Tor.
Bild: Ernst Mayer

Weil sie eine gute Ausgangslage verspielen, ist die Auswärtspartie des Günzburger Rumpfteams in Unterfranken spannend bis zum Schluss

Es war eine Sekunde vor dem Ende der Spielzeit, als Lena Götz mit einem gezielten Wurf in die rechte untere Torecke ihr Team, die Damen des VfL Günzburg, erlöste. Der Treffer sorgte dafür, dass die Weinroten beide Punkte von der HSG Pleichach entführten und an der Tabellenspitze der Landesliga Nord bleiben. War es Glück oder doch ein verdient erkämpfter Sieg? Beim 18:19 in der Willi-Sauer-Halle in Bergtheim zeigten die Günzburgerinnen jedenfalls eine enttäuschende Angriffsleistung, aber auch Kampfgeist und einmal mehr eine starke Torwartleistung.

Auch eine Woche nach der Niederlage in Regensburg mussten die VfL-Damen erneut mit einem Rumpfteam in Richtung Norden fahren. Tanja Stoll, Judith Deutschenbauer und Patricia Kubasta fehlten erneut, und da auch Evelyn Jorga seit längerer Zeit wegen Knieproblemen nicht mehr zur Verfügung steht, wurde Ines Leix von der zweiten Damenmannschaft aktiviert und Torhüterin Selina Schlund streifte sich sicherheitshalber ein Feldtrikot über. Zu einem Einsatz kam es dann nicht, die Trainer Jürgen und Peter Kees gaben Leix in der ersten Hälfte ein paar Spielminuten auf Außen, die restlichen Spielerinnen mussten sich durchbeißen.

Zum Spielbeginn ließ der Hallensprecher das Motto der Gastgeber verkünden: „Tabellenführer ärgern“ war zu hören, doch die ersten Minuten der Partie war davon nichts zu sehen. Aus einer stabilen Abwehr heraus ging es für die Weinroten sofort im Gegenstoß Richtung Pleichacher Tor und es stand schnell 0:4. Über die rechte Seite trafen Lena Götz und Nina Porkert je zweimal, Hannah Sperandio erhöhte auf 0:5 und es sah nach einem gemütlichen Auswärtsspiel aus.

Erst nach 17 Minuten konnten die Fränkinnen ihren ersten Treffer landen. Da der VfL aber im Angriff beste Chancen liegen ließ und sich viele technische Fehler erlaubte, kam auch kein weiterer Treffer auf das Gästekonto dazu. Zehn Minuten vor der Pause beim Stand von 4:6 nahmen die Kees-Brüder ihre Auszeit, um vor allem den drei einzigen Rückraumspielerinnen ein wenig Luft zu verschaffen. Die erste Hälfte endete 7:9, der VfL hätte deutlicher führen müssen.

Der Spielverlauf in der zweiten Hälfte ähnelte dann dem aus der Vorwoche. Die Gäste glichen aus und gingen ihrerseits beim 13:12 das erste Mal in Führung. Doch diesmal blieb der VfL gelassen, konzentrierte sich weiterhin auf die Deckungsarbeit und war im Angriff geduldig. Auch, wenn weiterhin viel verworfen wurde und die Fehlerquote deutlich zu hoch war, konnte Antonia Leis mit einem ihrer drei wichtigen Tore wieder zur Zwei-Tore-Führung einnetzen (13:15).

Die Schlussphase wurde dramatisch: Nach dem 15:17 durch Hannah Sperandio glichen die Gastgeber zweieinhalb Minuten vor Ende wieder aus. Die glücklose Martina Jahn konnte zwar kein Feldtor erzielen, war aber mit vier Treffern vom Siebenmeterpunkt ein wichtiger Faktor. Einen davon verwandelte sie in Minute 59 zur Führung (17:18). Pleichach war nochmals in Ballbesitz, der VfL ging dazwischen. Die Kugel sprang in Richtung Seitenauslinie. Lena Götz versuchte das Spielgerät zu retten, schleuderte es aber genau in die Hände einer HSG-Spielerin, die nur noch durch ein Foul zu stoppen war. Es gab eine Zeitstrafe für Günzburg und einen Siebenmeter für Pleichach. Die Uhr zeigte noch 20 Sekunden.

Die starke Anne-Lena Früh aufseiten der Gastgeber verwandelte mit ihrem zwölften Treffer zum 18:18, die VfL-Bank nahm die noch verbliebene Auszeit und besprach die letzte Aktion. Pleichach stand in Überzahl nun noch offensiver und Alena Harder konnte auf der rechten Angriffsseite nur mit einem Foul aufgehalten werden. Den letzten Freiwurf versenkte dann Lena Götz im Tor, nachdem sie zuvor außer den zwei Anfangstreffern alles verworfen hatte.

Der Jubel war grenzenlos, zwei wichtige Punkte in der momentan schwierigen Phase waren eingetütet. Ein Sonderlob von den Trainern gab es für Alena Harder, durch ihre Konstanz und ständige Torgefahr sei sie ein wichtiger Faktor im Mannschaftgefüge. (zg)

VfL Günzburg Gremmelspacher, Hoffmann; Schlund, Leix, Götz (3), Harder (4), Leis (3/1), Sperandio (2), Kovàcs (1), Jahn (4/4), Porkert (2)

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