Newsticker

Länder wollen an Weihnachten und Silvester Treffen von bis zu zehn Personen erlauben

Bayernliga

20.11.2017

Günzburg siegt auch in Anzing

Stefan Knittl erzielte gegen Anzing fünf Tore, davon vier Siebenmeter.
Bild: Ernst Mayer

Gegen die „Löwen“ zeigt der VfL eine starke Leistung, verpasst es aber, frühzeitig den Sack zuzumachen. So entwickelt sich ein spannendes Spiel, in dem vor allem die Youngster der Weinroten glänzen

Es ist beeindruckend, was die Handballer des SV Anzing im fußball-entrückten Oberbayern auf die Beine stellen. Schon beim Einlaufen gehen die Lichter aus, Löwengebrüll ist zu hören, ein Hallensprecher begrüßt jeden einzelnen Anzinger Löwen, gleichzeitig leuchten die Konterfeis nacheinander auf einer Leinwand unter der Decke, dort wo die Punktetrauben hängen. Elektrisiert von der gelungenen Choreografie, sorgen die 350 begeisterten Handballfans, angeführt von zahlreichen Trommlern, für beste Handballstimmung. Einen guten Beitrag dazu leisteten an diesem Bayernliga-Abend in Anzing die 50 VfL-Fans. Und sie sahen von Beginn an ein packendes Spiel.

Die Abwehrreihen schenkten sich nichts. Da waren stolze Männer am Start, die ihren Raum handgreiflich verteidigten. Es war das Verdienst der engagierten Schiedsrichter Benjamin Flor und Stefan Murrmann, dass die Regeln im Handballgefecht eingehalten wurden. Bis zum 5:4 dominierten die Löwen. Danach stand es fünf Mal unentschieden, auf dem Feld und auf der Tribüne ging es hoch her. Angeführt von einem überragenden Pascal Buck, der seine Verletzung in Rekordzeit überwunden hat, kamen nun die Schwaben. Der VfL sollte an diesem Tag jeden einzelnen Spieler dringend gebrauchen. Gerade die Jüngsten setzten Akzente. Vor der Halbzeit war es zunächst Jakob Hermann, der nicht nur ein herrliches Rückraumtor erzielte, sondern auch immer da hinging, wo es richtig wehtat. Einmal besonders, als er sich von Jonathan Limbrunner im Zweikampf eine ordentliche oberbayrische Schelle abholte. Das passiert in der Hitze des Gefechtes, es geschieht ohne Absicht, kein Vorwurf. Die Schiedsrichter gaben dafür Rot. Eine seltene und schwierige Entscheidung. Das schwächte die Gastgeber sehr, denen ohnehin das Verletzungspech an den harzigen Fingern klebt. Doppelte Überzahl, eine weitere Zeitstrafe war ausgesprochen und eine 13:16-Auswärtsführung, so ging es in die Halbzeit.

Die jungen VfL-Spieler hatten nach Wiederanpfiff die Chance, einiges klarzumachen, 90 Sekunden spielte Günzburg Sechs gegen Vier. Immerhin stand die Abwehr, doch es gelang kein Treffer – zu wenig. Eine Spitzenmannschaft hätte hier gnadenlos zugeschlagen. Beim 19:19 war die Begegnung wieder komplett offen. Die Chance zur Dominanz wurde vertan, was auch am unbändigen Kampfeswillen wahrer Löwen und ihrem Torwart lag. Die Fans hatten ihr Kampfspiel zurück. Die VfL-Youngster bewiesen in dieser Phase Nervenstärke. Jonas Guckler versenkte in Extremsituationen zum 20:19 und 22:21 aus ganz spitzem Winkel. Dennis Mendle hielt in der 50. Minute beim Stand von 23:22 einen wichtigen Siebenmeter und damit die Führung fest. Doch Anzing gab einfach nicht auf. Es ging nicht nur gegen den VfL, sondern auch gegen das freche Abstiegsgespenst, das bei bislang gerade sechs Pluspunkten bereits um die schöne Halle geistert. Beim 26:26 stand das Spiel auf des Messers ganz scharfer Schneide.

Anzings Trainer Hubert Müller nahm eine Auszeit. Der VfL nutzte die Gesprächspause, um Abwehrbeton anzumischen. Ein sehr umsichtiger Hintenmitte Michael Jahn als Abwehrorganisator und Torwart Patrick Bieber ließen nun keinen Treffer mehr zu. Kunstschütze Jonas Lehr erzielte in der 57. Minute das 27:26. Es sollte in der Abwehrschlacht schon der letzte Treffer sein. Bis zum Abpfiff waren noch sehr viele bange Sekunden zu überstehen. Die Anzinger hatten alles gegeben und standen mit leeren Händen da. Gerecht wurde das Ergebnis ihrem Einsatz nicht. Der VfL feierte. Erst im Löwenkäfig, dann im Bus. Die stellvertretende Abteilungsleiterin Annette Fiegel-Jensen ordnete für die Rückfahrt Freibier an. Eine kluge und unumstrittene Entscheidung. Dann ging es mit dem Mannschaftsbus in die Ichenhauser Disko W3. Man hatte das Gefühl der Mannschaft etwas zurückgeben zu müssen. Schließlich steht der letztjährige Abstiegskandidat nach zehn Spieltagen auf einem nie für möglich gehaltenen dritten Tabellenplatz. (zg)

VfL Günzburg Bieber, Mendle; Knittl (5/4), Guckler (2), Jahn, Buck (9), Leix (1), J. Hermann (1), Groß, Jensen (2),Lehr (3), N. Hermann (1), Scholz (3)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren