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Burgau

26.02.2018

Kommt jetzt der Eishockey-Boom, Herr Gebauer?

Werner Gebauer ist seit 1986 beim ESV Burgau, zunächst als Spieler, später als Vorsitzender. Er hat mit Begeisterung die Spiele der Eishockey-Nationalmannschaft verfolgt, warnt aber vor übertriebener Euphorie.
Bild: Ernst Mayer

Eisbären-Chef Werner Gebauer warnt trotz des historischen Erfolgs des deutschen Eishockey-Teams bei Olympia vor Euphorie. Seinen Verein sieht er auch so auf einem guten Weg.

Herr Gebauer, wann sind Sie heute aufgestanden?

Werner Gebauer: Um fünf, ist doch klar. Wenn schon mal eine deutsche Eishockeymannschaft im Finale bei Olympia steht. Dass sie jetzt Silber geholt haben, ist ja eh sensationell. Ich erinnere mich noch an Länderspiele in den 80er Jahren. Da war man froh, wenn es nicht zweistellig geworden ist.

Haben Sie diesen Erfolg erwartet?

Gebauer: Überhaupt nicht, im Gegenteil. Wenn man mich vorher gefragt hätte, hätte ich gesagt: Viertelfinale wäre schon super. Ohne unsere NHL-Spieler habe ich wenig Chancen gesehen. Die haben bei der letzten WM viel ausgemacht. Kanadier, Russen oder Schweden können solche Ausfälle besser kompensieren. Aber wir waren trotzdem ebenbürtig.

Wie kam es Ihrer Meinung nach zu dieser überragenden Leistung?

Gebauer: Für mich sind zwei Faktoren entscheidend. Zum einen der Trainer Marco Sturm. Und zum anderen dieser unbändige Zusammenhalt der Mannschaft. Das sieht man einfach, wie die füreinander kämpfen. Das ist mindestens Hälfte der Leistung. Außerdem waren sie taktisch sehr diszipliniert. Im Finale hatten sie dann einfach Pech. Das Tor wäre nicht gefallen, wenn Patrick Reimer keine Strafzeit bekommen hätte. Das war unglücklich, er konnte nichts dafür. Im Penaltyschießen wäre dann alles möglich gewesen. Aber vielleicht wäre Gold auch zu viel des Guten gewesen.

Wie meinen Sie das?

Gebauer: Das nächste große Turnier ist die WM im Mai. Da ist die Erwartungshaltung jetzt natürlich deutlich gestiegen. Da haben dann auch alle ihre NHL-Spieler dabei. Wenn wir wieder ins Viertelfinale kommen, dann haben die Jungs ihr Soll absolut erfüllt.

Erhoffen Sie sich jetzt einen kleinen Eishockey-Boom in Deutschland?

Gebauer: Ich hoffe schon, dass es einen Schub gibt, dass mehr Kinder Eishockey spielen wollen. Momentan ist der Sport ja in aller Munde. Und die letzten Jahre haben wir uns nicht sonderlich gut verkauft. Wenn das Interesse anhalten soll, muss die Nationalmannschaft die Leistung aber auch bestätigen.

Kann davon auch der ESV Burgau profitieren?

Gebauer: Das hoffe ich. Ich muss aber sagen, dass unsere neue Halle uns schon einen Schub gegeben hat. Seit wir sie haben, sind es fast 100 Kinder mehr bei uns im Verein. Wir haben alle Jugendteams besetzt, bis auf die Junioren. Wir müssen das jetzt von unten rauf aufbauen. Und wenn Olympia noch einen zusätzlichen Schub gibt, habe ich nichts dagegen. Fußball dominiert so viel, selbst Fan. Vielleicht gibt

Im Eiskunstlauf hatte das deutsche Team mit Gold im Paarlauf ja auch einen überragenden Erfolg. Wie sieht es da in Burgau aus?

Gebauer: Das war nicht unbedingt zu erwarten, aber man konnte zumindest damit rechnen, dass die Deutschen einen vorderen Platz belegen. Es ist also nicht zu vergleichen mit unseren Eishockey-Jungs. Aber unsere Eiskunstlauf-Abteilung wächst und gedeiht. Ich schaue immer mal wieder zu, es gefällt mir gut. Es sind halt nur Mädels, da wird es mit dem Paarlauf schwierig. Aber Hauptsache, die Kinder sind beschäftigt, vor allem im Winter, wo man eh nicht raus kann.

Sie sagten bereits, dass die Mitgliederzahl deutlich gestiegen ist, seit es die Halle in Burgau gibt. Wie blicken Sie auf die nächsten Jahre?

Gebauer: Wie gesagt, wir bauen das jetzt von unten auf. Wir haben auch neulich bei der Eislaufschule wieder einen Haufen Kinder gehabt. Der ein oder andere kommt dann vielleicht nächstes Jahr. Der Fußball dominiert so sehr, dass wir um jeden Nachwuchs froh sind. Und das sage ich als Fußballfan.

Und wie geht es in der kommenden Saison mit der Landesliga-Mannschaft weiter?

Gebauer: Der Trainer bleibt und ein Großteil der Mannschaft bleibt auch. Nur drei Spieler scheiden aus beruflichen Gründen aus. Es ist gut, dass wir im Februar schon Planungssicherheit haben. Unser Ziel ist klar die Teilnahme an der Aufstiegsrunde. Dieses Jahr war es knapp. Wir haben vielleicht einen Tick zu lange gewartet mit dem Trainerwechsel, das mag ein Grund sein. Aber es wäre nicht schlecht, mal gegen Bayernligisten zu spielen. Die oberen Landesligisten können da von der Leistung her absolut mithalten.

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