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Handball-Bayernliga

16.04.2018

Jähes Ende des Günzburger Jugendstils

Verflogen ist die einstige Leichtigkeit: Mit ernsten Mienen verfolgen die Günzburger Handballer (hier im Heimspiel gegen Anzing) die Ausführungen ihres Trainers Stephan Hofmeister. In Unterhaching ließen die Weinroten einfach zu viele Chancen liegen.
Bild: Ernst Mayer

In Unterhaching verliert der VfL erneut gegen ein Team aus dem unteren Mittelfeld der Bayernliga-Rangliste. Die Fans sehen eine Fehlpassorgie. 

Futsch ist die Frische und mit der jugendlichen Leichtigkeit hat sich auch das Sieger-Gen von den Günzburger Handballern verabschiedet. Dabei waren viele Fans der Weinroten zum Bayernliga-Spiel bei der TSV Unterhaching mitgefahren. Sie freuten sich auf jenen entfesselten VfL-Jugendstil, der noch vor Kurzem Begeisterungsstürme entfacht hatte. Mit der Heimniederlage gegen Anzing vor einer Woche hat der Erfolgsweg aber, wie nun augenfällig wird, ein jähes Ende gefunden. Prompt kassierten die Günzburger an diesem Samstagabend, 14. April, ein 18:20 (7:12), stürzten von Tabellenplatz zwei auf Rang vier und müssen sich in ihrer gegenwärtigen Verfassung mit dem Thema Vizemeisterschaft nicht länger beschäftigen.

Im Süden der Fußball-Metropole München hat sich der Handball sein kleines Refugium geschaffen. Eng arbeiten die DJK Taufkirchen und der TSV Unterhaching dort zusammen, locken viele Zuschauer in die Halle. Die machten zusammen mit etlichen Schwaben auf der Tribüne Trubel und so begann die Auseinandersetzung, zusätzlich gepusht durch einen engagierten Handballsprecher, in allerbester Stimmung.

Daraus freilich entwickelte sich ziemlich schnell ein Handball-Gewürge, bei dem die Abwehrreihen und Torhüter im Mittelpunkt standen, während der Angriff arges Stückwerk blieb. Viele technische Fehler und eine traurige Fehlwurfquote aus der Nahwurfzone (besonders aufseiten des VfL Günzburg war das zu beobachten) lähmten die Chance zur Handballwerbung. Allein der VfL verwarf fünf Siebenmeter.

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Das erste Tor erzielte der unverwüstliche Unterhachinger Kreisläufer Johannes „Danger“ Borschel. Begünstigt durch eine frühe Überzahl-Situation gelang dem besten VfL-Angreifer, Daniel Jäger, der Treffer zum 1:1. Kein VfL-Fan hätte zu diesem Zeitpunkt gerechnet, dass es der letzte Ausgleich für die Gäste sein sollte. Zwar stand die Abwehr mit einem sicheren Patrick Rösch dahinter, doch vorne wurde fleißig verworfen. Besonders die Außen, an denen der VfL in dieser Runde so viel Freude hatte, leisteten sich eine Fehlwurforgie. Das zweite Günzburger Tor durch Nico Jensen fiel entsprechend spät (16. Minute). Die entschlosseneren Oberbayern besaßen auch die durchschlagskräftigeren Rückraumspieler und nutzten den Schwächezustand des VfL, um auf 10:4 davonzuziehen.

Schlimmer wurde es danach nicht mehr. Denn eines musste man dem VfL-Team zugutehalten: gekämpft wurde. Der reine Wille, sich nach dem Anzing-Spiel zu rehabilitieren, war da. Mit viel Einsatz gelang es den Unterhachingern, denen das Wasser im Nichtabstiegskampf bis zum Hals stand, den Günzburger Angriff nahezu komplett zu neutralisieren. Bei einem 12:7 auf der Anzeigentafel wurde gewechselt.

Da Trainer Stephan Hofmeister an das Gute im Günzburger Handballer glaubt und gerade in dieser Runde schon einiges umgebogen wurde, blieb die Ansprache zur Pause gelassen. Möglichkeiten zur Fehlerreduzierung boten sich viele. Und die Gastgeber schwächelten, waren nun selbst dran mit Verwerfen oder, umgekehrt formuliert, Patrick Bieber hielt prima, machte reihenweise Hundertprozentige zunichte. Youngster Lukas Rembold, der noch zu den besten weinroten Angreifern gehörte, erzielte einen Treffer, Jonas Guckler beendete die „Außenseuche“ (Hofmeister) und plötzlich war beim Stand von 16:14 für die Hausherren (51.) alles drin. Im richtigen Moment nahm TSV-Trainer Christian Sorger die Auszeit, ein Doppelpack durch den früheren Gundelfinger Philipp Heinle und Christoph Behm zum 19:15 (56.) brachte die Vorentscheidung. Das Endergebnis war laut Hofmeister gerecht. „Es spiegelt den Mangel: Viel Kampfkraft, aufrichtiger Abwehrwille, aber vor allem kaum Angriff“, kommentierte er.

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