Fußball-Landesliga

14.10.2018

Nichts für schwache Nerven

Mit Köpfchen: Maximilian Ocker (links, unser Archivfoto zeigt ihn beim Spiel in Memmingen im Luftduell mit Marco Nickel) erzielte gestern die ersten beiden Treffer für sein Team.
Bild: Siegfried Rebhan

Wie der SC Ichenhausen beim Tag des offenen Tores das Spielglück erzwingt.

Oliver Unsöld musste erst einmal kräftig durchpusten. Die 90 Minuten davor hatten ihn ganz schön mitgenommen. Es war auch nichts für schwache Nerven, was die Fußball-Landesligisten FV Illertissen II und SC Ichenhausen gestern angeboten hatten. Vielleicht lag’s auch am Kunstrasenplatz, auf dem die Gastgeber zur allgemeinen Verwunderung partout spielen wollten. Als das 5:4 für die Seinen feststand, der Auswärtssieg eingetütet und der erste Erfolg nach fünf sieglosen Spielen erreicht war, sagte der SCI-Trainer dann: „Diesmal hatten wir endlich mal das Glück.“

Das Spiel war bis zum Schluss spannend, abwechslungsreich und, wie es sich für ein echtes Derby gehört, auch umkämpft. Ichenhausen erwischte dabei einen Blitzstart, bereits nach zwei Minuten konnte Maximilian Ocker unbehelligt einköpfen. Die Hausherren verharrten bis auf Weiteres in einer Art Schockstarre. Sogar FVI-Keeper Tizian Fendt zeigte bei einem Schuss von Yannick Maurer eine Unsicherheit. Die folgende Ecke konnte wiederum Ocker, ungestört und mit dem Kopf zum 0:2 im Gehäuse versenken (18.).

Fendts Gegenüber Lirdion Rrecaj blieb bis dahin beschäftigungslos. Fünf Minuten nach dem 0:2 sahen die 70 Zuschauer dann die erste nennenswerte Möglichkeit der Gastgeber. Lukas Glade hatte Simon Walter freigespielt und der scheiterte an Rrecaj.

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Nach gut einer halben Stunde waren die Ichenhauser erstmals nicht mit einer Entscheidung von Referee Nicolas Dolderer einverstanden. Tim Miller war im Strafraum ungeschickt gegen Janick Reitz zu Werke gegangen und hätte sich nicht über den eigentlich fälligen Elfmeter beschweren können (33.). Der Anschlusstreffer durch Simon Walter kam zu diesem Zeitpunkt für alle überraschend (40.). Noch vor dem Seitenwechsel aber stellte Reitz mit einem trockenen Schuss ins lange Eck den alten Abstand wieder her (43.). Walter traf auf der anderen Seite allerdings auch noch den Außenpfosten (45.).

Nach der Pause vergab erst Julian Riederle die Riesenchance zum 1:4 (50.). Zwei Minuten später ging Rrecaj unnötig übermotiviert gegen Raphael Allgaier zu Werke und Dolderer entschied diesmal absolut zu Recht auf Strafstoß. Lukas Glade bedankte sich für diesen Fauxpas mit dem 2:3. Jetzt war Illertissen am Drücker und dem SC Ichenhausen schienen die Nerven zu flattern. Yannick Glessings überlegter Ausgleich zum 3:3 war nur eine Frage der Zeit (60.).

Es kam für die Gäste sogar noch schlimmer, weil Simon Walter sich am Fünfer durchwursteln und auf 4:3 stellen konnte (66.).

Nun schien das Spiel endgültig zu kippen. Der Ichenhauser Ausgleich kam in etwa so überraschend wie in Halbzeit eins der 1:2-Anschluss durch die Gastgeber. Janick Reitz behielt vor Fendt die Nerven und schoss ein (73.).

Dann wurde es dramatisch. Zehn Minuten später hatte Ichenhausen erst Glück, weil Walter zu ungenau zielte. Unmittelbar danach forderten die Gäste erneut den Elfmeterpfiff, aber Dolderer ließ nach der Aktion zwischen Tim Miller und und Janick Reitz abermals weiterspielen (85.). Kurz darauf konnte Fendt einen Schuss von Denis Nickel noch an den Pfosten lenken. Dann die Erlösung für die Königsblauen: Ein strammer Schuss von Benjamin Sturm landete zum Endstand im Netz (90.). In der Nachspielzeit wäre Illertissen beinahe noch zum Ausgleich gekommen, das Geschoss von Stjepan Saric landete jedoch zum Glück für die Gäste nur am Querbalken (90.+2).

Ichenhausens Pressesprecher Willi Berndorfner war nach diesem Tag des offenen Tores ebenfalls fix und fertig. Aber er war auch wirklich stolz auf die SCI-Kicker und sagte: „Ich rechne der Mannschaft hoch an, dass sie nach dem 3:4 Moral gezeigt hat und wieder zurückgekommen ist.“

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