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Handball

11.11.2019

Günzburg und der Kampf mit der Wurfqualität

Der Günzburger Regisseur Nicolai Jensen schaffte immer wieder Räume für seine Mitspieler, die aber trafen weit weniger häufig als erhofft. Obwohl der Sieg der Weinroten deutlich ausfiel und auch nie in Gefahr war, hätten sie sich bei klarerer Chancenverwertung einige Mühen sparen können.
Bild: Ernst Mayer

Im Bayernliga-Spiel beim Laternenträger gerät der Sieg der Weinroten nie ernsthaft in Gefahr. Doch während die Abwehr glanzvolle Momente erlebt, vergibt das Team bei eigenem Ballbesitz zu viele Möglichkeiten

Nach einem nicht zwingend hochklassigen Spiel haben die Bayernliga-Handballer des VfL Günzburg einen Arbeitssieg gefeiert. Beim punktlosen Tabellen-Schlusslicht TuS Fürstenfeldbruck II gewann das Team von Trainer Gábor Czakó aber verdient 25:20.

Die Wichtigkeit des Spieles konnte vor dem Anpfiff nicht zu hoch bewertet werden. Eine Niederlage zu diesem Zeitpunkt in der Saison hätte viele Günzburger Pläne weit zurückgeworfen. Sorgen, die Spieler in den weinroten Trikots könnten zu Übermut neigen, bewahrheiteten sich aber nicht. Die Günzburger nahmen die heikle Aufgabe an und starteten hoch konzentriert. Lediglich beim 1:1 ganz am Anfang waren die Gastgeber in Schlagdistanz. Direkt im Anschluss konnten sich die Weinroten zum 6:2 absetzen. Schon hier war die Richtung des Spielflusses klar. Dank einer erneut überdurchschnittlich starken Abwehrleistung lief Angriff für Angriff der Gastgeber ins Leere. Auf der anderen Seite hatte Günzburg allerdings arg zu kämpfen. Spielmacher Nico Jensen erkannte zwar die Schwächen der offensiven 6:0-Abwehr und seine Mitspieler schafften es auch häufig, Lücken in die Reihen der Verteidigung zu reißen. Der VfL-Angriff kam also oft in gute Wurfsituationen. Allerdings stand der beste Spieler an diesem Tag zwischen den Pfosten des Gegners. Valentin Hagitte entschärfte, was immer irgendwie erreichbar war. Mal schaffte er dies aufgrund seiner persönlichen Klasse, die ihm auch Einsatzzeiten in der dritten Liga beschert, viel zu oft allerdings waren die Würfe auch dankbar zu halten. Nichtsdestotrotz kam Fürstenfeldbruck nie näher als zwei Tore heran, so beim 6:8 (18.).

Auch dank einer phänomenalen Leistung von Frieder Bandlow in Halbzeit eins (er erzielte schon hier sieben seiner insgesamt acht Treffer) wechselten die beiden Mannschaften mit einer Fünf-Tore-Führung des VfL (13:8) die Seiten.

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In Halbzeit zwei probierte der Trainer der Gastgeber, durch eine taktische Umstellung seiner Mannschaft das Ruder noch herumzureißen. Im Angriff wurde oft der Torwart zugunsten eines weiteren Feldspielers ausgewechselt. Die Abwehr des VfL musste folglich oft gegen einen Mann mehr verteidigen. In dieser Phase konnte aber rückblickend das Spiel entschieden werden. Es gelang eine nochmalige Steigerung der Abwehrleistung. Fürstenfeldbruck unterlief deshalb eine Reihe schmerzhafter Fehler. Zwei Würfe ins leere Tor brachten eine deutlichere Günzburger Führung. Ein Gegenstoß von Frieder Bandlow wurde von Dennis Daschevski durch ein rüdes Foul gestoppt. Folgerichtig gaben die gut pfeifenden Schiedsrichter Murmann/Murmann die Rote Karte.

Auch wenn die zahlreichen mitgereisten VfL-Fans nun kein gutes Spiel mehr sahen, um den Sieg mussten sie nicht fürchten. Das erste Mal war ein Sechs-Tore-Vorsprung in der 47. Minute erreicht. Bis zum Spielende sollte sich das Ergebnis immer um diesen Abstand bewegen. Czakó war insbesondere mit der Leistung in der Abwehr zufrieden, kritisierte allerdings die mangelnde Qualität der Würfe.

Mit dem Sieg konnte sich der VfL in der Bayernliga-Spitzengruppe etablieren und hat nun die Möglichkeit auf ein echtes Spitzenspiel nächste Woche daheim gegen den HSC 2000 Coburg II. Bis dahin muss zwingend an der Wurfqualität gearbeitet werden. Ansonsten kann Günzburg auf der gezeigten Leistung durchaus aufbauen. (zg)

VfL Günzburg Bieber, Rösch; Bandlow (8/4), Pfetsch (2), M. Jahn (4), S. Jahn, Buck (4), Ruckdäschel (1), J. Hermann, Meye, Jensen (4), N. Hermann (1), Jäger (1)

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