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Handball

07.02.2015

Mit besten Genesungswünschen

Günzburgs Trainer Stephan Hofmeister sieht die Sache entspannt: Der Verein habe seine berechtigten Interessen wahrgenommen.
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Günzburgs Trainer Stephan Hofmeister sieht die Sache entspannt: Der Verein habe seine berechtigten Interessen wahrgenommen.

Die Absage des Bezirksoberliga-Derbys kreiert verbale Scharmützel zwischen Ichenhausen und Günzburg

Die Absage des Handball-Derbys kam auf leisen Sohlen daher, eher unscheinbar, wie das eigentlich immer ist, wenn etwas in Sportbürokratendeutsch formuliert wird. „Auf Antrag des VfL Günzburg wurde die Bezirksoberliga-Begegnung zwischen dem SC Ichenhausen und dem VfL Günzburg von Spielleiter Rainer Kopp abgesetzt“, hieß es da. Bei den nun nicht-gastgebenden Königsblauen stieß diese Nachricht aus vielerlei Gründen auf wenig Gegenliebe. Vor allem SCI-Trainer Klaus Hornung ließ es ziemlich krachen. Zu Beginn seiner Stellungnahme versuchte er noch, sich vornehm zurückzuhalten, indem er bemerkte: „Ich habe mich grundsätzlich dazu entschlossen, nichts zu sagen.“ Dann wollte er aber doch. Der Ichenhauser Übungsleiter wendete sich an Günzburgs Coach Stephan Hofmeister und stichelte: „Ich bin sehr froh darüber, von ihm als Trainer sehr viel gelernt zu haben. Jetzt habe ich noch mal etwas gelernt.“

Im Vorfeld des Disputs hatten die Günzburger Handballer ihren Antrag auf Absetzung der für Samstagabend vorgesehenen Partie mit einer Serie von Erkrankungen begründet. Es sei ihnen nicht möglich gewesen, das Männerteam in ausreichender Zahl mit Akteuren aus der A-Jugend aufzufüllen, da diese zur selben Zeit zum Bundesligaspiel im Saarland gastiert. Hofmeister stellte auf Anfrage unserer Zeitung klar: „Für uns geht rein sportlich die Bezirksoberliga-Mannschaft vor. Der Landesliga-Aufstieg hat absolute Priorität. Dennoch ist die A-Jugend wichtig. Sie ist ein Aushängeschild für unsere Jugendarbeit, und es ist nicht zumutbar, dass sie in einer absoluten Notbesetzung nach Saarlouis fährt.“

Die Ausnahmesituation verschärft hat nach Hofmeisters Darstellung, dass sich die Liste der erkrankten Spieler am Mittwoch noch einmal um drei verlängerte. Außerdem absolviert die B-Jugend der Günzburger ebenfalls am Samstag ein titelvorentscheidendes Spiel in der Landesliga, sodass auch aus diesem Unterbau keine personelle Unterstützung zu holen sei. Der Spielleiter prüfte nun die vonseiten des VfL vorgelegten Argumente und bewertete sie als ausreichend für eine Absetzung. Hofmeister: „Und dann haben wir unsere Interessen wahrgenommen. Da kann man nicht anders handeln, finde ich.“

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Aber klar doch, findet Hornung. Er wolle ja nichts unterstellen, und das sei gewiss alles regelkonform. Grundsätzlich spiele sein Team auch „lieber gegen eine komplette Günzburger Mannschaft“. Ein paar kräftige Seitenhiebe konnte sich der SCI-Trainer dennoch nicht verkneifen. „Wer auf vielen Hochzeiten tanzen will, muss sich halt auch Gedanken machen, wie er das auf die Reihe kriegt“, konterte er die Terminfülle bei den Weinroten. In diesem Zusammenhang betonte der SCI-Coach, dass die Günzburger das Derby schon vor Monaten hatten verlegen wollen – ein Sachverhalt, den Hofmeister gar nicht abstritt, aber in aller Nüchternheit so darstellte: „Es ist richtig, dass wir schon früh in der Planungsphase versucht haben, die beiden Termine auseinander zu legen. Das ist legitim, denke ich. Und es ist auch legitim seitens des SCI, dass er dieser Bitte nicht nachgekommen ist.“

Hornungs Erregung nährt derweil auch der Umstand, dass er sich in dieser Phase der Saison eine volle Hütte beim Derby erhofft hatte. „Jetzt interessiert das jeden Handball-Fan in der Region. Da kämen 500 oder 600 Leute. Wird das Spiel erst nachgeholt, wenn der Titelgewinn der Günzburger feststeht, interessiert das keinen mehr“, rechnete er vor. Hofmeister kann diesen Groll sogar ein Stück weit nachvollziehen. „Die kurzfristige Absage tut mir aufrichtig leid“, sagte er.

Der Trainer der Weinroten reichte seinem alten Weggefährten nun verbal die Hand, indem er bemerkte: „Klaus Hornung kann machen, was er will: Wir schätzen ihn beim VfL Günzburg trotzdem sehr.“ Der Angesprochene freilich schlägt das Friedensangebot für den Moment aus. Sarkasmus floss über Hornungs Lippen, als er formulierte: „Ich wünsche allen erkrankten Günzburgern gute Besserung.“

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