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Interview

04.11.2017

Mit 44 Jahren noch zu jung zum Aufhören

Anton Reif hält schon seit vielen Jahren die Knochen für den FC Schönebach hin. Wie hier gegen Leipheim im Jahr 2008.

Wie das Urgestein Anton Reif mit dem FC Schönebach aus den Tiefen der B-Klasse West 1 kommen will

In der untersten Spielklasse nur unter den Kellerkindern. Herr Reif, haben Sie so einen Tiefpunkt in Ihrer Laufbahn schon erlebt?

Der FC Schönebach ist schon hin und wieder mal unten angekommen, aber so tief wie in dieser Saison war das wohl nicht zu erwarten. Das ist für mich und die Mannschaft eine entsprechende Erfahrung.

Vor einer Woche war Schönebach sogar noch Schlusslicht der B-Klasse West 1, hat dann aber am Dienstag das Kellerderby gegen Billenhausen 4:1 gewonnen und die rote Laterne abgegeben. Ist das ein Zeichen zum Aufbruch?

Auf jeden Fall. Es war erst der zweite Drei-Punkte-Wurf in dieser Saison und der tut schon gut, um unten raus zu kommen und den Abstand zur mittleren Tabellenhälfte nicht zu groß werden zu lassen. Ich erwarte und wünsche mir, dass jetzt wieder ein neuer Ruck durch die Mannschaft geht und weitere solche Auftritte folgen.

In einer Liga, wo der FC Schönebach als erste Garnitur zehn Reservemannschaften zum Gegner hat, sollte man doch oben mitspielen können. Warum ist das nicht so?

Einerseits fehlen zurzeit verletzungsbedingt ein paar wichtige Leistungsträger, andererseits haben uns im Sommer mit Daniel Sendlinger und Mathias Gschrey zwei gute Spieler verlassen. Es ist uns nicht gelungen, diese allgemeinen Ausfälle zu kompensieren und so haben wir eben einige Spiele, zum Teil recht knapp und unglücklich, verloren, die wir mit einer Top-Elf normalerweise gewonnen hätten. Zwar versucht jeder Spieler, alles zu geben, aber die Einschränkung durch die personelle Entwicklung ist halt nicht zu übersehen.

Wenn man nur alle heilige Zeit mal ein Spiel gewinnt, werden diese Siege bei Ihrer Mannschaft dann besonders gefeiert?

Eigentlich nicht. Wichtig ist, dass der Sieg Aufbruchstimmung und wieder mehr Freude und Spaß am Spiel erzeugt.

Hat man sich beim FC schon einmal Gedanken an die Bildung einer Spielgemeinschaft gemacht?

Dazu kann ich nichts sagen, das ist Sache der Vorstandschaft. Mein persönlicher Standpunkt dazu wäre folgender: Wenn sich bei uns personaltechnisch nichts verändert, dann sollte man grundsätzlich einer Spielgemeinschaft nicht ablehnend gegenüber stehen, sondern offen darüber diskutieren. Denn hier geht es um eine Entscheidung, die auf lange Sicht getroffen wird. Die Frage ist nur, wer sich im Umkreis für eine Spielgemeinschaft überhaupt anbieten würde.

Um den Nachwuchs ist es ja bekanntermaßen auch nicht gerade gut bestellt, oder?

Es gibt nur eine D-Jugend-Mannschaft und so kann man in den nächsten Jahren aus dem eigenen Nachwuchs keinen Nachschub erwarten. Wir können nur darauf hoffen, dass von den umliegenden Vereinen mit großem Namen der eine oder andere Spieler, der dort nicht so recht zum Zug kommt, vielleicht in Schönebach seine Chance sucht. Man hat jüngst ins Sportheim investiert und mit neuen Kabinen und Duschen zumindest einen räumlichen Anreiz geschaffen.

Vorstand und Interimstrainer Rudi Scherer bezeichnet sie als „sicheren Rückhalt“ der Mannschaft. Und das im Alter von 44 Jahren. Aber ans Aufhören ist für Sie als Urgestein des FCS angesichts der personellen Lage wohl vorerst nicht zu denken?

Egal wie die Lage ist, ich habe nicht vor, die Fußballstiefel an den Nagel zu hängen sondern werde das Team bestmöglich unterstützen, solange ich kann und mein Leistungspotenzial entsprechend stimmt.

Am Sonntag ist der FCS zu Gast beim Tabellennachbarn GW Ichenhausen II. Was ist da drin?

Ich erhoffe mir, mindestens einen Punkt, wenn nicht sogar einen weiteren Dreier, zu setzen.

Interview: Alois Thoma

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