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Frauenhandball

24.05.2019

Jetzt bloß nicht mehr runterziehen lassen

Lena Götz zählte im Relegations-Hinspiel zu den auffälligsten Günzburgerinnen. Trotz heftiger Gegenwehr ließ sie sich den Schneid nie abkaufen. Mut wird auch in München ein Schlüssel zum Erfolg sein.
Bild: Ernst Mayer

Günzburg startet selbstbewusst ins Aufstiegs-Finale zur Bayernliga. Im Hinspiel gab’s drei Schwerverletzte

Nüchtern wird am Ende die Rechnung sein. Die Ergebnisse zweier Relegationsspiele über je 60 Minuten werden nach den einfachen Gesetzen des direkten Vergleiches addiert. Die Handball-Realität davor sieht ganz anders aus. Es ist mit einem Krimi zu rechnen. Spannung pur, mit überraschenden Wendungen, die die einen erfreuen, die anderen an die Grenze zum Wahnsinn treiben. Zeitstrafen, die ewig „bösen“ Schiedsrichter, vor allem Tore, der entschlossene Kampf junger Athletinnen wird die Fangruppen in ihren Bann ziehen. Nach Teil eins der Auseinandersetzung mit dem SV München Laim führen die Handballerinnen des VfL Günzburg 27:24. Am Samstag um 19 Uhr wird in der Schulsporthalle Riegerhofstraße in der Landeshauptstadt das Rückspiel angepfiffen, als letzter Akt einer für den VfL Günzburg sehr erfolgreichen Saison. Danach weiß man in der stolzen schwäbischen Handball-Hochburg, ob in der kommenden Runde neben den Männern auch die Frauen in der Bayernliga spielen.

Der psychologische Vorteil liegt aufseiten der Weinroten. Was war das für ein Spiel am vergangenen Sonntag. 800 Zuschauer beim Frauenhandball – vermutlich gab es das noch nie in Günzburg. Laim wirkte erst überlegen. Führte in der 50. Minute mit fünf Toren Differenz. Dann aus dem Nichts das Aufbäumen der jungen Günzburgerinnen. Ein phänomenaler 8:0-Tore-Lauf, gerade, als die ersten Zuschauer die Halle verlassen wollten, weil „eh alles klar“ war. Gut, dass sie lange genug warteten, denn urplötzlich wurde die Halle zum Tollhaus und ganz nebenbei das Spiel gekippt.

Ganz nüchtern sind das halt zwei Punkte und drei Plus-Tore. Die Zeit der Spekulanten ist eröffnet. Während an der Donau bang gefragt wird: „Reicht das?“; wird an der Isar viel von Revanche und Aufholjagd gesprochen. Doch die imponierende Schlussphase gibt Selbstvertrauen. Das Team strotzt nur so vor mentaler Stärke und körperlicher Fitness.

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Natürlich wurde das erste Spiel aufgezeichnet und von den akribisch arbeitenden Kees-Brüdern genau analysiert. Die Erkenntnisse haben sich wenig verändert. Es gilt, die unangenehme vorgezogene Abwehrspielerin zu umspielen und genau abzuschließen, denn die Laimer Deckung ist die Basis für eine Gegenstoß-Maschine. 856 Tore erzielte die oberbayerische Torfabrik in der Landesliga Süd, oft über die pfeilschnelle Linksaußen Patricia Janssen, die im ersten Vergleich neun Mal traf.

Der Zoll der Kämpferei in der Rebayhalle war hoch. Die unermüdliche Réka Kovàcs verletzte sich am Sprunggelenk und wurde bereits am Dienstag operiert. Aufhalten kann sie das nur teilweise. Spielen kann sie zwar nicht, aber zum Anfeuern ist sie dabei. Noch schlimmer erging es den Laimerinnen: Gleich zwei ihrer Spielerinnen erlitten in Günzburg einen Kreuzbandriss. (zg)

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